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Frauen sind mehr wert

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Frauen kämpfen weltweit um Anerkennung für ihre Rechte.

Viel zu viele werden tagtäglich Opfer von Gewalt und Unterdrückung.

Am 08. März begehen wir den internationalen Frauentag, der für die Frauen dieser Welt sehr sehr wichtig ist und deshalb bin ich als Mann der Meinung, das wir unsere Frauen in ihren Kampf unterstützen sollten. 

Am Anfang standen der Kampf um Gleichberechtigung und das Frauenwahlrecht.

Das Recht auf Schwangerschaftsabbruch und sexuelle Selbstbestimmung, Löhne und Armut sind neue Herausforderungen für die Frauen.

Doch ob ein Beruf Spaß macht und ob der Lohn ausreicht für ein gutes Leben, danach wird viel zu selten gefragt.

Frauen tragen mehr das Risiko wie Männer auf Erwerbslosigkeit, niedrige Löhne, fehlende Kinderbetreuungsmöglichkeiten sowie schlechtes Betriebsklima.

Auch hier sind es viele Gründe, aus denen vielfältige Probleme für sie erwachsen.

Und dennoch sind die Frauen stark und schaffen es, trotz aller widersprüchlichen Anforderungen auch für Familie und Beruf, sich nicht zerreiben zu lassen.

Gute Arbeit von Frauen erfordern auch gute Löhne und eine gute Rente von denen man Leben kann. Hier muss politisch dringend angesetzt werden, damit wir Alle, auch die Frauen ein gutes Leben führen können.

Dazu gehört ein starker Sozialstaat, ein Mehr an Staat von dem wir Alle profitieren, und nicht weniger Staat nur für die Reichen.

Dazu gehört auch die Qualität der Pflege. Leider ist die Pflege alter Menschen zuerst ein Geschäft - auf Kosten der Angestellten und der Alten.

Derzeit erhalten rund 2,42 Millionen Menschen Leistungen aus der Pflegeversicherung.

Wie aus dem Fünften Bericht über die Entwicklung der Pflegeversicherung hervorgeht, der jetzt als Unterrichtung der Bundesregierung (17/8332) vorliegt, betrifft dies zirka 2,29 Millionen Menschen in der sozialen und rund 142.000 Menschen in der privaten Pflegeversicherung.

Dem Bericht zufolge bekamen insgesamt rund 1,67 Millionen Pflegebedürftige ambulante Leistungen, 750.000 Pflegebedürftige waren vollstationär untergebracht.

In dem Bericht heißt es weiter, aufgrund der demografischen Entwicklung nehme die Zahl der Pflegebedürftigen zu.

Im Jahr 2010 habe der Anstieg rund 2,4 Prozent betragen.

Von den oben genannten Zahlen werden mehr als zwei Drittel zu Haus versorgt.

40% der über die Pflegeversicherung statistisch erfassten >>Leistungsempfänger<< lebten allein.

Die Einführung der Pflegeversicherung hat neben mancher familiären Entlastung einen größeren Schaden angerichtet.

Sie markiert einen Paradigmenwechsel.

Pflege, Zuwendung und Trost alter Menschen werden im "System Pflegeversicherung" auf industrielle Handgriffe am >>Normkörper<< reduziert.

Ein Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen kommt in die Wohnungen und Häuser der Menschen, um die Zeit der notwendigen Pflege nach Minutentakten zu berechnen.

Nicht was der oder die Einzelne braucht, nicht was der oder die Einzelne in welchem Tempo an Pflege bewältigen kann und will, sondern ausschließlich das, was modultechnisch und als Akkordleistung vorgesehen ist, kann berücksichtigt werden.

Wasserlassen (mit Intimhygiene) 2-3 Minuten; Entkleiden gesamt 4-6 Minuten; Ankleiden gesamt 8-10 Minuten; einfache Hilfe zum Aufstehen 1-2 Minuten; wechseln von Windeln nach Stuhlgang 7-10 Minuten; mundgerechtes Zubereiten einer Hauptmahlzeit 2-3 Minuten; Essen von Hauptmahlzeiten 15-20 Minuten; ..... und so weiter.

Je nach Addition der Minutenwerte erfolgt die Einstufung in die drei Gruppen der Pflegebedürftigkeit.

46 Minuten Grundpflege pro Tag führen zur Einstufung der Pflegestufe 1. Pflegedienste rechnen das Begutachtete dann in Geldwerte um. Diese Einzelheiten erspare ich uns mal.

Wie der Spediteur die billigste Variante der Be- und Entladung seiner Fahrzeuge plant, so sind Pflegedienste zur >>erlösorientieren Tourenplanung<< übergegangen.

Weil von den Pflegekassen die Anfahrten nur als stets gleiche Pauschalen bezahlt werden, fallen bestimmte Straßenzüge aus der Planung heraus.

Wer als Diabetiker die Beine verbunden bekommen muss, darf nicht zu weitab wohnen.

Sonst rechnen sich die Anfahrtkosten für den Pflegedienst als Verlust.

Die aktuelle Pflegereform zementiert die auf das körperliche reduzierte Definition von Pflege.

Nach dem letzten Bericht des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen zur Qualität der Pflege in Deutschland, wird jeder zehnte alte Mensch in einem Pflegeheim so schlecht versorgt, dass er gesundheitliche Schäden erleidet.

Neoliberale Steuerungsmittel unserer Neoliberalen Parteien (CDU/CSU, SPD, GRÜNE, FDP) wie "Pflege-TÜV" und "Altenheim-Ranking" verschärfen die bestehenden Probleme.

Schon heute wendet eine Pflegefachkraft im Altenheim 2 Stunden pro Tag auf, um zu dokumentieren, was Medizinischer Dienst und Heimaufsicht gerne lesen wollen.

Humanisiert wird die Altenpflege bestimmt nicht dadurch, das Heime im Wettbewerb den ersten Platz ergattern wollen, um ihr institutionelles Überleben zu sichern.

Die Pflegereform 2008 stärkt die Macht der Geldgeber!

Wir brauchen hier eine neue Kultur des Helfens.

Ebenso eine neue Kultur des Wohnens -  des Mehrgenerationenwohnen.

Heute ist das Elend des Alters noch weniger ein materielles, doch auch die materielle Verledung droht.

Das Elend des Alters liegt derzeit vor allem in der beispiellosen kulturellen Verarmung, die zu einer Verwüstung des dritten Lebensabschnittes geführt hat.

Eine Neoliberale entfesselnde Marktgesellschaft, die dem Neuen als den höchsten Gott huldigt, muss ja dem Alten und den Alten zwangsläufig mit Verachtung gegenüber treten.

Die Alten ihrerseits nehmen diese entsprechende Entwicklung widerstandslos hin, die diese Verachtung immer mehr und mehr als gerecht erscheinen lässt.

Damit reißt die Neoliberale Marktgesellschaft kulturelle Bastionen ein, die in einem langen Prozess der Zivilisation mühsam errichtet und befestigt worden sind.

Blickt man zurück in die Geschichte, dann kann man sehen, das die Alten in vielen Kulturen als >>nutzlose Esser<< vernachlässigt, ausgesetzt oder ermordet wurden.

Eine Wertschätzung des Alters entwickelte sich allmählich.

Dies ist bis heute der bedeutendste kulturelle Sprung in der Geschichte der Menschen, das sie die Alten zu respektieren begannen.

Jedoch die Neoliberale Politik, der sich die Anti-Volks-Parteien (CDU/CSU, SPD, GRÜNE, FDP) seit Jahrzehnten in ihrer politischen Ausrichtung verschrieben haben, beseitigt die Möglichkeit zur Weisheit der Alten.

Diese Beseitigung ist unter den imperativen von Flexibilität, De-Regulierung und Modernisierung systematisch beseitigt worden.

Ein weiteres imperativ der Beseitigung erkennt man alleine schon an die Zerstörung der gesetzlichen Rente, an die Heraufsetzung der Rente mit 67, an die Privatvorsorge und an die neoliberale politische Armut im Alter!

Nicht umsonst haben zum Beispiel Volksverhetzer wie der ehemalige Bundespräsident Herzog beim Thema Rente versucht, die Jungen gegen die Alten aufzuhetzen, um die Marktmacht der Privaten zu stärken.

Im Neoliberalismus wird der Mensch nur noch als Kostenfaktor gesehen und daran, wenn wir die politische Alternative "die LINKE" nicht wählen, werden nicht nur der Wohlfahrts- und Sozialstaat vollends zerstört, sondern wir Menschen zerstören uns damit selbst.

Aber kommen wir, wie ich zum Anfang erwähnte, zu den Frauen nochmal zurück.

Die meisten Frauen in Deutschland, beziehen nicht genug Rente, um ihren Lebensbedarf decken zu können.

Zwei von drei Frauen, die im Jahr 2011 in Rente gegangen sind, erhalten eine Altersrente, die unterhalb der Grundsicherung liegt.

Ihr Anteil ist seit dem Jahr 2002 um 20% gestiegen.

Die Grundsicherung im Alter, die von armen Rentnern und Rentnerinnen beantragt werden kann, liegt inklusive Wohnkosten aktuell bei 707 €uro im Monat!

All diese von mir genannten Zahlen stammen von der Bundesregierung.

Sie sind das Ergebnis einer Großen Anfrage, die die Fraktion "DIE LINKE" Ende des Jahres 2012 an die Regierung gestellt hat.

Ebenso ist die Altersvorsorge von Frauen völlig unzureichend.

Die von der Bundesregierung nebst der Vielfachmutter "Ursula von der Leyen" geplante sogenannte Zusatzrente ist nichts als heiße Luft und Wahlkampfgetöse.

Da Frauen im Schnitt nur knapp 30 Versicherungsjahre vorzuweisen haben, werden sie keine Zuschüsse zur Rente erhalten.

Denn die Vorschläge der Regierung sehen vor, das nur diejenigen Menschen eine Förderung bekommen sollen, die mindestens 40 Beitragsjahre nachweisen können.

Diese wachsende Altersarmut resultiert aus Entscheidungen, die CDU/CSU, SPD, GRÜNE und FDP in unterschiedlichen Konstellationen in den vergangenen zehn Jahren getroffen haben.

Sie betreffen sowohl die Renten, als auch die Arbeitsmarktpolitik!

In der Rentenpolitik macht sich negativ bemerkbar, dass das Rentenniveau kontinuierlich abgesenkt wird, unter anderem, indem solidarische Maßnahmen wie die Aufwertung geringer Verdienste bei der Rentenberechnung oder die Rentenbeiträge bei Langzeitarbeitslosigkeit gekürzt wurden.

Hinzu kommt, das gleichzeitig das Renteneintrittsalter auf 67 Jahre angehoben wurde.

Da die Höhe der Renten an die Entwicklung der Löhne gekoppelt sind, finden sich zahlreiche Ursachen auch in der Arbeitsmarktpolitik der vergangenen Jahre.

So ist der Niedriglohnsektor seit mehr als zehn Jahren beständig ausgebaut worden.

Die Zahl der prekären Beschäftigungsverhältnisse wie Leiharbeit, Minijobs, befristete Stellen sowie Werkverträge - sind stetig gewachsen.

Arbeitsmarkt im Februar 2013:

5,41 Millionen “Arbeitslosengeld-Empfänger/innen” (SGB III und SGB II)

4,422 Millionen Arbeitslosengeld II-Empfänger/innen – 93.000 (2,1%) weniger als im Feb. 2012

3,156 Millionen registrierte Arbeitslose – 46.000 (1,5%) mehr als im Februar 2012

Veränderungsraten (registrierte Arbeitslose) in den Ländern (Februar 2012 – Februar 2013):

Männer und Frauen: –4,7% in Berlin bis +12,1% im Saarland

Frauen –6,8% in Sachsen bis +10,0% im Saarland (Bund: -0,1%)

Männer: -5,2% in Berlin bis +13,8% im Saarland (Bund: +2,8%)

unter 25 Jahre: -11,0% in Brandenburg bis +26,4% im Saarland (Bund: +2,1%)

64,1% der Arbeitslosen sind im Rechtskreis SGB II (Hartz IV) registriert (Februar 2012: 66,9%)

Von den 3,156 Millionen Arbeitslosen waren 1,132 Millionen (35,9%) im Rechtskreis SGB III und 2,024 Millionen (64,1%) im Rechtskreis SGB II (Hartz IV) registriert.

Als Arbeitsuchende waren im Februar 2013 insgesamt 5,137 Millionen Frauen und Männer registriert, 23.000 (0,5%) mehr als im Februar 2012.

Die von der Statistik der BA ermittelte „Unterbeschäftigung ohne Kurzarbeit“ betrug im Februar 2013 4,075 Millionen, 74.000 (1,8%) weniger als im Februar 2012.

Nach vorläufigen, hochgerechneten Daten hatten im Februar 2013 1,103 Millionen (arbeitslose und nicht arbeitslose) Frauen und Männer Anspruch auf das beitragsfinanzierte Arbeitslosengeld (SGB III) und 4,422 Millionen Anspruch auf Arbeitslosengeld II. Bereinigt um die Zahl der etwa 115.000 sog. Aufstocker (Bezug von Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld II) hatten im Februar 2013 etwa 5,41 Millionen erwerbsfähige Frauen und Männer Anspruch auf Arbeitslosengeld (SGB III) bzw. Arbeitslosengeld II, 6.000 mehr ein Jahr zuvor.

Quelle: Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ) [PDF - 455 KB]

Siehe auch: Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt in Deutschland, Februar 2013

Quelle: Bundesagentur für Arbeit [PDF - 1.4 MB]

Zu guter letzt sollte doch die Anrechnung der Kindererziehungszeiten bei der Rente für alle Mütter gleich sein!

Während Mütter, die noch nicht in Rente sind, in der CSU eine Lobby gefunden habben, interessiert sich für Mütter, die bereits Rentenbezieherinnen sind, bisher niemand.

Und das, obwohl jede von ihnen für jedes Kind, das vor 1992 geboren wurde, monatlich um 56,07 Euro im Westen und 49,84 im Osten Ost betrogen wird.

Diese Gerechtigkeitslücke muss geschlossen werden.

Ausserdem: Viele Frauen, die vor 1992 Kinder geboren haben, müssen ihre Rente aus der Grundsicherung aufstocken.

Diese Aufstockung strapaziert die Sozialkassen der Städte, Landkreise und Gemeinden.

Deshalb müssten auch die kommunalen Verwaltungen an der Gleichbehandlung aller Mütter interessiert sein.

Eine Initiative aus Jever will nun mit Unterstützung des dortigen Seniorenrates versuchen, über die Seniorenvertretungen mehr Frauen zu infomieren und zu aktivieren, um einen größeren Druck aufzubauen und ihn zu bündeln.

Die Wut bei den Frauen ist groß.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 06. März 2013 um 18:51 Uhr  

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