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Transitgesellschaften eine moralische Pflicht

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Wer weiß eigentlich wozu Transit- bzw. Auffanggesellschaften nützlich sind?

Betrachten wir zunächst den Sinn dieser Gesellschaften, es ist keine Wiederverwendungsgesellschaft und auch keine Vorstufe zur Arbeitslosigkeit sondern es ist ein soziales Steuerungsinstrument um augenblickliche Härten zu abzumildern und betrifft Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleich.

Fragen zunächst nach dem Auslöser, der die Gründung einer Transitgesellschaft voraus geht, es ist nicht immer die Insolvenz eines Betriebes, es können auch Teilbetriebsschließungen sein.

Geplante und unverhoffte, der Kapitalismus bietet dabei genug Interpretation und auch Angriffsflächen, denn bei gestreckten kommt stets der Sozialplan zur Anwendung.

Nun kann natürlich die Gründung einer Auffanggesellschaft der unmittelbare Teil eines Sozialplanes sein, das hängt direkt mit der finanziellen Stärke des Unternehmens zusammen.

Befindet sich ein Unternehmen erst einmal in einer Insolvenz, ist der bestellte Insolvenzverwalter der Entscheidungsträger, insofern entsteht in einer Übergangszeit ein neues operatives Unternehmen.

Der tiefere Sinn liegt im Verfahren, es geht in erster Linie das Unternehmen zu erhalten, das heißt aber nicht Arbeitsplätze zu erhalten.

Der Insolvenzverwalter verhandelt mit allen Gläubigern, in diesem Sinne sind Arbeitnehmer Gläubige.

In einer absehbaren Phase das Unternehmen wieder interessant zu machen um es dann zu veräußern.

Nun hat das bis dahin bereits 2 Seiten, zunächst hat sich der bisherige Unternehmer als Kapitaleigner bereits längst verabschiedet und mit ihm bereits ein Teil des führenden Managements.

Dann dort saßen jene die hörten die Nachtigall bereits husten und planen etwas ganz anderes, falls es zu einer Zerschlagung des Unternehmens nach der Insolvenz kommen sollte, sitzen diese feinen Herren in den Startlöchern um zuzugreifen.

Übrig bleibt der Großteil von Angestellten und gewerblichen Mitarbeitern die überwiegend tarifgebunden sind, man bezeichnet diese auch als den eigentlichen Kern auf dem so mancher Unternehmer stolz ist.

Sie zeichnen sich nämlich aus, durch Betriebstreue und täglichen Einsatz über Jahre hinweg, so dass man nicht von einer sozialen Auswahl des Personals sprechen kann was vom Insolvenzverwalter gekündigt wird.

Denn er vollzieht seinen gerichtlichen Auftrag und sieht das projektbezogen, d.h. sein Angebot am Markt ist die bereinigte Konkursmasse.

Dazu gehört es sich ein Altlastenvergleichsangebot zu unterbreiten, da gehören nicht nur die Gläubiger dazu sondern ebenso die Arbeitnehmervertretung.

Die einen sollen auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten, um das Unternehmen einen Neustart zu ermöglichen und die Arbeitnehmer sollen mitspielen.

Entlässt man aber infolge dessen fast 40% der Arbeitnehmer, kann es zu einer Fülle von Arbeitsschutzklagen vor den Arbeitsgerichten kommen.

Das heißt, der Neustart des Unternehmens ist abhängig von diesen offenen Verfahren, denn welcher Arbeitnehmer der seinen Arbeitsplatz verliert verzichtet freiwillig auf berechtigte Forderungen?

Um das wiederum als Ballast nicht mit an den Start zu nehmen eröffnet eine Auffanggesellschaft Perspektiven.

Der Arbeitnehmer der in einer Auffanggesellschaft sich wiederfindet, nimmt zunächst Lohneinbußen hin, sichert aber seinen verbliebenen Kollegen einen besseren Start.

Eine Auffanggesellschaft bietet für eine temporäre Balance, um sich vom alten Unternehmen abzukoppeln, wer das mal durchmachte und mit Beteiligten darüber sprach, nur der weiß wie schwer es für manchen ist sich vom alten Unternehmen abzukoppeln.

Das Unternehmen war das Leben dieser Arbeitnehmer und da kann man sie nicht mit der Kälte in den Arbeitsagenturen allein lassen, also haben Auffanggesellschaften einen moralischen Mehrwert.

Da geht es zunächst um die Wiederherstellung der Würde, der Arbeitnehmer darf nicht das Gefühl haben er sei an seiner Situation selber schuld.

Ein weiteres Modul könnte eine Analyse der hergebrachten Tätigkeit sein, die eigene arbeitsinhaltliche Bestandsanalyse, sich besinnen auf seine Stärken und das geht wesentlich besser im Verbund mit Betroffenen.

Danach folgt die Aufgabe der Trainer, man kommt zu Planspielen, es waren Frauen bei Schlecker die mitunter mehre Jahrzehnte im Betrieb tätig waren, manchmal ist falsch verstandene Treue auch entstanden durch Betriebsblindheit und genau darum und damit scheitern einige.

Deshalb ist die intensive Betreuung von erfahrenen Trainern in dieser Situation das Schlüsselereignis, d.h. sich öffnen bei der Problemstellung.

Eigentlich bezeichnet man das als die Flexibilität des Arbeitnehmers, auffassen, Problemanalyse und flexibel reagieren.

Was dann folgt, ist eigentlich berufsbegleitend, nämlich das Heranführen an neue Techniken, was immer das auch sein mag.

Erst danach ist man fit und hat den Ballast abgelegt, denn mit Ballast sich zu bewerben ergibt von vorneherein schlechte Karten.

Die Karten werden allerdings danach neu gemischt, nur traut man sich als Arbeitnehmer mehr zu und hat das Auge auf tangierende Tätigkeiten.

Es wird nicht mehr so sein, wie es zuvor war, einige werden wieder ins Berufsleben starten mit weniger Verdienst als der Transferbezug in der Auffanggesellschaft, aber sie lernten sich zu verkaufen und davon werden auch eine Vielzahl Gebrauch machen.

Wer zu einer notwendigen Auffanggesellschaft „nein“ sagt als politisch Handelnder hat sich gesellschaftlich disqualifiziert und bestraft unschuldige die bereits ihre Arbeit verloren haben.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 02. April 2012 um 08:55 Uhr  

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