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Aus dem Tagebuch einer Schnecke

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Im Schneckentempo marsch oder nimmt man vieles einfach nicht auf, geht man allerdings mit offenen Augen durch unsere Städte begegnen einen nicht nur Ballermänner, Hartzis, PISA- Schädlinge, Prekäre sondern eine Mischung von Menschen einer neuen sozialen Klasse.

Die unbeugsamen Menschen, mit dem Los in der Tasche, zum Leben durch dessen Tür sie kaum passen, gibt es die Parallelgesellschaft oder haben sich etliche Zeitgenossen bereits damit abgefunden sich in einer neuen sozialen Schicht zu installieren?

Die Schicht der gesellschaftlichen Gaukler, jene die Geschäfte betreiben mit den sog. Scheinheiligen mitunter ohne dabei gefragt zu werden.

Wie ist das möglich, man drehte nicht am Rad der Zeit, sondern man mußte sich anpassen um zu überleben.

Nehmen wir dazu ein paar Beispiele, wen trifft man vor seiner Haustür wenn man des Morgens vor 6 Uhr mit dem Hund Gassi geht?

Einige übernächtigte Ballermänner im Jugendherbergsalter aus biederen Städten des Wilden Westens, die sich vergeblich auf der Suche nach dem gestrigen Abend machen, klammern wir die mal aus.

Dann jene, die sich auf den Weg zur Arbeit machen, allein hiermit könnte man eine Detailanalyse erstellen.

Denn der angeblich treubrave Zeitgenosse, der tag täglich zu dieser frühen Stunde aktiv ist, trägt kaum noch zum Bruttosozialprodukt bei, es ist nicht abwertend, wenn man erkennt es sind überwiegend prekär Beschäftigte die sich auf den Weg machen.

Man sollte auch mal darauf achten, wer macht sich mit dem Fahrrad zur Arbeit auf den Weg?

Was irgendwie logisch und vorbildlich ist und als ein solches verkauft wird, wirft beim Gespräch mit diesen Zeitgenossen ein ganz anderes Licht auf ihre Situation des Handelns.

Überwiegend müssen sie sparen um überleben zu können, zudem sollen sie flexibl sein und das machen sie mit dem Fahrrad, sie können nämlich rechnen und müssen das.

Jene die zwei oder drei Stunden später in die Büros radeln, das sind ganz andere Zeitgenossen, bleiben wir zunächst bei denen die vor 7 Uhr tag täglich unterwegs sind.

Nimmt man zur frühen Morgenstunde die öffentlichen Verkehrsmittel, nehmen wir uns zunächst die U- Bahn in der Bundeshauptstadt vor, kommen wir zu einer längsten Linien in der Stadt, zur U7 und steigen an irgendeinem Knotenpunkt dazu, erkennt man wieviel Bewegung unter den Pendlern herrscht.

Das Durchschnittsalter dieser Zeitgenossen die des Morgens um 6 Uhr die U 7 vom Herrmannplatz in Richtung Spandau nehmen liegt bei etwa 35 Jahren, überwiegend reden sie mit ihrem Handy und andere haben den Knopf im Ohr, von der Haltung und Kleidung könnte man schließen, es sind Zeitgenossen die zur Arbeit verdammt sind, ob ihnen ihre Arbeit Spaß macht, das fragte noch niemand, es sind überwiegend keine wohlweißlich Gutverdiener, es ist der Alltag des kleinen Mannes und das sagte ihnen auch noch keiner, denn sie haben keine Lobby.

Anders verhält es sich, wenn man zur gleichen Zeit an die Knotenpunkte der City fährt, d.h. mit der U 8 zum Alexanderplatz, die verwirrenden Gänge der U Bahnhöfen schlucken Fahrgäste, die wiederum strömen ins Bahnhofsgebäude und hier hat sich ein Markt eröffnet, der mit dem Schicksal dieser Menschen das Geschäft macht, die belegten Brötchen zum 3 x teueren Preis, der Pappkaffee zu dem Preis wo man im Sonderangebot anderswo 500 gr. Dallmayr Prodomo erwerben kann.

Auf diesen Knotenpunkten sieht man die Zeitgenossen mit den flachen Koffern noch nicht, die stets erreichbaren Freunde des Laptops, entweichen an anderen Stellen den ICE.

Interessanterweise kann man feststellen, dass sich in den S- Bahnzügen die von Ost nach West unterwegs sind, das Durchschnittsalter angehoben hat. Arbeiten demzufolge Menschen, die um die 60 Jahre alt sind im Osten der Republik länger?

Von Charlottenburg bis Spandau Hbf. leert sich die S- Bahn, der Regionalexpress zur gleichen Zeit fährt bis Nauen, allerdings steigen in Spandau vielleicht bis zu 40% der Fahrgäste aus.

Der Bahnhof Spandau ist zu dieser Zeit der Supermarkt des kleinen Mannes, die Verlockung des Angebotes leert die Tasche des Betroffenden.

Um damit sich intensiver zu beschäftigen, muß man auf einige Menschen zugehen, mit Vertrauen begegnen und das aufnehmen, was sie erzählen.

Sie sind mitunter ein Opfer von Geschäftsverlagerungen geworden, fahren der Arbeit hinterher und opfern nicht nur täglich fast 3 Stunden für An- und Abfahrt sondern haben auch noch Kosten, die öffentlichen Verkehrsmittel sind nicht gerade preiswert und zudem nicht immer pünktlich.

Was das alles aber im Vergleich zum Auto kosten würde, das wissen sie genau, denn der welcher sparen muß der spart.

Was allerdings schlummernde Kosten sind, darüber sollte man mal mit ihnen sprechen, schlummernde Kosten entstehen an den Knotenpunkten vom Pappkaffee bis zu Doppeldeckerschrippe, von der morgentlichen Einwegzeitung bis zur Feierabendwurst in den Spandau Arkaden, vom Bier in dem Regio bis zum Handy Vertrag, weil man erreichbar sein muß. Schlummernde Kosten entstehen aber auch, wenn man aus Zeitnot das eine dort kaufen muß, wo es nicht billiger bekommt.

Fragt man andererseits sich, mit welcher Arbeit verdienen diese Menschen ihr Geld, dann sollte man sich die nähere Umgebung ansehen.

Dies- und jenseits des Brunsbüttler Dammes in Spandau gibt es Einrichtungen rund um das Auto, wo man meinen kann in Spandau müssen Autos wöchentlich in die Werkstatt, zählt man dazu noch die Gartencenter und Baumärkte, dann leben dort Gärtner und Bastler.

Andererseits weiß man aber auch, wer wo was verdient, wieviele Autoschrauber sind in einem Arbeitsverhältnis was finanziell vom Jobcenter aufgestockt wird?

Dann die Frage, was verdient die Durchschnittsverkäuferin in den Spandau Arkaden, die im Buchdisconter den Konsalnik verramscht?

Es entsteht die Gesellschaft der Jobhopser, das wandelt sich in eine ungewisse Instabilität, erkennbar wird das dort wo der Inbegriff des Wandels dargestellt wird.

Wer das noch nicht verstanden hat, der sollte den Kiez- Spaziergang machen, der wird Straßen wiederentdecken die sich wandelten und wo das Wohnen sicherlich angenehmer aber auch teuerer geworden ist und wo eine regelrechte Verdrängung auf einer temporären Schiene stattfand.

Die temporäre Schiene unterliegt Phasen, in Neukölln zerstört der Ramsch die Einkaufsmeile, die sich mal Karl- Marx- Straße nannte, billig, einfach und Ramsch gibt es hier rechts und links der Fahrbahn, ganz anders verhält es sich geht man vom Zickenplatz in Richtung Urbanhafen.

Der Wandel der Zeit im Graefekiez, die Dieffenbachstraße, die Körtestraße und die Bergmannstraße in Kreuzberg.

Kreuzbergs Bergmannstraße ist innerhalb von wenigen Jahren das geworden, was manche mit der Königsstraße in Nürnberg verbinden und wiederum andere meinten in Düsseldorf auf der Kö- zu finden.

Andererseits die Explosion bei den Mieten und andererseits es muß wohlweißlich eine Nachfrage dasein, denn etliche Gründer halten sich über mehr als 36 Monaten.

Das ist die eine Seite, die zweite findet man beim Hinsehen, ein Kiez wie dieser, der in Bewegung ist beschäftigt wohlweißlich die kpl. 1. Semester aller Berliner Unis auf 400 Euro Basis.

Wissen das eigentlich diese gottverdammten Wohlstandsplaner, die andererseits die spritabhängigen Eingeborenen in Richtung südliches Kanalufer verdrängten und andererseits in manchem Objekt unter sich blieben, wer das noch nicht verstanden hat, der sollte sich dieses Experiment ansehen, die Rekultivierung mittels Yuppies auf dem Gelände des alten Urbankrankenhauses.

Ein Kiez der im Wandel ist, wird noch Stationen benötigen um selbsttragend zu sein, die Vermehrung von 400 Euro Jobstellen ist noch kein Anzeichen für eine soziale Veränderung, bei aller Anerkennung für die vollzogene Stadtplanung, für die Öffnung der Höfe und für die Verkehrsberuhigung, nun geht es um die soziale Einbeziehung und um die Selbsttragung.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 15. August 2012 um 06:45 Uhr  

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