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Was läuft falsch in unserem Geldsystem

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Um das System zu verstehen muss man erstmal die Funktionsweise von Privat- und Notenbanken analysieren.

Was ist eine Bank, bzw. was sollte sie eigentlich sein?

Ursprünglich waren Banken Sammelstellen für Geld (Kapital).

Die Sparer trugen ihr Geld zur Bank um es erstens sicher aufzubewahren und zweitens um es „arbeiten“ zu lassen.

Also über eine Leihgebühr, Zins genannt, ein wenig Geld zu verdienen, bzw. den durch die ständige Erhöhung der Geldmenge eingetretenen Wertverlust auszugleichen.

Soweit so gut.

Gleichzeitig sind sie damit einverstanden, dass nun die Bank ihrerseits ihre Einlagen weiterverleiht, also Kredite vergibt.

Mittels dieser Kredite wird nun das Geschäftsmodell Bank erst ermöglicht.

Denn würde sie nur Zins zahlen, wäre dies ein Verlust-Geschäft, sie muss also erstens ihre eigenen Kosten decken und zweitens einen Gewinn erwirtschaften.

Deshalb muss natürlich der Kreditzins höher sein als der Einlagezins.

Bis hierher ist alles klar und in Ordnung.

Nun ist dieses eigentlich grundsolide Geschäft allerdings aus dem Ruder gelaufen.

Dadurch, dass man nun den Banken erlaubt hat weit über die vorhandenen Einlagen hinaus Geld zu verleihen, sie brauchen heute nur 2% sogenanntes Eigenkapital um 100% Kredit zu vergeben.

Wenn es sich nun tatsächlich um das Eigenkapital der Besitzer der Banken handeln würde, wäre das auch noch nicht weiter schlimm.

Sie hätten also einerseits die Einlagen und andererseits das Kapital der Besitzer zu Verfügung.

Nun ist es aber so, dass heute nicht nur das tatsächliche vorhandene Kapital als Eigenkapital gilt, sondern auch Kredite, also Forderungen die bis dato nur als solche in den Büchern stehen.

Nun hat die Krise gezeigt, dass die Banken in Wirklichkeit nicht mal über diese 2% Eigenkapital verfügen, sie also Geld aus der Luft geschöpft haben.

Dies hat nun die Auswirkung, dass erstens sich die Geldmenge (M1) immer weiter erhöht, denn aus dem Luftgeld, auch Giralgeld genannt wird ja reales Geld wenn der Kreditnehmer tilgt.

Die Banken schöpfen also Geld aus dem Nichts.

Den Zins will ich hier mal aussen vorlassen, aber der kommt natürlich noch oben drauf.

Um es an Zahlen zu verdeutlichen. Hat eine Bank 100 € Eigenkapital (2%) kann sie einen Kredit von 5000 € vergeben.

Diese 5000 € sind ja erst mal nur eine Buchung, also Giralgeld, kann sie dies wiederum als Eigenkapital bewerten und damit bereits 250 000 € an Kredit vergeben.

Und das geht so weiter bis ins unendliche.

Allerdings, und jetzt kommt die Krux, der Kreditgeber zahlt ja in realem Geld zurück, wodurch die Bank und ihre Aktionäre automatisch immer reicher werden.

Auf der anderen Seite aber die Schulden immer höher steigen.

Aber was ist nun eine Notenbank?

Ich möchte hier mal zuerst den Normalzustand darstellen.

Ein Notenbank ist eine staatliche Bank, sie kann ganz legal Geld schöpfen, also aus dem Nichts erzeugen.

Dazu benötigt sie weder Eigenkapital noch Steuergelder, denn anders als bei Privatbanken steht ihre Bilanz, bzw. ihr Eigenkapital immer bei Null.

Ihre Bilanz umfasst nur das ausgegebene Geld, aber keine Einnahmen.

Allerdings ist es ihre Aufgabe die Geldmenge zu überwachen um damit Inflation zu verhindern.

Dies kann sie aber nur wenn außer ihr kein anderer Geld schöpft.

Wäre dass so, könnte sich kein Staat verschulden, denn die Notenbank könnte das Geld dass der Staat für seine Aufgaben braucht, direkt und ohne dass dies einen Kredit darstellt und ohne Zins zur Verfügung stellen.

Wie aber ist es jetzt?

Die Länder haben zwar noch eine eigene Notenbank, aber die steht unter der EZB, also der Zentralbank.

Wenn nun eine nationale Notenbank Geld schöpft, was sie immer noch kann, ist über ein kompliziertes System, Target 1 und Target 2 geregelt, dies nicht nur der EZB zu melden, sondern der Betrag muss auch täglich wieder ausgeglichen werden, bei der EZB, D.h. gibt eine solche Notenbank morgens 1000 € aus, muss sie die abends wieder an die EZB zurück zahlen.

Also sind die nationalen Notenbanken praktisch ausgehebelt. Kommen wir nun zur EZB selbst.

Die EZB ist zwar eine Notenbank, aber sie ist so konstruiert und durch Verträge eingeengt dass sie die Funktionen einer echten Notenbank nicht ausüben darf.

Sie darf also keinem Staat direkt Geld geben, sie kann nur über Umwege, die schon problematisch sind in die Geldpolitik eingreifen, indem sie über den Sekundärhandel, also von Banken und Anlegern kauft.

Außerdem ist sie nur für das Hartgeld zuständig das ca. 1% der gesamten Geldmenge ausmacht.

Und auch mit dem zweiten Instrument, dem Leitzins läßt sich die Geldmenge nicht wirklich überwachen, bzw. einschränken.

Die bestehende Notenbank EZB ist also ein gezähmter Tiger der den Privatbanken das Spiel überläßt.

Nun werden aber einige glauben, wenn ca. 5-6 Billionen in privaten Händen sind, dann stimmt doch alles was ich oben aufgeführt habe nicht.

Aber genau dass ist der Irrtum.

Diese Billionen liegen nämlich nicht auf der Bank, sind also keine Einlagen, sondern in Sachwerten eingesetzt, zumindest die überwiegende Menge.

Außerdem ist auch dieses Vermögen breit gestreut.

Da gibt es Millionäre deren Vermögen aus einer Immobilie besteht, Großaktionäre die ihr Vermögen in Aktien bestimmter Betriebe oder Konzerne angelegt haben.

Das Bargeld ist das wenigste.

Und dass was heute im Sekundentakt um den Erdball schwirrt, besteht zum großen Teil wieder aus Giralgeld oder Wetten.

Wie sonst wäre es möglich, dass die Banken nicht mal 2% Eigenkapital vorweisen können und deshalb gerettet werden müssen.

Wer die Debatte verfolgt wird immer wieder den Satz hören, die Eigenkapitalquote der Banken ist zu niedrig, was nichts anderes ausdrückt als, sie haben diese 2% nicht in ihren Bilanzen.

Das ist einfach Fakt.

Ich möchte aber bei dieser Gelegenheit noch auf ein anderes Problem hinweisen.

Selbstverständlich werden auch Vermögen auf dem Warenmarkt erzielt.

Aber wenn wir uns mal den Weltkonzern Siemens ansehen dann wird klar was da schief läuft, bzw. gelaufen ist.

Siemens hat die Entwicklung buchstäblich verschlafen, beim Fax und beim Computer.

Als bereits die ersten PC´s auf dem Markt waren, hat Siemens immer noch Großrechner produziert und nicht erkannt welches Potential in den PC´s steckt.

Das Fax haben sie den Japanern fast ganz überlassen.

Und warum, nicht weil Siemens nicht über innovative Ingenieure verfügt hätte, nein, weil es am Finanzmarkt leichter war schnell Geld zu verdienen.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 18. September 2012 um 13:45 Uhr  

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