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An das Parteiestablishment

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Offener Brief an das Sozialdemokratische Parteiestablishment.

Zu Beginn des Jahres 2012 sind wir weniger als 20 Monate von der nächsten Bundestagswahl entfernt, diesmal sollte man es wagen, dem Wähler zu signalisieren, man habe ihn und seine Nöte verstanden.

Das heißt, das Parteiestablishment sollte sich weniger platzieren und versuchen andere in der Partei zu justieren sondern wichtiger wäre den Wähler zu registrieren.

Demzufolge sollte man sich beschäftigen mit der Rückkehr der sozialen Frage und Verantwortung in der Politik, dieses allerdings funktioniert nur wenn es nachvollziehbar und glaubwürdig erscheint.

Es geht um die Darstellung der sozialen Ungleichheit und der Hegemonie.

Stellen wir dazu fest: mehr als 40% aller EU Bürger fürchten ihren Lebensstandard nicht halten zu können, demzufolge erleben wir in der EU und in Deutschland eine Wirtschaft die auf Wachstum setzen soll, auch wenn mancher Teil innerhalb der realen Wirtschaft wachsen würde, um wie viel Prozent nimmt die Befürchtung der Bürger um die Sorge ihrer Zukunft ab?

Ebenso meinen fast 45 % von allen EU Bürgern, sie müssten sich in den nächsten Jahren finanziell einschränken, damit vergrößert sich in manchen Regionen der Bundesrepublik die Zahl der Bürger, die ihr Leben als einen ständigen ökonomischen Überlebenskampf ansehen.

In der Sprache der Soziologen übersetzt heißt das: es vollzieht sich eine ungewollte gesellschaftliche Veränderung, die begründet ist durch die Angst vor der eigenen Zukunft.

Mancher Politiker aus dem linken Parteienspektrum beschreibt es ähnlich, man spricht mittlerweile offen von der Auflösung der Gesellschaft in der Mitte, tatsächlich nahm in unserer Republik die Zahl jener zu, die meinen es gebe nur noch ein unten und oben in der Gesellschaft.

Was bedeuten würde:

In diese durchaus wichtige sozialpolitische Standortbestimmung, gehört das Anliegen der Bürger, nämlich „die Sorge um ihre soziale Sicherheit“ auf die 1. Stelle der Wahlkampfagenda.

Dieses berechtigte Bürgeranliegen sollte man ernster nehmen, denn es geht uns alle an und wir alle können zu Betroffenen werden, sieht man sich dazu die Entwicklung der letzten Jahre an, so erkennt man gravierende Ausgrenzungsprobleme an den Rändern dieser bundesdeutschen Gesellschaft.

Man muß es ernst nehmen und dabei die Vorgehensweise der Linken nicht aus der Hand geben, denn primär ist es vermittelbar das Problem zu beschreiben und danach in eine Definitionsdebatte einsteigen, macht man letzteres zuvor, gewinnen die Neoliberalen in der Diskussion an Beachtung, die ihnen eigentlich gar nicht zustehen würde, denn der Neoliberalismus ist der Veranlasser.

Was man nicht benötigt ist eine unfreiwillige Unterschichtenanalyse, eine Unterschichtenanalyse bezogen auf die Regionen in unserer Republik, das wäre allerdings der 2.oder 3.Schritt hin zu einer aktivieren Politik die am Menschen stattfinden würde.

Zunächst sollte es allerdings nur um die generelle Bekundung des Willens gehen, diese gesellschaftlichen Ungleichheiten zu erkennen und aufzuzeigen, allein das erfordert wohlweißlich mittlerweile Mut.

Gesellschaftliche Ungleichheiten sind das Ergebnis einer Vernachlässigung, sie sind entstanden u.a. durch die Vielzahl von derzeit unsicheren Arbeitsverhältnissen, hier erkennt man eine gesellschaftliche Ausgrenzung, man hat es mit Menschen in sozialen Randlagen zu tun und das mittlerweile unabhängig von ihrer Bildung, im Ergebnis nimmt die Prekarisierung zu.

Sicherlich führen mittlerweile einige in unserer Republik die Mindestlohndebatte, aber man sollte stets fragen wo steht euer Limit?

Welcher Lohn ist eigentlich der Mensch wert, damit er ein menschengerechtes Leben in unserer Republik führen kann?

Was ist ein Mindestlohn wert, der für den Betroffenen nur ein Teil ist um als Ganzes mittels Kombibezug zu überleben?

Sprechen wir im Gegenzug einmal über die Managergehälter und nicht nur jene die in der freien Wirtschaft bezahlt werden, prangern wir ruhig einmal an auch jene Gehälter die in der öffentlichen Wirtschaft über Steuergelder verteilt werden.

Man erkennt dabei, wie austauschbar profitorientierte Manager sind, nicht nur die Spitze in der Organisation, sondern auch sie haben ihre Windschattenaktivisten.

Sie kommen und gehen, kassieren und verlangen Übergangsgelder, hinterlassen unaufgeräumte Felder und niemand fragt, waren sie das wert?

Man gewinnt den Eindruck, es handelt sich hierbei um eine staatlich geschützte Gilde, der unantastbaren Gilde der Superreichen, die sich nur dem Profit zu verantworten hat.

Das erkennt der Wähler im Lande und er vergleicht, wie man mit ihm spielt, denn sein Arbeitsleben wurde zum Spielball der Mächtigen.

Er, der Wähler als Arbeitnehmer soll sparen, damit sich die Sozialkassen wieder füllen, er soll sie verordnungsgemäß füllen und darf bis 67 Jahren arbeiten.

Der verordnete Wähler muß Zahlen verdauen, nur das Verdauen hat Grenzen.

Es sind allmonatlich Zahlen die einen politischen Willen zum Ausdruck bringen möchten, aber gesellschaftlich mittlerweile unglaubwürdig sind, denn ihre Formel wurde verändert und das hilft dem Bürger wirklich nicht.

Es geht um die Arbeitslosenstatistik, der Neoliberalismus schwimmt auf den ersehnten Aufschwung und man erkennt in diesen Veröffentlichungen die politische Absicht, es sind Zahlen die auch mittlerweile all die optimistischen Zeitungen bezweifeln, denn fast die Hälfte aller neuen Jobs, die verkündet installiert zu haben, sind entweder flexibel oder teilweise prekäre Beschäftigungsverhältnisse.

Die Zahl der Leiharbeiter nahm in den letzten 5 Jahren um ein Vielfaches zu, dazu kommt die Zahl von befristeten Arbeitsverträgen mit denen man Neueinsteiger abspeist.

Eigentlich wollte ich garnichts mehr sagen über das Spektrum der geringfügig Beschäftigten, an denen ging bisher alles vorbei, vorbei ebenso an jene die Hartz IV beziehen.

Aber stellen wir einmal die Frage, wie ging die Schere der Vermögensungleichheit auseinander?

Sicherlich es gibt wieder mehr Vollbeschäftigungsverhältnisse, aber mehr als 20% davon sind und bleiben im Niedriglohnsektor, die Realeinkommen der abhängig Beschäftigten fielen also, demgegenüber nahm das Entgeld der unabhängig Beschäftigten um ein Vielfaches zu, der ungebremste Finanzkapitalismus machte Manager, Unternehmensberater, Investment Banker sowie mitunter spezielle Rechtsanwälte um ein Vielfaches reicher.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 17. Januar 2012 um 04:02 Uhr  

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