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Initiative linker SozialdemokratenInnen in der SPD

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Die dicken Ostereier, das keiner im Nest haben will

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Wer sich die aktuellen Umfragen anschaut, insbesondere die viel gerühmte Sonntagsfrage, stellt zweierlei fest.

Erstens ist die SPD wieder im Abwind und die Union im Aufwind.

Zweitens gibt es eine weiterhin eine dicke gesellschaftliche Mehrheit links von der Mitte:

SPD, Grüne, Piraten und Linke kämen zusammen auf 58% der Wählerstimmen, wenn am Sonntag ein neuer Bundestag gewählt würde!

Die SPD möchte allerdings keine linken Ostereier mehr im Nest haben und kann sich allenfalls eine Rot-Grüne Koalition vorstellen.

Allenfalls wohlgemerkt.

Hinter halb verschlossenen Türen der SPD-Bundestagsfraktion wird bereits über eine große Koalition mit der CDU nachgedacht.

Als Juniorpartner natürlich.

Die Wahl 2013 wird hinter vorgehaltener Hand schon jetzt verloren gegeben.

Was steckt dahinter?

Vor allem ein Umstand.

Die SPD versäumt es weiterhin ein Führungspersonal aufzubauen, das Angela Merkel Paroli bieten könnte.

Die Berliner Oppositionsarbeit ist dementsprechend lasch.

Nicht weniger beunruhigend ist, dass die SPD eigentlich mit keiner anderen Partei, außer der Union mehr so richtig reden kann!

Die Sozialdemokraten versagen derzeit als mögliche Führungskräfte einer linken gesellschaftlichen Mehrheit.

Mit den grünen gibt es Querelen, die vor allem daher rühren, dass Roth und Trittin den SPD-Funktionären zu links sind.

Positionen der Grünen werden rundweg abgelehnt und die analogen Diskussionen in der eigenen Partei erstickt.

Das bedingungslose Grundeinkommen ist hier nur ein Beispiel.

Die Partei die Linke wird schlichtweg ignoriert und als Lafontaine-Partei, die nicht regierungsfähig sei, ausgegrenzt.

In Bezug auf die Piraten überlegt man sich schon eine Weile, ob man vielleicht mit ihnen sprechen sollte. Man überlegt, vor allem am linken Rand der SPD, tut es aber nicht.

Im derzeitigen Zustand wird die SPD auch ihr reduziertes Ergebnis von 27% bei der Bundestagswahl nicht halten können. Sie wird vielleicht noch weiter einbrechen als 2009.

Warum?

Die Partei kommt schlicht und einfach ihrer Aufgabe nicht nach, sich mit dem linken Spektrum der Gesellschaft zu reiben, es zu kultivieren und in Regierungen hinein zu ziehen.

Das konservative Denken der Sozialdemokraten ergänzt sich hier auf erschreckende Weise mit einer gnadenlosen Bequemlichkeit.

Für mich werden die Sozialdemokraten immer mehr zu Verrätern an der Gesellschaft.

In ihrer hypnotisierten Suche nach der Mitte, lassen sie die Gesellschaft, die sich mehrheitlich links eingepegelt hat, faktisch allein.

Die Verräter an einer linken Republik, die faktisch derzeit von einer rechten Minderheit regiert wird, sind dabei noch verlogen genug, sich selbst zu bemitleiden.

Ein Trauerspiel.

Sicher ist es schwierig, ein Land, das derzeit mit einer neoliberalen Wirtschaft brilliert und Europa anführt, von links anzugehen.

Darüber sollte man aber nicht vergessen, dass die Mehrheit der deutschen Bevölkerung ein anderes Land haben will.

Nur noch eine Minderheit fühlt sich mit der menschenverachtenden Ideologie der deutschen Wirtschaftselite wohl.

Die Demontage der FDP hat das in den letzten Jahren eindrucksvoll bewiesen.

Inzwischen habe ich den Verdacht, dass den Sozialdemokraten deshalb der Mut fehlt, gegen diese Ideologie zu kämpfen, weil ihre Funktionäre schon zu viel zu verlieren haben.

Viele von ihnen bewegen sich schon scharf auf die Rente mit 67 zu.

Liebe Genossen, die Lebensphase, in welcher man auf die Berentung zugeht, ist nach einer bekannten psychologischen Studie, der „Berliner Altersstudie“ eigentlich die Zeit der späten Freiheit.

Die Zeit, in der man sich lebenslange unerfüllte Wünsche erfüllen könnte.

Warum also fangt ihr nicht endlich an, links zu denken?

Warum werdet ihr nicht endlich mutig und radikaler?

Was habt ihr eigentlich noch zu verlieren?

Zuletzt aktualisiert am Montag, 09. April 2012 um 04:52 Uhr  

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