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Start Außenpolitik Wie entledigt man sich unerwünschter Menschengruppen?

Wie entledigt man sich unerwünschter Menschengruppen?

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Oder aufmüpfiger Bürger?

Die Waffentechnik entwickelt sich immer weiter und mit dem Waffenhandel wird weltweit gigantisch Profit gemacht. Z.B. muss jeder der einen Riestervertrag hat, damit rechnen, dass sein Geld in Waffengeschäfte investiert wird, denn womit soll man noch Renditen erwirtschaften?

Waffen gehen immer.

Und Geld stinkt ja nicht- leider.

http://www.zeit.de/2011/21/DOS-Streubomben

Dazu bedarf es ständiger Krisenherde, die müssen hergestellt werden und sie werden, Tag für Tag:

http://www.flegel-g.de/2012-01-12-Iran-Propaganda.html

Deutschland stets vorneweg, bombige Geschäfte:

http://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=11847

http://www.heise.de/tp/artikel/29/29845/1.html

http://www.imi-online.de/2008/11/17/eins-ist-sicher-der/

Jacob Jung hat dazu einen guten Artikel geschrieben:

Von Jacob Jung-

http://jacobjung.wordpress.com/

Die USA ent­wi­ckeln seit den 1980er-​Jahren ein elek­tro­ni­sches Waf­fen­system, das gezielt zur Bekämp­fung von Auf­ständen, Demons­tra­tionen und Pro­testen kon­zi­piert wurde.

Mitt­ler­weile ist die Mikro­wel­len­waffe „markt­reif“, beglei­tete US-​Truppen nach Afgha­nistan und wurde 2011 vom Her­steller auf einer indi­schen Mili­tär­messe vorgestellt.

Strahl von den Göttern

Eine auf­ge­brachte Men­schen­menge ver­sam­melt sich auf einem zen­tralen Platz, um gegen die Regie­rung zu demons­trieren.

In einiger Ent­fer­nung parkt ein unschein­bares Fahr­zeug.

Auf seinem Dach richtet sich ein Gegen­stand auf, der an eine Satel­li­ten­schüssel erin­nert.

Der Ope­rator im Fahr­zeug drückt einen Knopf und im selben Augen­blick werden die Körper der Demons­tranten von einer als lebens­be­droh­lich emp­fun­denen Hitze durchströmt.

Die Emp­fin­dung löst unmit­telbar einen Flucht­re­flex aus und die Men­schen ver­su­chen, sich in Sicher­heit zu bringen.

Wer nicht schnell genug fliehen kann und der Hitze für mehr als wenige Sekunden aus­ge­setzt ist, der erleidet Ver­bren­nungen zweiten oder dritten Grades.

Kam­mer­wasser und Glas­körper des Auges dehnen sich aus, drängen Blut­ge­fäße zur Seite und können den Seh­nerv, bis hin zur Erblin­dung, schädigen.

Bei dem Geschil­derten han­delt es sich weder um eine Szene aus einer alten „Raum­schiff Enter­prise“ Folge noch um eine düs­tere Zukunfts­vi­sion.

Die beschrie­bene Waffe wird bereits seit den 1980er-​Jahren von der For­schungs­ab­tei­lung der US-​Luftwaffe ent­wi­ckelt und seit dem Jahr 2000 an Men­schen getestet.

Heute beschäf­tigt sich der US-​Rüstungskonzern „Ray­theon“ (wört­lich: Strahl von den Göt­tern) mit der Wei­ter­ent­wick­lung der Waffe, die unter der Bezeich­nung „Silent Guar­dian“ (wört­lich: stiller Wächter) ange­boten wird.

Ursprüng­lich sollte das auf Mikro­wellen basie­rende System bereits 2006 im Irak ein­ge­setzt werden.

Auf­grund von Bedenken in Bezug auf die nega­tive Öffent­lich­keits­wir­kung nahmen die USA Abstand von diesem Plan.

Man befürch­tete ange­sichts des Fol­ter­skan­dals von Abu Ghraib kri­ti­sche Reak­tionen.

Statt­dessen lie­ferte Ray­theon im Juni 2010 drei der Sys­teme zum Ein­satz in Afgha­nistan an die US Air Force aus.

Am 20. August 2010 gab das Los Angeles Sheriff´s Depart­ment bekannt, das System im „Pit­ches Detention Center“, einem Gefängnis in Los Angeles, ein­setzen zu wollen.

Dar­über hinaus hat der Rüs­tungs­kon­zern seine Waffe im August 2011 bei der Militär– und Flug­messe „Aero India“ im indi­schen Ben­galuru vor­ge­stellt. Aktuell beschäf­tigt sich Ray­theon mit der Ent­wick­lung klei­nerer und mobiler Ver­sionen des Sys­tems, die zu einem Markt­preis von weniger als 10 Mil­lionen US-​Dollar ange­boten werden sollen.

Nicht-​tödliche Anti-​Personen Waffe

Silent Guar­dian“ ist eine soge­nannte nicht-​tödliche Anti-​Personen Mikro­wel­len­waffe.

Das System erzeugt eine Strah­lung mit einer Fre­quenz von 95 Giga­hertz, die mit einer Antenne auf mensch­liche Ziele gerichtet wird.

Die Reich­weite beträgt dabei mehr als 500 Meter.

Umgangs­sprach­lich wird das System in den USA auch als „Rumsfeld´s ray gun“ bezeichnet.

Die hohe Strah­lungs­en­ergie dringt 0,4 mm in die Haut ein und wirkt dort direkt auf die Ner­ven­zellen.

Die Was­ser­mo­le­küle in der Haut werden inner­halb von Sekunden auf 55 Grad Cel­sius erhitzt.

Dies löst bei dem Betrof­fenen einen erheb­li­chen Schmerz­reiz aus, der ihn zur Flucht ver­an­lassen soll.

Neben der Auf­lö­sung von Demons­tra­tionen und dem Ein­satz gegen Mas­sen­ver­samm­lungen schlägt Ray­theon eine wei­tere Stra­tegie vor:

So sollen Men­schen­gruppen mit den Strahlen beschossen werden, um fried­liche Per­sonen von Ter­ro­risten zu trennen.

Wäh­rend „harm­lose“ Men­schen vor der Bestrah­lung fliehen, würden Ter­ro­risten ihren Angriff auch unter Schmerzen fort­setzen.

Ord­nungs­kräfte könnten so gezielt Per­sonen töten, die sich wäh­rend des Ein­satzes der Waffe nicht vom Ort des Geschehen entfernen.

Im Juli 2006 reichte Brett Wagner vom Cali­fornia Center for Stra­tegic Stu­dies eine Peti­tion gegen den „Silent Guar­dian“ ein.

Nach seiner Auf­fas­sung ver­stößt die Waffe gegen die Genfer Kon­ven­tionen, da ihr ein­ziges Ziel die Erzeu­gung von Schmerzen ist.

Wagner stuft das System als Fol­ter­in­stru­ment ein.

Der Waf­fen­ex­perte Neil Davison von der eng­li­schen Uni­ver­sität in Brad­ford warnt davor, dass die Strah­len­dosis für betrof­fene Per­sonen nicht kon­trol­lierbar ist.

Dies gilt umso mehr, wenn die Waffe gegen Men­schen­massen ein­ge­setzt wird, in denen die Bewe­gungs­frei­heit des Ein­zelnen ein­ge­schränkt ist.

Edward Ham­mond vom Suns­hine Pro­ject machte 2006 darauf auf­merksam, dass bei den bis­he­rigen Tests des Sys­tems in der Nähe von Sied­lungen, Was­ser­ober­flä­chen und spe­zi­ellen Böden zusätz­liche Risiken auf­ge­treten sind und dass nasse oder ver­schwitzte Klei­dung zu einer ver­stärkten Wir­kung bei­tragen kann.

Die Kraft der Argumente

Das US-​Verteidigungsministerium und der Rüs­tungs­kon­zern Ray­theon bemühen sich darum, das Waf­fen­system öffent­lich als harmlos und sogar lebens­er­hal­tend dar­zu­stellen.

Der „Silent Guar­dian“ wird als Alter­na­tive zum Ein­satz töd­li­cher Waffen insze­niert, sein öffent­li­ches Image wird sorg­fältig gepflegt.

Grund­sätz­lich han­delt es sich hierbei um ein Waf­fen­system, das spe­ziell für den Ein­satz gegen Men­schen­massen kon­zi­piert wurde.

Vor dem Hin­ter­grund der wach­senden Pro­test­be­we­gungen auf der ganzen Welt kann kein Zweifel an den geplanten Ein­satz­sze­na­rien der Mikro­wel­len­waffe bestehen.

Das Inter­esse tota­li­tärer Staaten an dem System dürfte immens sein.

Neben der der­zei­tigen Ent­wick­lung von klei­neren und mobilen Waf­fen­ein­heiten, die inner­halb von kür­zester Zeit an Orte gebracht werden können, an denen sich Demons­tranten ver­sam­meln, kann man davon aus­gehen, dass Dik­ta­toren bereits davon träumen, sen­sible Straßen und Plätze dau­er­haft mit sta­tio­nären Sys­temen aus­zu­statten.

Kommt es hier zu Men­schen­an­samm­lungen, Demons­tra­tionen oder Pro­testen, dann können solche Orte in Sekun­den­schnelle per Knopf­druck geräumt werden.

Befür­worter des „Silent Guar­dian“ und Lob­by­isten der Rüs­tungs­in­dus­trie ver­glei­chen den Ein­satz der Mikro­wel­len­waffe mit dem eines Was­ser­wer­fers und heben die Vor­teile einer höheren Reich­weite, einer grö­ßeren Menge an Ziel­per­sonen und eines zeit­lich unein­ge­schränkten Ein­satzes hervor.

Die offen­kun­dige Ver­harm­lo­sung der mas­siven Waffe macht auch Ein­satz­sze­na­rien inner­halb demo­kra­ti­scher Sys­teme denkbar und wahr­schein­lich.

Auch hier gehen Ord­nungs– und Sicher­heits­kräfte bereits massiv mit Was­ser­wer­fern, Reiz– und Trä­nengas, elek­tro­ni­schen Waffen oder Schlag­stö­cken gegen Demons­tranten vor und nehmen dabei erheb­liche Ver­let­zungs­ri­siken bil­li­gend in Kauf.

Die USA haben bis­lang mehr als 50 Mil­lionen US-​Dollar in die Ent­wick­lung des „Silent Guar­dian“ inves­tiert.

Es ist unwahr­schein­lich, dass dieser Ent­wick­lungs­druck nicht auch mit kon­kreten Plänen zum Ein­satz im eigenen Land ver­bunden ist.

Ein dem Namen nach demo­kra­ti­sches System, das mit Waffen gegen die eigene, pro­tes­tie­rende Bevöl­ke­rung vor­geht, ver­liert seine Legi­ti­ma­tion.

Die ein­zige Kraft, deren Ein­satz in sol­chen Situa­tionen ver­tretbar ist, ist die Kraft der Argu­mente.

Wenn sich eine Regie­rung der freien Kon­tro­verse mit ihren Bür­gern ent­zieht und die berech­tigten Anliegen der Men­schen mit Gewalt beant­wortet, dann ver­liert sie ihr Recht auf den Regierungsauftrag.

Quelle: Jacob Jung Blog

Dieser Artikel ist unter einer CC-​Lizenz lizenziert.

 

 

 

 

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