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Spanien, die Wahrheit im Wandel

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Die Exhumierungen

 

 

 

von Leon hatten für das ganze Land eine überraschende Signalwirkung.

25 Jahre nach dem Tod des Dictators erwachte die Frage nach den Desaparidos, den Verschwundenen des Krieges, ins öffentliche Bewußtsein.

Es wurde ein düsteres Kapitel innerhalb der eigenen Zeitgeschichte aufgeschlagen, es ging hierbei teilweise spontane, teilweise um durchaus systematische Gewalt und Hinrichtungen, die während des Bürgerkrieges auf beiden Seiten der Front, durch Städte und Dörfer sich zog.

Das zurückgehaltene Wissen der Bevölkerung über Straßengräben und über Äcker wo verscharrte Opfer der Franquisten lagen addierte sich auf die Zahl von 30.000.

Es folgten Exhumierungen in anderen Regionen Spaniens.

Waren noch zur Jahrtausendwende im Königreich metallene Zeugnisse der Führerverehrung präsent, begann nun der Prozeß des Umdenkens.

Diese durchaus widerlichen Reiterstandbilder, mit dem Caudillo waren in den Städten an manchen Plätzen noch immer gegenwärtig. Eine Erhebung zur franquistischen Straßennomenklatur ergab, daß in 79% der Provinzhauptstädte in Sachen der franquistischen Symbolik die Kontinuität vor dem Wandel stand.

Bezogen auf ganz Spanien, mit Ausnahme von Katalonien und dem Baskenland, hatte der Wille zur Eliminierung derartiger Relikte bisher gefehlt. Was waren die Ursachen?

Grundlegende Erkenntnisse und Motive lassen sich dabei kaum erkennen, jedoch bekannt sind einige Ortschaften mit ihrer konservativen Mehrheit im Stadtrat, die für den Erhalt dieser Symbolik kämpfte, vielleicht machten dabei einige der PP hieraus eine iherer Herzensangelegenheit.

Der Vergleich zeigt jedoch auch in den Städten, mit einer stabilen sozialistischen Mehrheit war ein notwendiger korregierter Wandel nicht erkennbar.

Dieser Fortbestand von franquistischer Vergangenheitsdarstellung setzte Aktivitäten innerhalb der zivilen Gruppen frei. Diese Gruppen griffen nicht nur das Thema auf und mobilisierten sondern sie legten direkt Hand an und begannen mit der Zerstörung dieser faschistischen Symbolik.

Die Sozialisten erkannten ihren Handlungsbedarf, vielleicht endlich, jedoch entschlossen sich in diesem gereizten Klima die Konservativen zu einer Blockadepolitik.

Aus internationaler Sicht ist eine Vergangenheitsbewältigung überwiegend positiv und bringt dabei Impulse für die demokratische Konsolidierung und setzt Vertrauen in die Institutionen des Rechtsstaates frei, bisher gab es das allerdings nicht, die vergangenen Jahre des Bedauerns und die des Schweigens hatten dies alles erschwert.

Spaniens kritische Aufarbeitung der Geschichte, hatte seinen Preis der verschärften politischen Konfrontation und das führte zu einer Lagerbildung.

Das Gesetz zur moralischen Rehabilitierung der Opfer von Bürgerkrieg und Dictatur, ley de Memoria Historica, wurde im Sommer des Jahres 2006 verabschiedet.

Was beinhaltet dieses Gesetz?

U.a. die Einsetzung eines fünfköpfigen Expertengermiums , mit einer Zustimmung von 3/5 der Mehrheit im Parlament.

Eine Arbeitszeit 12 Monate um die Anerkennung als Opfer des Franco Regiems anerkannt zu werden.

Dazu ließ jedoch zu Anfang 2007 die konservative Partei erkennen, daß sie ein derartiges Gesetz mit diesem Germium definitiv ablehnen würde, demzufolge nahm man dem Gesetz sein Herzstück.

Teile der spanischen Zivilgesellschaft ging all das nicht zu weit, man wollte alle Urteile der Sonder- und Kriegsgerichte innerhalb der Franco Ära pauschal zu Unrechtsurteilen erklären.

Erneut begann eine parlamentarische Debatte, die PP lehnte nun das ganze Projekt ab, weil es angeblich die ganzen Gräben der Vergangenheit wiederaufreißen würde.

Mittlerweile war Spanien dort , wo man es hätte unmittelbar nach dem Tod des Faschisten vermutet hätte, dennoch vollzog sich der Wandel in der Wahrheit ziemlich langsam, es wurde nun mittlerweile heftiger, vielleicht hatten die Jahre Konservative und Ultrakonservative in die Lage zum Positionieren in der Wirtschaft und der Presselandschaft gebracht.

Alles andere dazu wird Heute in der Gesellschaft ebenso heftig und verbissen diskutiert, die Frage erlaubt sich zu stellen, traten die Konservativen das geistige Erbe des Faschismus an, sie werden doch nicht dieses alles so ohne Grund ablehnen?

 

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