Mein Herz schlägt links

Initiative linker SozialdemokratenInnen in der SPD

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start Neuigkeiten Theorie und Praxis VI – Linke Basisarbeit verstärken

Theorie und Praxis VI – Linke Basisarbeit verstärken

E-Mail Drucken PDF

 

 

 

Die SPD lebt mit vielen Widersprüchen und sollte durch diese lebendiger werden.

Der Neoliberalismus überschattet und lähmt innovative Politik.

Der Frust hat einige GenossInnen eingeholt, die mit Peer Steinbrück, einem der Agenda – Politiker nicht zufrieden sind.

Nun will er seine Einkünfte offenlegen und offenbar auf weitere gut honorierte Veranstaltungen verzichten.

Der Vorwärts rechnet ihm das hoch an.

Er könne anderswo viel Geld verdienen wie andere AltgenossInnen, aber er habe sich eben dazu entschieden sein Leben und Wirken ganz in die Sache der Partei zu stellen.

Das Ziel ist allerdings auch ein einmaliges Amt, das den ganzen persönlichen Ehrgeiz mehr befriedigen kann als eine Million mehr auf dem Konto.

So schlecht wird ja ein Kanzleramt auch nicht honoriert und danach können ja noch höhere Beratungsgelder etc. eingesammelt werden.

Ein Altkanzler hat schließlich noch mehr Auswahlmöglichkeiten, auch wenn er dann schon Nahe der 70ern ist oder sie überschritten hätte, wenn er zweimal gewählt werden würde.

Aber davon sind wir ja noch lange entfernt.

Auf alle Fälle müssen wir uns weiterhin mit ihm auseinandersetzen.

Aber vielleicht machen wir diese theoretische und praktische Auseinandersetzung nicht oder nicht nur durch verteilen von Steinbrück- Fotos und Verlautbarungen, sondern  durch unsere inhaltliche Auseinandersetzung von linken Diskursen und neuen linken Inhalten.

Schließlich lässt sich sozialdemokratische sozialistische Politik nicht nur innerhalb, sondern auch außerhalb der Partei in linken, sozialökologischen, kulturellen und anderen Gruppen vertreten.

Somit können wir zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Linke Politik vertreten und vielleicht sogar die eigene Basis erweitern.

Warum sollte der Widerspruch zwischen sozialistischer Politik und Geschichte und sozialer Marktwirtschaft nicht in Basisgruppenkampagnen ausgetragen werden?

Während man in der Partei in der eigenen Geschichte der Agenda, Hartz IV…. noch gefangen ist, kann man manchmal leichter außerhalb der Partei mit anderen Linken systemkritische und sprengende Momente diskutieren und die Ergebnisse dann wieder in die Partei hineintragen und ggf. da weiterentwickeln.

Natürlich können so auch andere Parteien wie die Linke, die Piraten, aber auch Gewerkschaften und Sozialverbände theoretische, praktische und wissenschaftliche Zwischenergebnisse ergreifen und versuchen weiter umzusetzen.

Diese Praxis wird schon länger von vielen GenossInnen durchgeführt, die beispielsweise zu Gewerkschaften, Genossenschaften und sozialen Diensten, religiösen Einrichtungen gute Kontakte haben und da auch mitarbeiten.

Dies gehört zur historischen Praxis der Sozialdemokratie.

Zur neueren Praxis gehört es auch vor allem für linke Genossen bei Greenpeace, Attac, Amnesty International, in Umwelt, Flüchtlings-, antirassistischen-, multikulturellen Gruppen etc. mitzumachen.

Dort treffen sie auch auf Piraten, die Linke u.a. Gruppierungen und man entwickelt  bisweilen Entwürfe zur radikaleren Veränderung der Gesellschaft, die von einigen Parteien aufgegriffen werden, aber bei der SPD nur auf der Basis-, lokalen oder allenfalls Länderebene in Punkten Zustimmung finden.

Wenn man nicht den ausgetretenen Pfad des Neoliberalismus in Gänze verlässt, wird man keinen eigenen sozialdemokratischen Ansatz zur Erneuerung der Gesellschaft mehr finden.

Die Entwicklung der Sozialsysteme, die Sozialversicherung galt einst als realutopische Forderung im 19. Jahrhundert und sie wurde ebenso schließlich durch den Klassenkampf von den Konservativen eingeführt.

Ebenso wurde das Abschalten der Atomkraftwerke einst als utopische Forderung später in zwei Akten nach der Katastrophe in Japan von den Konservativen erneut auf die Tagesordnung gesetzt, auch wenn der Weg der Durchführung und der Einsatz erneuerbarer Energien, sowie Energiesparprogramme noch zu wünschen übrig lässt, so sind die Wege geöffnet um auch hier den aufrechten Gang weiter im Kampf einzuüben.

Kinderarbeit und viele gefährliche Arbeitsplätze gehören zwar noch nicht ganz zur Vergangenheit, vor allem, wenn man in einige ärmere Länder sieht, aber durch den Kampf der Arbeiter und Gewerkschaften werden Arbeitsplatzsicherheit etc. immer mehr bewacht.

Allerdings gibt es auch noch Chancenungleichheit für Frauen und MigrantInnen und der Neoliberalismus versucht diese Errungenschaften immer weiter rückgängig zu machen.

Die Menschen reagieren mit Vereinzelung, weil sie keine neue Kampfperspektive, kein antizipierendes Bewusstsein haben mit dem sie einen Weg in den demokratischen Sozialismus, der Kollektivität – den sozialistischen Schein finden.

Es kann eigentlich nicht darum gehen dafür zu kämpfen, dass Hartz IV erhöht, der Mindestlohn angehoben, die Rente erhöht wird und die prekären Arbeits- und Lebensverhältnisse neoliberal geändert werden.

Wir dürfen nicht auf der Ebene der Freizeitgesellschaft kämpfen, indem wir auf die Arbeit verzichten und ggf. durch eine Kompensationszahlung ausreichend zu leben haben.

Diesen Umverteilungsweg können sogar die Kapitalisten zum Teil mitgehen und ein bisschen Scheinparadies mit finanzieren und dabei andere Länder ausbeuten um der Bevölkerung in den Metropolen die Illusion zu verkaufen, dass durch Sport, Internet und Glotze gucken beispielsweise und 1000€ man ein angenehmes Leben führen könne.

Die Psyche des Menschen wird auch unter dieser Perspektive leiden, selbst wenn er 2000€ im Monat hätte, da diese Gesellschaft eine Arbeitsgesellschaft ist und der Mensch nur in seiner entfremdeten Arbeit sich glaubt verwirklichen zu können.

Das ist zwar auch eine Illusion, aber in diesen entfremdeten Arbeitsverhältnissen kann er kämpfen und die Produktion und Konsumtion verändern.

Der Einfluss der Konsumenten auf den Produktionsprozess gestaltet sich schwieriger, wenn dieser nicht den Kontakt zum Produzenten hat und das ist z.B. auch  der Arbeiter in China etc..

Der Konsument in den Metropolen muss sich mit den Lohnabhängigen zusammentun um die Arbeitszeit, den Produktionsablauf und die Arbeitsorganisation in den Industrieländern zu verändern.

Hierfür muss vor allem ohne Lohnverzicht die Arbeitszeit des Einzelnen und der ganzen Klasse drastisch gekürzt werden und zwar soweit, dass die Gesellschaft allmählich wieder zur Vollbeschäftigung voranschreitet.

In der gewonnen Zeit können Arbeiter und Angestellte fortgebildet werden, sodass durch Kreativität neue Industrien u.ä. entstehen, die eine fortlaufende Rationalisierung und zugleich durch neue Produktivität neue Arbeit schaffen.

Die Arbeiter sollten auch versuchen Pleite gegangene Betriebe in Eigenregie und auf kollektiver, genossenschaftlicher u.ä. Basis fortzuführen wie das in Frankreich vielfach gemacht wird.

Durch die Verkürzung der Arbeitszeit und die Freisetzung von neuer Kreativität können auch Arbeiter, Angestellte, Akademiker etc. wie dies mit den neuen Technologien und Internet geschehen ist unternehmerischen Elan auch beispielsweise in neuen Kollektiven entwickeln.

Die allgemein notwendige Arbeitszeit zur Reproduktion der gesellschaftlichen Verhältnisse muss sich unmittelbar auf die Verkürzung der individuellen Arbeitszeit auswirken, sonst findet zu wenig Klassenkampf statt.

Die Sozialdemokratie muss sich wie in der Vergangenheit auf eine kämpferische Position besinnen und den Mut haben auch mehr radikale Forderungen zu stellen und für diese auf die Straße zu gehen, sonst bleibt sie weiterhin Arzt am neoliberalen Krankenbett des Kapitalismus.

Dann betreibt sie aber unter Umständen ihren eigenen Untergang.

Deshalb Vorwärts zurück in die Zukunft und auch mehr ökonomische, politische, ökologische etc. Demokratie wagen, dann kann ein neuer Kanzler auch die Partei auf neue Wege bringen und eine Zukunftsperspektive liefern.

Forum DL21

Parlamentarische Linke

Jusos

Institut Solidarische Moderne

AG-Sozialdemokraten

 

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 11. Oktober 2012 um 06:38 Uhr  

Wahlkampf

Erneuerbare Energien

Statistiken

Benutzer : 341
Beiträge : 5856
Weblinks : 145
Seitenaufrufe : 17111142

Verwandte Beiträge