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Die ich rief, die Geister...

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...machen mir Angst, wenn sie tatsächlich kommen.

So könnte ich die verhaltene Freude vieler Sozialdemokraten quer durch Europa auf den Wahlsieg Hollandes beschreiben.

Als der französische Genosse seine Pläne zur Steuerreform und zum Fiskalpakt bekannt gab, jubelten ihm alle Linke zu.

Na, endlich, jetzt kommt die Wende, der macht dem Neoliberalismus den Garaus, nach Paris kommt Berlin, nach Berlin kommt Wien...

Auf einmal gewinnt Hollande die Wahlen, hat eine konkrete Chance, seine Pläne in die Realität umzusetzen, und, sieh da, jetzt macht sich die Skepsis breit.

Irgendwie muss es das konservative Lager geahnt haben:

Die FAZ titulierte ihren Leitartikel am Tag nach der Stichwahl "Der ewige Verlierer".

Und die Leserkommentare sahen auch entsprechend aus.

Nun, das ist die FAZ, von der man sich so etwas erwarten kann.

Aber wie sehen die Leserkommentare auf Die Zeit und auf der TAZ aus?

Und die auf "linken" Seiten von Facebook? Das Erste, was einem auffällt, ist die Skepsis darüber, dass der Neue seine Pläne echt verwirklichen können wird.

Das könnte auch passieren, wie es Obama auch passiert ist.

Der Widerstand des Establishment gegen alles Neue, was die neoliberale Ordnung gefährden könnte, ist bekannt, existent, voraussehbar.

Aber merkwürdig ist, wie sich die Genossen eher beänstigen lassen, als an eine echte Chance zu glauben.

Das nächste Steinchen gegen Hollande ist die - vermeintlich hochaktuelle - Enthüllung seines Beziehungsgeflechtes, von dem natürlich vor der Wahl niemand was geahnt hat.

Plötzlich ist der französiche Obergenosse ein trojanisches Pferd des Kapitalismus, ist noch besser vernetzt als Wulff oder Berlusconi, wird im besten Fall dem Druck seines Freundeskreises nachgeben.

Wie zum Teufel kann man die ganze Propagandamaschine einer Wahl finanzieren, wenn man keine Sponsoren hat?

War nicht von Anfang klar, dass jeder Staatspräsident Frankreichs (und Amerikas) mehr Geld für den Wahlkampf und die Medienarbeit braucht, als das, was er von seinen Parteimitgliedern und von (manchen) Gewerkschaften bekommen könnte?

Zuletzt kommt eine rührende Verharmlosung Sarkozys.

Och nein, der war kein Rechter, die Sache mit Le Drapeau, Ausländer raus und Marine le Pen war nur ein lustiges Intermezzo, der Mann hat doch viel Soziales angestoßen...

Ich zähle Eins und Eins zusammen:

Unsere Genossen denken nicht im Traum, Gesicht zu zeigen und auf die Straße zu gehen, wenn etwas Ernsteres als der Fluglärm ansteht.

SPD und Linke schließen sich gegenseitig als Regierungspartner im Bund aus, wohl wissend, dass so die Linke nie regieren und die SPD vielleicht die Kröte einer GK schlucken wird.

Warum will keiner Verantwortung übernehmen?

Warum stellt sich nur Gabriel (lobenswerterweise) hinter Hollande und der Rest der Führung bastelt weiter am Business as usual?

Eine koordinierte Welle des Enthusiasmus rechts- und linksrheinisch wäre eine sehr starke Synergie, die sowohl Hollande stützen als auch der SPD eine konkrete Chance bieten würde, die Union zu überflügeln.

Nicht zu vergessen, dass die Piraten nicht die Partnerpartei der französischen Sozialisten sind...

2014 ist Europawahl und die europäischen Linken - inklusive Sozialdemokraten - verpassen eine historische Chance, einen Linksruck einzuleiten!

 

 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 11. Mai 2012 um 08:04 Uhr  

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