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Wandel gibt es nur in Deinem eigenen Kopf

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Immer wieder stelle ich mir seit der Finanzkrise die Frage:

„Wann begehrt der Bürger endlich auf?“

Doch nichts geschieht.

Nehmen wir mal die Occupy Bewegung als Beispiel.

Dort gingen nicht nur tausend Bürger in Frankfurt auf die Straße, sondern es waren schon tausende die dort für Demokratie demonstrierten.

Wenn wir uns diese Bewegung in den USA anschauen, dann ist es schon zu einer Massenbewegung geworden.

Und die, jetzt wird richtig erschreckend, sind massiv, was eigentlich eine Demokratiebewegung sein sollte, niedergeknüppelt worden.

Die amerikanischen Wall-Street Banken haben Millionen gespendet für die New Yorker Polizeibehörde mit dem Hinweis:

„Jetzt wäre ja wohl genug Geld da, um die Banken und das Bankenviertel damit zu schützen.“

Es wurden an vielen Orten der Welt die Camps von der Polizei geräumt.

60 Tage nach Beginn der Occupy-Bewegung ist die Polizei von New York massiv gegen den Ursprungsort vorgegangen.

Polizisten, schwerst bewaffnet und ihre Namensschilder abgedeckt, rückten in Kampfmontur in den frühen Morgenstunden in den Park ein.

Die Räumung des Zuccotti Park, seit Wochen Schauplatz der Anti-Banken-Proteste, wurde von den Demonstranten geräumt.

Occupy Camps in ganz Amerika wurden angegriffen.

Im ganzen Land ging die Polizei gegen die Occupier vor, von Albany im Osten bis Oakland im Westen und alles was dazwischen liegt.

In Kalifornien wurden die Zelte nieder geknüppelt, die Occupy Teilnehmer wurden mit Gummigeschossen zusammen geschossen, es wird all das, was in den letzten Jahren um angeblich den Terrorismus zu bekämpfen, eingeführt wurde, jetzt umgedreht um die Bürger zu bekämpfen.

Occupy Melbourne wurde auch von Polizei aufgelöst.

Die Polizei überfiel das Zeltlager im Treasury Gardens in Melbourne und schleppte die Besetzer aus dem Park.

Dabei wurden mindestens drei Aktivisten von Occupy Melbourne verhaftet, die mit der Wirtschaftspolitik von Canberra unzufrieden sind.

Sie verlangten eine Veränderung des Finanzsystems, welche hauptsächlich den Konzernen und Reichen zu Gute kommt.

Laut neuesten Prüfbericht der GAO (Government Accountability Office) in Washington, ein Audit den der Kongressabgeordnete Ron Paul zum ersten Mal inizierte, hat die Fed weltweit den Banken 16 Billionen Dollar (16'000 Milliarden) von 2007 bis 2010 "geschenkt".

Hier die Liste der größten Empfänger:

  • Citigroup: $2,500,000,000,000
  • Morgan Stanley: $2,040,000,000,000
  • Merrill Lynch: $1,949,000,000,000
  • Bank of America: $1,344,000,000,000
  • Barclays PLC: $868,000,000,000
  • Bear Sterns: $853,000,000,000
  • Goldman Sachs: $814,000,000,000
  • Royal Bank of Scotland: $541,000,000,000
  • JP Morgan Chase: $391,000,000,000
  • Deutsche Bank: $354,000,000,000
  • UBS: $287,000,000,000
  • Credit Suisse: $262,000,000,000
  • Lehman Brothers: $183,000,000,000
  • Bank of Scotland: $181,000,000,000
  • BNP Paribas: $175,000,000,000

Ja, die Bankster bekommen das Geld nachgeschmissen, dafür müssen die Menschen in den USA und Europa jetzt ganz schmerzhafte Sparmaßnahmen akzeptieren.

Sie bezahlen die Rechnung mit totaler Verarmung.

16'000 Milliarden Dollar auf alle 7 Milliarden Menschen auf der Welt verteilt bedeutet 2'285 Dollar pro Kopf.

Und so ein perverses Geldsystem verteidigen die Regierungen, Volksvertreter, Staatsbeamte, Medien und andere Säulen der Gesellschaft.

Der Occupy-Bewegung wurde damit ein tödlicher Schlag versetzt.

Das polizeiliche Vorgehen gegen die Occupier scheint eine weltweit koordinierte Aktion zu sein.

Die große Frage die sich stellt ist, wird die Occupy-Bewegung damit im Keim erstickt und verschwinden, oder noch stärker hervorgehen?

Yahoo hat zum Beispiel eingeräumt, dass es die gesamten Emails, die mit Occupy zusammen hingen, vor und während der Demonstrationen zurück gehalten hat.

Hinterher hat man sich entschuldigt, es wäre versehentlich im Spam-Filter gelandet.

Auf jeden Fall ist es passiert, es wurde ein massiver Eingriff gegen das was wir als “ur-demokratische”  Prinzipien verstehen, vorgenommen.

Und das wird weiterhin in vielen Bereichen passieren.

Auch muss man erkennen, dass die Bevölkerung die Zusammenhänge noch nicht so richtig versteht.

Aber wie auch?

Vor allem die aus der Finanzwelt verstehen selbst viele Zusammenhänge nur rudimentär und schlagen sich die Köpfe ein, was der richtige Weg wäre, wo es hingeht und wo die Probleme sind.

Die Politik versteht nur ein Bruchteil davon und die Bürger, da sie sich mit diesen Themen gar nicht beschäftigt haben, können es nicht verstehen.

Den Bürgern darf man es auf keinen Fall vorwerfen, denn sie werden bewusst seit Jahren dumm gehalten.

Bertelsmann, Bilderberger, INSM u.a. sind da nicht ganz unschuldig.

Der Einfluss der Geheimdienste ist ebenfalls größer, als viele denken.

Auch der von politischen Stiftungen und von mächtigen Kapitalgebern finanzierten Think Tanks sind nicht zu unterschätzen.

Beschränken dürfen wir uns nicht nur auf die Situation innerhalb Deutschlands.

Sicherlich, man sollte zuerst wissen, was vor der eigenen Haustür abläuft und wie unser Volk systematisch benebelt wird.

Aber ich bin fest davon überzeugt, dass unsere Politiker und Medien auch massiv unter dem Einfluss von Organisationen wie dem CFR (Council on Foreign Relations), der Trilaterale Kommission und den Bilderbergern stehen.

Merkel & Westerwelle sind Bilderberger, wer weiß das schon?“

In der Tat gibt es eine Reihe von internationalen Organisation und Zirkeln, in denen maßgebliche deutsche Politiker mit verwoben sind.

Das sind u.a. die genannten Einrichtungen und darüber hinaus auch die offiziellen Organisationen.

So ist die Beteiligung Deutschlands an militärischen Einsätzen außerhalb unseres Landes erkennbar das Ergebnis intensiver Lobbyarbeit und Meinungsmache durch die NATO und die NATO-Mitglieder.

Anders ist die Beteiligung am Kosovokrieg und dann anschließend am Afghanistan-Krieg nicht zu verstehen.

Der Einfluss der internationalen Netzwerke läuft sicher nicht per Kommando.

Das hat eher etwas mit der Durchdringung der Politik mit bestimmten ökonomischen Lehren zu tun und es ist ein Geben und Nehmen unter potentiell Gleichgesinnten und solchen, die mit der Aufnahme in diese Zirkel gleich gesinnt werden.

Jedenfalls hat die dort stattfindende Meinungsbildung und ihr Einfluss auf die innere Entwicklung der verschiedenen Länder mit unserer Vorstellung von einem demokratischen Gemeinwesen und einer Willensbildung von unten nach oben wenig zu tun.

Der Einfluss der Geheimdienste ist ebenfalls größer, als viele denken.

Auch der von politischen Stiftungen und von mächtigen Kapitalgebern finanzierten Think Tanks ist nicht zu unterschätzen.

Auch der deutschen, in diesem Fall als Einflussfaktoren in anderen Ländern.

Die mögliche Verschwörung kann sehr gefährlich werden und die demokratische Willensbildung vollends zur Farce machen.

Wenn Finanzmittel in Höhe von Milliarden in den Händen von egoistischen und zynischen Personen sind, dann entsteht eine brisante Mischung.

Das könnte unsere Zukunft prägen.

Die wertkonservativen Kräfte sind ziemlich von der Bildfläche verschwunden, so mein Eindruck.

Es bleiben die Zyniker.

Es bleiben die Jeder-ist-seines-Glückes-Schmied-Prediger.

Der aggressive Umgang mit der sozialen Unterschicht belegt diese Veränderung.

Der Schritt vom Zynismus zur Gewalt, von Egoismus zur Kriminalität ist nicht groß.

Zur Mafia auch nicht.

Allerdings immer ziemlich fein angezogen.

Und inzwischen großbürgerlich daherkommend.

Es gibt kein Schulfach dafür und sie werden vor allem nicht aufgeklärt, weil man sie dann auch besser am Bankschalter über den Tisch ziehen kann.

Die Bevölkerung soll es nicht verstehen, wie es funktioniert, weil sonst hätten wir, wie es damalig Ford richtig sagte, eine Revolution.

Vor allem aber werden keine  klaren Lösungen angeboten.

Wir sollten aber auch erkennen, dass es nur der Bürger sein kann, der am Ende die Politik wieder dazu zwingt sich zu emanzipieren.

Wenn die Piraten Partei jenseits der zehn Prozent ohne jedes sinnvolle Konzept kommt und wenn Millionen Bürger als Massenbewegung auf die Straße gehen, nur dann plötzlich wird der Politiker, der bisher gekuschelt und es bequem hatte, wach.

Erst dann wird der Politiker sagen, verdammt noch mal,  jetzt wird es gefährlich; ich bin gefährdet auf meinem Stuhl, ich muss mich jetzt von den Banken emanzipieren.

Denn der Politiker weiß schon lange, dass das was er macht, nicht korrekt ist.

Aber erst dann würde er gezwungen und hätte gegenüber den Banken sowie den Lobbygruppen ein Argument: „ihr seht doch, die Bevölkerung zwingt mich dazu.“

Aber noch fühlen sie sich sicher und machen weiter wie bisher.

Aus dem ganzen ableitend stellt sich eine weitere Frage beim Bürger, nämlich, darf die Mehrheit der Doofen bestimmen was passiert?

Diese Frage ist natürlich eine Flapsigkeit und sollte nicht ernst gemeint sein, denn so etwas wäre realistisch nicht durchsetzbar.

Aber wenn wir uns ab und zu mal zum Beispiel die Umfragen von RTL II, die auf der Straße gemacht werden, anschauen, dann wird es einem sehr schnell klar, denn da sind manche nicht in der Lage ihren Namen auswendig aufzuschreiben, geschweige zu wissen, wer gerade das Land regiert.

Wenn ich mir jetzt weiter vorstelle, das so jemand die gleiche Stimme hat, die man genauso zählt wie ein Bürger, der sich seit Jahren mit der Politik auseinandersetzt und beschäftigt, wäre es eigentlich kein Problem, wenn die Masse der Bevölkerung informiert ist.

Das Problem entsteht dann, wenn die Mehrheit der Bürger immer desinteressierter wird, sich immer weniger mit den Sachen auseinander setzt, aber dann trotzdem entscheiden soll.

Wenn dann von den gut informierten Bürgern nicht viele zur Wahl gehen und von den anderen gehen viele zur Wahl, dann wird es riskant.

Deshalb bin ich dafür, dass die Bürger sich viel mehr informieren müssen, es muss eine sehr viel höhere Informationsrate bei der Bevölkerung geben.

Die Menschen müssen mehr informiert werden, wie die Dinge zusammen hängen.

Wie zum Beispiel bei Stuttgart 21 oder bei der Occupy Bewegung sind es nicht die planlosen die da stehen, die planlosen gab es zwar dort auch, aber in der Mehrheit sind es immer die gut informierten Bürger gewesen, die demonstrieren.

Das konnte man sehr gut bei Stuttgart 21 erkennen.

Verständlich ist, dass der Bürger nicht immer die Zeit hat, sich zu informieren.

Aber die Bevölkerung sollte doch wenigstens die Grundkenntnisse haben, um zu verstehen ob wir zum Beispiel eine Bundeskanzlerin haben oder nicht.

Wenn sich eine breite Bevölkerungsschicht weitestgehend informieren würde, wäre die Voraussetzung für ein verwertbares Konstrukt frei zugänglicher Informationen erst einmal ein ehrlicher, objektiver und transparenter Medienapparat, den wir leider so nicht haben.

Denn was haben die Bürger davon sich zu informieren, wenn aus den hundertprozentigen Informationen 50% Lügen sind und die Bevölkerung erst diese filtern muss,  genau eben das können viele nicht.

Somit wird es keinen Wandel in der Gesellschaft geben, weil die Bürger sich nicht organisieren können, weil sie zu unwissend sind, weil sie sich komplexe Sachverhalte weder selbständig noch in der Gruppe erarbeiten können, weil sie in ihrem Tagesablauf nicht genügend Zeit haben zur gesellschaftskritischen Auseinandersetzung, und weil sie desinteressiert sowie fatalistisch sind.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 11. Februar 2012 um 07:12 Uhr  

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