Mein Herz schlägt links

Initiative linker SozialdemokratenInnen in der SPD

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start Neuigkeiten Der große Wurf blieb aus

Der große Wurf blieb aus

E-Mail Drucken PDF

 

 

 

Sind wir einmal ehrlich zueinander und fragen uns, „ was soll der Mindestlohn von 8,50 Euro Brutto in der Stunde“?

Ist das nicht wieder einmal des Böttchers letzter Arbeitsgang, dem Fass ohne Boden eine Grundlage zu geben.

Das bedeutet sicherlich für viele in der SPD eine Mutprobe sich zu einem Mindestlohn zu bekennen, eine Abkehr von der Agenda Politik ist das allerdings nicht.

Dort in der Agenda 2010 sowie in dem derzeitigem Renten- und Entlohnungskonzept der SPD stehen zwar Arbeitsmarkt wirksame Leistungen und werden Bezüge definiert, doch in beiden Fälle überwiegt wiederum einmal die Konstante.

Eine Konstante in den politischen Mittelpunkt der Aussage zu stellen, ist nichts anderes als die Erfassung einer Multimomentaufnahme, insofern für weitreichende Planungen nicht verwertbar.

Dabei wäre es ziemlich einfach, man muss nur den Schulterschluss zu den Gewerkschaften finden und dann gemeinsam zum Ziel schreiten.

Das wiederum ist beschrieben in jedem verbindlichen Tarifvertrag bezogen auf die Branche und der Region, dort werden Lohngruppen aufgelistet, die Eingruppierungen erläutert und die Entlohnung festgesetzt, es wäre doch machbar dieses Werk als den politischen Wille zu beschreiben, ihn umzusetzen und sich daran halten.

Der Tarifvertrag hat eine entsprechende Laufzeit und in dieser gilt die Konstante der Entlohnung, die Konstante über einen überschaubaren Zeitraum ist die eigentliche Erkenntnis der Tarifpartner.

Zwar haben auch Gewerkschaften in diesem Lande einiges übersehen, man nahm die Zeitarbeitsbranche zunächst nicht in die Betrachtungen auf und hier rächt sich etwas, was Unternehmer brutal ausnutzen.

Dem auslaufendem Fass der Gerechtigkeit nun einen Boden geben, wo man die Bodenfläche bereits erkennt, bedeutet politische Schönfärberei.

Mit 8,50 Euro brutto pro Stunde kann mancher Unternehmer gut wirtschaften, kann aber damit ein Arbeitnehmer seinen Alltag bestreiten?

Das sind knapp 300 Euro brutto pro Woche und im Monat in etwa etwas mehr als 1200 Euro brutto, das ergeben im Durchschnitt pro Arbeitnehmer 1000 Euro netto im Monat, lieber Leser wie soll man im Ganzen damit die volkswirtschaftliche Nettonachfrage ankurbeln?

Zudem betrachten wir einmal die Entwicklung, diese Jobs auf dem Niveau eines Geringverdieners nahmen zahlenmäßig in den letzten Jahren zu.

Nimmt man das abgedroschene Wort, der arbeitstechnischen Einstiegsdroge, erkennt man allerdings das mehr als 60 % aller Geringverdiener, die auf diese Arbeitsplätze einstiegen dort über mehrere Jahre verweilten.

Es gibt in Europa Regionen in denen es nur diese Arbeitsplätze gibt und zudem eine Vielzahl von Unternehmen die auf die Tarifbindung pfeifen.

Beides steht in einem negativen Zusammenhang, die Plattform Arbeit sowie Entlohnung und die Ziele einer Gewerkschaftsbewegung, denn es geht um mehr, um Anerkennung der Arbeit durch den Sprung in der Lohngruppe, den bezahlten Urlaub, das zusätzliche Urlaubsgeld und um eine Weihnachtsgratifikation.

Denn die Summe des Verdienstes und das wiederum über Jahre, ist ein Ergebnis der zukünftigen Altersrente.

Sprechen wir es doch aus, wer jetzt über Jahre hinweg für einen Hungerlohn arbeitet bekommt im Alter Almosen.

Das sollte man all denen sagen, die sich einbringen in die Politik und dabei den Abschied von der Vollbeschäftigung als Programm haben, den Almosen Empfang über einige Zeit zu verzögern, war das gekrönte Meisterwerk eines ehemaligen SPD Vorsitzenden.

Finden wir doch einmal ins reale Leben zurück, beschäftigen wir uns einmal mit der Lebensbiografie eines Arbeitnehmers, eines Menschen unter uns, der sich tag täglich einbringt und am 20. eines Monats bereits auf den Ersten wartet, in seinem Berufsjahr gibt es min. 3 Monate pro Jahr wo er mehr Kosten zu begleichen hat als ihn Einnahmen auf dem Konto gutgeschrieben werden.

Der benötigt fast 6 bis 7 Monate eines Jahres um diese erforderlichen Kosten auszugleichen, da bleiben ihm nur fast 3 Monate im Jahr wo die Normalität zur Regel wird.

Dieser Arbeitnehmer weiß mehr vom Leben in einer angespannten wirtschaftlichen Lage als mancher Politiker und genau dieser Zeitgenosse weiß was ihn erwartet.

Die derzeitigen Arbeitsbiografien zeigen Brüche auf, einige davon gab es allerdings schon immer, nur wurden die retuschiert.

Es gibt allerdings kaum noch etwas zum Retuschieren, Deutschland ist nicht mehr das Volk der Kleinerben, das war vor 30 oder 40 Jahren der Fall und ist derzeit zu einem Auslaufmodell geworden.

Man darf getrost sagen, die ersten Brüche in der Arbeitsbiografie bis zum Alter von 50 Jahren gehen an die finanzielle Substanz des Arbeitnehmers.

Es liegen Erkenntnisse vor, das der sog. Wiedereinstieg nach einen solchen Bruch in der Arbeitsbiografie erst beim zweiten oder dritten Anlauf funktionierte und das nach wenigen Jahren der 2.Bruch dieser oder anderer Art folgt, um diese zeitlichen Epochen finanziell auszugleichen gibt es kaum eigene flüssige Mittel bzw. Renten- oder Tariffondsentnahmepläne.

Circa mehr als 40% der Betroffenen müssen mit einem längeren Bezug des Arbeitslosengeldes rechnen und auch die wiederum die neue Stelle finden werden finanzielle Einbußen in Betracht ziehen müssen.

Gar mancher Unternehmer macht damit ein Geschäft, in dem er ältere und gewissenhaft arbeitende Zeitgenossen einstellt, denen er einen Zeitvertrag anbietet, der wiederum höher ist als das zuvor bekommene Arbeitslosengeld.

Dieser Mühlstein beginnt sich zu drehen und erzeugt eine soziale Ungerechtigkeit, denn wo bitte kann da noch ein Arbeitnehmer sparen, er fürchtet sich vor dem Öffnen des Briefes seines Versicherungsverlaufes und verdrängt einiges auf den St. Nimmerleinstag.

Das Geschäft mit der Verdrängung setzt Impulse frei, man will andererseits länger arbeiten und stellt sich dabei einer Selbstausbeutung zur Verfügung.

Wahrhaftig nimmt die Zahl der Rentner zu, die einen zusätzlichen 400 Euro Job haben.

Diesen zusätzlichen Job brauchen mehr als 70% der Rentner zum Überleben, weil ihre gesetzliche Rente zu niedrig ist.

Das eigentliche Problem, was wie ein Magnet innerhalb der Vergütung der Arbeit wirkt sind die 400 Euro Jobs, sie sind zwar temporär zum Auffüllen der knappen Kasse gedacht, bewirken aber langfristig ein kontraproduktives volkswirtschaftliches Merkmal.

Das nennt sich in Fachkreisen ganz einfach „ Wildwuchs“ und in dessen Dickicht sonnen sich Unternehmen, blockieren damit reguläre Arbeitsplätze.

Denn nur ein regulärer und gut bezahlter Arbeitsplatz ist der stabilisierende Faktor über Jahre hinweg zu einer gerechten Altersversorgung, wer dieser These widerspricht macht sich für einen Arbeitnehmer unwählbar.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 28. November 2012 um 05:31 Uhr  

Wahlkampf

Erneuerbare Energien

Statistiken

Benutzer : 340
Beiträge : 5856
Weblinks : 145
Seitenaufrufe : 17091828

Verwandte Beiträge