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Theorie und Praxis I

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Therorie und Praxis.

 

„Unsere Geschichte ist geprägt von der Idee des demokratischen Sozialismus, einer Gesellschaft der Freien und Gleichen, in der unsere Grundwerte verwirklicht sind. Sie verlangt eine Ordnung von Wirtschaft, Staat und Gesellschaft, in der die bürgerlichen, politischen, sozialen und wirtschaftlichen Grundrechte für alle Menschen garantiert sind, alle Menschen ein Leben ohne Ausbeutung, Unterdrückung und Gewalt, also in sozialer und menschlicher Sicherheit führen können. Das Ende des Staatssozialismus sowjetischer Prägung hat die Idee des demokratischen Sozialismus nicht widerlegt, sondern die Orientierung der Sozialdemokratie an Grundwerten eindrucksvoll bestätigt. Der demokratische Sozialismus bleibt für uns die Vision einer freien, gerechten und solidarischen Gesellschaft, deren Verwirklichung für uns eine dauernde Aufgabe ist. Das Prinzip unseres Handelns ist die soziale Demokratie.“(Hamburger Programm)

In der SPD sollte immer die Einheit von Theorie und Praxis herrschen, d.h. auch die programmatische Linie durchgehalten werden und in die Alltagspraxis und Theorie mit einfließen.

Das bedeutet auch, dass die neuesten Erkenntnisse auch in die gesellschaftliche Praxis immer wieder neu einbezogen werden müssen, damit man zu einer stets aktuellen politischen Umsetzung gelangt.

Da die SPD sich nicht auf ein wissenschaftliches Instrumentarium festlegen lässt, muss der Konsensus für die richtige Theorie und Praxis im sinnlich – praktischen Diskurs stattfinden.

Ein Instrumentarium zur Findung der gesellschaftlichen Theorie und  Praxis ist die materialistische Dialektik wie sie von Marx und Engels entwickelt und u.a. von Rosa Luxemburg, Karl Korsch, Ernst Bloch weiterentwickelt wurde.

Auch, wenn einige der Weiterentwickler nicht zur Sozialdemokratie gehörten, sondern einem freiheitlicheren Sozialismus, Kommunismus oder sogar Anarchismus nahestanden, sind ihre wissenschaftlichen Ansätze für einen demokratischen Sozialismus sozialdemokratischer Prägung wichtig.

Gerade in der Auseinandersetzung mit Vertretern eines demokratischen Sozialismus links neben der Sozialdemokratie helfen nicht immer nur die Rückgriffe auf Bebel und Kautsky,  Hilferding etc. sondern wird  die Zuhilfenahme anderer marxistischer Wissenschaftler unumgänglich, die Marx undogmatisch weiterentwickelt haben.

Lenin hatte bereits den Marxismus in seinem Theorie und Praxisverhältnis entstellt, indem bei ihm die Partei als übergeordnetes Subjekt die objektive und subjektive Wahrheit durchschaut und in praktische Politik umsetzt.

Damit fiel Lenins Materialismus auf einen frühbürgerlichen Ansatz zurück.

Die Wahrheit wurde nicht objektiv und subjektiv gefunden und auch nicht  in ihre entsprechende Organisationsform umgesetzt, sondern  das Zentralkomitee befand über die Wahrheitsfindung.

Andere sozialistische Strömungen wurden entsprechend liquidiert, weil sie nicht die Wahrheit der Partei finden konnten bzw. übernahmen wie es bei der Zwangsehe von SPD und KPD in der SED der Fall war, wo die SPD ausgeschaltet wurde.

Karl Korsch hatte u.a. diese Zusammenhänge im Leninismus analysiert und kritisiert indem er den dialektischen Materialismus auf den Marxismus selber angewendet hatte..

Die Aufgabe der sozialdemokratischen Theorie und Praxis besteht gerade darin jeglichem Dogmatismus zuvorzukommen und Unstimmigkeiten in Diskursen zu klären.

Dabei darf der demokratische Sozialismus der Sozialdemokratie im täglichen Kampf gegen soziale Armut, gegen ökonomische Ausbeutung, Kasinokapitalismus etc. nicht vergessen werden, sondern muss im alltäglichen Kampf vorhanden sein.

Wir müssen den Kampf weiterführen für eine Gesellschaft der Vollbeschäftigung und hierfür die Ziele und tagespolitischen Auseinandersetzungen bestimmen wie z. B. Herabsetzung der Wochenarbeitszeit, Rentenherabsetzung etc..

Der Kampf um die solidarische Gesellschaft kann hier durchaus zur Formulierung von utopischen Zielen führen, d.h. wir können mit einer Dialektik von tagespolitischem Kampf und Utopie unsere sozialdemokratische Theorie und Praxis sinnlich – praktischer und kreativer gestalten.

Wir können die Ungleichzeitigkeiten der gesellschaftlichen Entwicklung in den Köpfen und im sozial/ökonomisch/ökologischen Kampf näher bestimmen und hier auf den objektiven Materialismus von Ernst Bloch zurückkommen.

Dass es zur Auseinandersetzung von Produktivkräften und Produktionsverhältnissen kommen wird, hatte Karl Marx im Kapital und seinen politischen Schriften erläutert.

Die Frage nach dem Untergang in die Barbarei ist angesichts der globalen Krise, der Untergangstheorien, des Artensterbens, Tschernobyl etc. wieder aktuell geworden.

Marx hatte dem Untergang den Sozialismus/Kommunismus entgegengestellt, wobei er den Weg ins Arbeiterparadies nicht beschrieben hat.

Marx hatte zwar die Kommune von Paris 1871 als mögliches Modell vor Augen, aber darauf haben sich Sozialisten und Anarchisten auch  berufen.

Die dogmatische Entwicklung durch Lenin hat zugleich den Marxismus verstümmelt und in eine totalitäre Ideologie umgewandelt in der Theorie und Praxis auseinandergefallen waren.

Wie schwer diese Gesellschaften in einen demokratischen Sozialismus zu transformieren sind sieht man an China und Kuba, die den Spagat zwischen Verstaatlichung und Kapitalismus nicht politisch in einen demokratischen Sozialismus umsetzen wollen, obwohl sie Druck von demokratischen Kräften und Bewegungen erhalten.

Ob deren totalitärer Sozialismus mal wie der ehemalige sowjetische Satelitensozialismus  zusammenbricht weiß man nicht.

Der sozialdemokratische Sozialismus soll die Gesellschaft u.a. solidarischer, gerechter machen.

Die SPD muss hierzu allerdings den heutigen neoliberalen Kapitalismus und seinen Kasinokapitalismus weiter bekämpfen.

Sie sollte keine Angst haben ins komplette Arsenal der Arbeiterbewegung zu greifen, um auch die verarmten Schichten wieder anzusprechen und ihnen eine Perspektive zu geben.

Denn bei der Linkspartei finden die Wähler nach den letzten Wahlergebnissen auch nicht mehr ihre Interessen vertreten.

Diese Lücke könnte die SPD mit einer breiten Theorie und Praxis wieder schließen.

 

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 25. August 2012 um 16:49 Uhr  

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