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Abi und was nun?

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Das Abitur galt vor einigen Jahrzehnten als Basis für einen sozialen Austieg innerhalb einer Gesellschaft, in der das Arbeitsleben vom Wiederaufbau gekennzeichnet war.

Alleine die Bezeichnung Pennäler war schon etwas besonderes, nicht die finanzielle Seite spielte zunächst die Rolle, vielmehr die gesellschaftliche Anerkennung. Ein Pennäler war derjenige der den Geist innerhalb der Gesellschaft besetzt hatte und mit dem man reden konnte.

Die klassischen Fächer formten den Menschen zu einer Stellung der gesellschaftlichen Begegnung.

Zwar kostet das nicht nur Mühe und Schweiß, denn man mußte sich behaupten und beweisen, zeigte dazu Bereitschaft und lernte auch das Verzichten auf gar manche Verlockungen des Alltages, man hatte ein Ziel vor Augen und das war der Genuß der Bildung.

Das Ziel lautete die allgemeine Hochschulreife zu erlangen, wie auch immer ein Primaner zu sein, galt etwas und man machte sich keinerlei Zukunftssorgen.

Es eröffneten sich Gebiete der Bildung, der Wissenschaft und jene der Kunst, sowie das reichhaltige Angebot bei Behörden und in der Industrie, garmancher Spätzünder fand dabei zum Ziel.

Was ist davon übrig geblieben?

Die gesellschaftliche Anerkennung nicht mehr vorhanden, Zocken und Geld auf irgendwelche Art machen, hat den Stellenwert verschoben, sicherlich auch ein gesellschaftlicher Neid ist aufgekommen.

Ein Neid der mitunter in Hass umschlägt, das ist immer dann der Fall, wenn man sich als junger Mensch orientieren muß. Die Orientierung findet bereits ab der 10.Klasse statt, wer hilft dann eigentlich das zu machen, was einem nützlich sein wird, Erkenntnisse kommen mitunter zu spät- dann gibt es Ehrenrunden, schon sind die Kritiker zur Stelle.

Dabei ist es durchaus sinnvoll, etwas zu erkennen und zu korregieren, würden die Kritiker zu beispielgebenden Vorbildern, hätte man wesentlich mehr erreicht.

Was passiert nun, die Abiturprüfung ist der Schlüssel zum Erfolg, dieser wiederum läßt sich kombinieren, die Kombination erlaubt nicht nur meisterhaftes Können- sondern prägt in der Vielzahl den Abiturienten.

Das Ziel ist wichtig, die Benotung primär und das Feiern berechtigt.

Manche Feierer sollten sich aber zuvor die Frage stellen, was dann und all das dann in möglichst nachvollziehbaren kleinen Schritten erledigen.

Die Welt von Heute läßt die Menschen in eine Zukunft voller Ungewißheit stolpern.

Zwar gibt es Informationstage der Hochschulen und Tage in der IHK, doch dessen begleitendes Material gibt mehr Fragen auf, als es Antworten liefert.

Eigentlich ist ein junger Mensch danach einer der vor verschlossenen Toren seiner Zukunft steht und dessen Allgemeinbildung dem Staat bereits Geld gekostet hat, bloß nun steht er für sich alleine in einer Welt voller Gefahren.

Was zeigt uns das Bild der Praxis?

Garnichts was einem erfreut, Ausbildungszeiten für die Rentenversicherung gekürzt, Kindergeld muß neu beantragt werden, ebenso die Mitgliedschaft in der Krankenkasse und was zuvor primär war, wird nun zu einem sekundären Thema.

Der finanzielle Engpass läßt grüßen, der eigene und der in der Familie, man zieht etwas vor, den Militärdienst, den Zivildienst oder ein freiwilliges Jahr, junge Damen möchte gar erst einmal im Ausland einige Zeit verbringen.

Das eigene Leben wird gekennzeichnet sein von einem vorübergehenden finanziellen Engpass, man wird zum Minijobber der Nation.

Des Geldes wegen gönnt sich diese Nation nun Minijobber mit Abi, die eigentlich unserer Bildungselite angehören sollten, zudem etwas ganz unerwartetes um eine Zivildienst vor dem Studium zu beginnen, gibt es Voraussetzungen.

Eine davon wurde wohl erstellt von Sesselsitzern der 1.Klasse, denn des Unsinns Spitze ist der Hinweis, man möge sich die Zivistelle selber besorgen.

Diese Unverfrohrenheit bundesdeutscher Ämter geht soweit, daß Betroffene Telefonbücher wälzen und sich untereinander Zivilstellen verschieben, d.h. sich min. 10-20 x bewerben, was nicht nur Zeit und Mühe kostet, sondern mitunter Träume platzen läßt.

Koordiniert von Amtswegen ist garnichts, dauern tut das etwas, mitunter vergeht fast ein Jahr des Nichtstuens, wem ist eigentlich damit geholfen, derjenige der in ausbeutrischer Manier Minijobber beschäftigt, weiß sicherlich in welch guten Händen er seinen Laden hat.

Daher eine Zivistelle den Einsatz des ganzen Menschen erfordert,mitunter Ortswechsel und dergleichen, rutsch einiges in weite Ferne, was wiederum nicht gerade vorteilhaft ist.

Die Termine sind einzuhalten und sich an den Unis bewerben,doch wo ist die Uni mit welchem Angebot?

Der Kreislauf zum eigentlichem Studium beginnt bereits 6 Monate zuvor, wer es versäumt der kreist wieder freizeitbetone Ehrenrunden.

Sieht man dazu die begleitende Literatur der Unis, dann wird einem verständlich, eigentlich gibt es keine Wissenschaft die einem eine berufliche Zukunft im Arbeitsleben garantiert, der Frust überwiegt beim Lesen.

Mut macht das nicht gerade, was soll man eigentlich von solchen Pamphelteschreibern halten?

Geschafft, heißt der Studienplatz ist sicher, nur wann und wo, ein Warten das sich hinziehen kann, garmancher bleibt sogar noch einige Monate im Altenheim als Nachtwächter, wo er zuvor als Zivi war.

Den Sinn versteht nur der Beteiligte, der will nämlich mittlerweile am Leben in der Gesellschaft teilnehmen, d.h. von einer Abiturklasse sind nach 18 monaten vielleicht 40% im Studium, der Rest wird um die eigene Achse unfreiwillig gedreht, dazu das dumme Geschwätz der CDU Presse, Studien dauern in Deutschland zu lange.

Eigene Ersparnisse sind bereits nach dem 2.Semester verbraucht, man muß zum Studium sich aufrüsten.

Mittlerweile wird es dann Zeit nebenbei irdendwie zum Geldverdienen zu kommen, denn die Familienversicherung klingt sich aus.

Das wird ein Kampf zwischen der Zeit und dem Geld, der Teilerfolg war das Vordiplom, danach kommt eine geplantere Zeit, die des Hauptstudiums, man verdichtet, wenn der Prof. es zu läßt, der wiederum hat noch andere Einnahmequellen und weiß welche Kühe gemolken werden.

Der Irrsinn hat einen Namen, den nennt man Leerlauf, man bringt sich ein, war eigentlich die große Zeit des Praktikums, doch benötigt man das eigentlich noch?

Manchmal erscheint der Begriff des Pflichtpraktikums, mitunter ein freiwilliges und durchaus sieht es bei einigen besser aus, ein dieses zu haben.

Den Platz dazu muß man erst einmal besitzen, dann bewerben und haben- bezahlt wird meistens garnix, der Wohltat zum Trotz gibt es das Praktikantenzeugnis, sammeln ist besser als garnichts haben.

Wer während des Hauptstudiums nicht den Schlüssel für seine weitere Zukunft bereits nicht irgendwo in einem Schloß hat, wird mit Unruhe in die Abschlußprüfungen gehen.

Aber auch jene mit dem Schlüssel können nicht sicher sein, was nach der Prüfung erfolgt, man ist kein studentischer Mitarbeiter mehr.

Was das heißt, mitunter wird alles was zuvor galt in Frage gestellt, gar manche erwecken den freundlichen Wink mit einem befristeten Arbeitsvertrag, dann immer wenn sie zuvor schlechte Erfahrungen am Arbeitsgericht gemacht haben.

Auch der Anstellungsvertrag der dann folgt, ist so interpretierbar- suche Dir eine andere Stelle, der nächste studentische Mitarbeiter steht schon auf der Schwelle.

Was ist zu tun, wenn man bereits zuvor wußte, einfach wird es nicht?

Man verkauft sich unter Wert und das nutzen die Arbeitgeber in einer brutalen Form aus.

 

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