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Ein Kontra den Marktradikalen

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Dem Wachstum Einhalt gebieten.

So ähnlich beschrieb ich mal jenen Aufsatz, den ich vor mehr als 1 Jahrzehnt veröffentliche und der mir mehr Kritik von allen Seiten einbrachte als ich für möglich hielt.

Es ging um Investbereitstellung, um geliehene Summe die man benötigte um mehr Produktionswachstum zu erreichen, es war nicht das was mitunter viele darunter verstehen, nämlich die Erhöhung des Eigenfertigungsanteils, sondern ganz einfach um höhere Produktionszahlen zu erreichen.

In einer Phase also, wo die Ära Ford, also der Massenkonsum bezogen auf wachsende Einkommen, die den Zuwachs an Nachfrage erzeugen können, hinterfragt werden muß.

Denn die stetige steigende Produktion von Massengütern, die einen absehbaren Invest erfordern wird es kaum noch geben, zwischen Entwicklung und Vermarktung liegt eine relativ geringe Zeitspanne, vielleicht ist mitunter auch die Erwartung des Konsumenten zu hoch.

Ein Problem ist stets die vermittelbare Preisobergrenze und genau das ist der eigentliche Betrachtungsfehler, man begibt sich in den Bereich der Annahme.

Man nimmt konstante Kosten an und verspielt damit eine Konsequenz, nämlich die Verweigerung der realen Produktion.

Eine reale Produktion besetzt nicht nur projektorientierte Kosten sondern nachfolgende, es ist die Bereitstellung, die Energie, der Transport, die Lagerung und die Abfallentsorgung, man dehnt es aus in der Fläche und verlagert das anfallende Problem auf eine gewisse Zeit danach, kann aber andererseits mittels aller vorhandenen Daten im Transfer zeitnah reagieren.

Es wächst die flexible Produktion, in der die Vorbereitungszeit, die Einleitungszeit um 85% gegenüber 1975 gesenkt wurde, man ist also ein Glied in einer Kette zur Bereitschaft des Reagierens.

All das belastet nicht nur das eingesetzte Kapital, sondern schwankende Betriebszeiten verändern den Mitarbeiter.

Das Kapital macht garnichts umsonst, es erwartet eine Tilgung, den Zins- und Gewinnsatz und eine wachsende produktive Auslastung, also treibt die Finanzökonomie hier die reale Wirtschaft und die reagiert.

Man reagiert indem man flache Strukturen zieht, man mutet dem Worker das zu was Jahrzehnte Stäbe in den Betriebsleitungen beschäftigte, nämlich die Auswertung unter wirtschaftlichen Gegebenheiten vom eingesetztem Material, es geht mittlerweile ein Stück Überblick verloren, aber man dokumentiert.

Man erfasst Dokumente über Produkte und weniger über die Verfahren, Verfahren die dem Wachstum dienen und die Transporte benötigen.

Welches Wachstum haben wir, den Billigtarif in den Lagerkosten, denn das Bereitstellwesen ist der tägliche LKW Verkehr auf unseren Fernstraßen, es gibt nicht mehr das reale Dispoteile Lager, sondern die unredliche Verfolgung von Streckendaten, mittels Scannung weiß man wo es steckt und wann es wen erreicht, damit geht ein Stück Wert an der Arbeit verloren, nämlich die Identifizierung.

Große Produktionsbetriebe sind Zusammensteckfabrikationsstätten geworden, es sind Wandercirkusunternehmer geworden, die den Staat und die Region auspressen und erpressen.

Der eigentliche Lohn den man hier den Mitarbeitern zahlt ist eine kalkulierte relative kleine Quersumme von Notwendigkeiten, im Ergebnis ist es bei konsequenter Herangehensweise garnichts, gegenüber all den anderen Kosten und Risiken.

Der Gegenwert im produzierendem Gewerbe umfasst nur 50% der nachhaltigen Kosten, deutlicher kann man es nicht ausdrücken, demzufolge sind diesem Wachstum Grenzen gesetzt.

Es sind nicht nur natürliche Grenzen im Verkehr, in der Infrastruktur, in der Flächenbereitstellung und in der Kosten/Nutzenrechnung sondern in der Nachhaltigkeit.

Die wiederum hängt mit der Werteerzeugung unmittelbar zusammen, fragt man sich ist dieses Produkt eigentlich das wert um soviel an Gegebenheiten zu zerstören?

Dann sieht das Ergebnis ganz anders aus, demzufolge spielt in unserem produktiven Gewerbe der Export die entscheidende Rolle.

Aber was exportieren wir, Produkte die uns an unsere Grenzen brachten, man erwartet also im Export Wachstum, damit kopiert man unser System der ungeprüften Nachhaltigkeit in die sogenannten Schwellenländer, sauber dann laß alle Inder und Chinesen jene Autos fahren, die wir fahren, das wird in der Nachhaltigkeitsprüfung ein ökologisches Fiasko.

Denn wir haben es nicht geschafft, bei allen Warnungen vor dem marktradikalen Gedankentum das Thema Wachstum anders zu definieren, wir machten den Marktradikalen den Nährboden durch Stillhalten und machten den Staat arm.

Der Einfluß des Marktes überwog unser Denken, man gaukelte Wachstum vor, doch das war eine Quersumme.

Für die Worker nach unten gerechnet und für die Manager in entfernbare Ebenen, man machte die Macht der Worker handzahm.

Die Freiheit der Marktradikalen wurde zur Schwäche des Nationalstaates, machten Regierungen dessen Wirtschaftssystem nach Keynes lief eine Verschuldung, prangerten es die Konservativen an und eilten zu Wahlsiegen, man beschnitt die Macht des Staates und privatisierte.

Es fand allerdings unter den Privaten in der öffentlichen Wirtschaft niemals der erforderliche Reinvest statt, denn dem widersprach die Gewinnerwartung.

Das ökonomische Denken Wachstum ist Gewinnerwartung spiegelt sich nicht mehr in Produktionszahlen, sondern hier sollte die Gegenrechnung erfolgen, wieviel Ungleichheiten hinterließ man in den Regionen?

Verarmte Regionen sind politisch handlungsunfähige Regionen und sie werden wieder vom Kredit anderer abhängig.

Das könnte sich nur ändern mittels einer ökonomischen Regionalisierung, wenn man die Werteerhaltung vor die Werteschaffung setzt, das heißt erhalten statt Massenproduktion.

Das heißt aber auch, die Wirtschaft zu demokratisieren, nicht nur zu dokumentieren sondern bewusst zu hinterfragen, eine Ökonomie die auf Werteerhaltung setzt kann in der Region beheimatet sein und es könnten Kosten des Transportes quer durch die Welt entfallen zudem die Lebensqualität für die Menschen sich erhöhen.

Wäre das Thema der Massenarbeitslosigkeit damit auch gelöst?

Es wird in Zukunft nicht mehr der Bedarf an unqualifizierten Arbeitsplätzen geben, aber es könnte sich der Markt der Möglichkeiten in den Regionen eröffnen, einen Markt den wir noch nicht beherrschen, aber auf dem man sich mit Wartung, Instandhaltung, Überholung sowie mit der Produktion von technisch reiferen Modulen beschäftigen wird.

Das wird der kommende Kampf aller um die Arbeitsplätze der Zukunft sein, es ist weniger die Höhe der Bezahlung, denn auf diesem Markt der Zukunft ist die ökonomische Demokratie ein Bestandteil, allerdings werden sich die global vernetzten Multis dagegen noch sperren, denn sie werden an Macht und Einfluß verlieren.

Sieht man allerdings die Verquickungen zwischen dem politischem Lager der Marktradikalen und der Wirtschaftslobby könnte diese Auseinandersetzung zu einem Kulturkampf in Europa werden, man erkennt aber langfristig nicht den Weg der daran vorbeiführt.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 22. Januar 2012 um 06:59 Uhr  

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