Mein Herz schlägt links

Initiative linker SozialdemokratenInnen in der SPD

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start Neuigkeiten Migrantenkinder im Stich gelassen und als Waisen

Migrantenkinder im Stich gelassen und als Waisen

E-Mail Drucken PDF

 

 

 

Migrantenkinder, die von ihren Verwandten ins Ausland geschickt wurden oder deren Verwandte während der Flucht umgekommen sind haben ein besonders schweres Schicksal.

Sie landen in Ersatzfamilien, leben  als Straßenkinder vom betteln, stehlen, der Prostitution  und landen wenn sie Glück haben und von Sozialarbeitern aufgefunden werden, in einem Kinderheim.

In Liberation 14./15.1.12. haben zwei Autoren, Willy Le Devin und Laura Thouny  einen ausführlichen Artikel zu dem Thema in Frankreich veröffentlicht:

„Mineurs étrangers éceuls à l’accueil“.

In Frankreich suchen jedes Jahr einige hundert Kinder und Heranwachsende Zuflucht.

Im Verhältnis zu den 90er Jahren ist ihre Zahl um 50 Prozent gestiegen.

6000 haben in den speziellen Einrichtungen, wo die Migrantenkinder zu finden sind eine Herberge gefunden.

Hier müssen sie vor allem erst die französische Sprache erlernen, um zu einer Schule zu gehen und manchmal schaffen sie es bis zum Abitur und einer guten Berufsausbildung.

Die Autoren berichten u.a. von der 14 jährigen Laure, die aus Congo Brazzaville kam, weil ihr Vater gestorben war und sie zu ihrem Onkel nach Frankreich gelangte, der dann schließlich auch starb.

Die Familie der Freundin nahm sie vorerst auf, bis der Vater sie an einem Vorortbahnhof stehen ließ und nicht wieder kam.

Ein Sozialdienst hat ihr geholfen und sie in das Heim von La Courneuve gebracht, ein  mit der Metro erreichbarer Vorort von Paris.

Einige Kinder wurden auch bewusst nach Frankreich geschickt, um dort Geld zu verdienen  und dann die Familie, Verwandten in ihren Heimatländern durch Geldüberweisungen zu unterstützen.

Sie wissen, dass die Kinder vorerst als schulpflichtige  Bildung und eventuell eine Ausbildung und Arbeit bekommen.

Als Kinder können sie nicht abgeschoben werden.

Sie stehen unter dem Schutz der internationalen Konvention für Kinder.

Aber über ihren Aufenthalt kann mit dem 18. Lebensjahr entschieden werden.

Bis dahin leiden diese Kinder unter einem Druck.

Sie haben die Familie praktisch verloren, stehen unter sozialer Obhut und müssen mit dem Trauma ihres Schicksals fertig werden.

Das stachelt allerdings oft ihren Ehrgeiz an und sie lernen schnell französisch und andere Fächer, so dass sie auch manchmal eine Klasse überspringen können.

So klagen die Politiker vor allem über die gestiegenen Kosten, so z.B. Claude Bartolone (PS), Präsident des Rates der Region Seine St Denis, den Vororten von Paris, die durch brennende Autos und Jugendkonflikte bekannt sind.

2010 lagen die Kosten schon bei 35 Millionen für 943 Minderjährige, gegenüber 14 Millionen 2007.

Bezeichnend für eine gelungene Integration ist auch das Schicksal von Marius aus Rumänien, der bei seiner Ankunft kein französisch sprach.

Marius ist inzwischen verheiratet, hat ein Kind und eine Eigentumswohnung.

Er arbeitet in einer Renovierungsfirma.

Seine Lebensgefährtin ist ebenfalls Rumänin, die als 18 jährige nach Frankreich kam.

Marius berichtet auch, dass es schwierig war, dass er mit dem Roma - Problem und den Abschiebungen konfrontiert wurde.

Marius: Jeder dem es nicht gefällt, kann ja zurückgehen und Tomaten pflanzen.

Für diese Kinder muss die Gesellschaft die Verantwortung übernehmen bis sie sich selber helfen können.

Ihr schweres Schicksal kann man ihnen nicht abnehmen, aber eine Chance müssen diese Migrantenkinder bekommen.

Erst wenn ihre Heimathändler wirtschaftlich besser funktionieren werden weniger kommen.

Das kann jedoch lange dauern und es gibt auch den einen Migranten oder die andere Migrantin, die sich für ihre Herkunftsländer engagieren, wenn sie etwas erreicht und die Möglichkeiten dazu haben.

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, 16. Januar 2012 um 10:11 Uhr  

Wahlkampf

Erneuerbare Energien

Statistiken

Benutzer : 340
Beiträge : 5856
Weblinks : 145
Seitenaufrufe : 17120042

Verwandte Beiträge