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Berliner Schatten

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Berliner Republik.

Etwas was den Widerspruch herausfordert, derzeit geht durch die bundesdeutsche Presse der Tenor, in dieser Republik hängen Politiker und Pressevertreter zu dicht zusammen.

Man meint damit den Schlüssel zur Affäre Wulff gefunden zu haben und buddelt gleichzeitig den Freiherrn zu Guttenberg wieder aus und damit machen sich es viele wiederum sehr einfach.

Noch nie in der Geschichte des bundesdeutschen Parlamentarismus gab es unter den Abgeordneten soviel Arbeitsraum wie in Berlin, was im Jahre 2012 zur Realität wurde war für viele Abgeordnete in Bonn am Rhein vor der Entstehung des langen Eugens mehr als ein Wusch.

Damals war es die Enge, die Kantine des Bundeshauses und die Kneipen Bonns, die zum Meinungsumschlagplatz in der Politik wurden.

Erschütterungen in dieser Republik kamen allerdings aus Hamburg, der Spiegel erscheint nun einmal da.

Nun in der Berliner Republik ist man im Jahr 2012 angekommen und die Zeit der Transparenz ist noch nicht allen bewusst geworden, ich bin bei weiten kein Freund von allabendlichen Polittalkshows, wo Moderatoren die besseren Politiker sein möchten, sprechen und besprechen ist mitunter zweierlei, demzufolge der Widerspruch, dass man sich in Berlin zu oft begegnet.

Wahrhaftig kämpfen bundesdeutsche Zeitungen nicht nur um Chefredakteure sondern die auch noch um ihren Profit, wie anders lässt sich die Auferstehungsgeschichte in der bis dahin seriösen Zeit erklären, dafür gibt es nur unter Presseleuten einen Begriff, nämlich den des Steigbügelhalters.

Sind wir nun in der Republik der Steigbügelhalter angekommen, wenn ja, wer ist der Reiter und wer der Gaul.

Ein Gaul geht manchmal durch, das erfuhren wir nun von Bernhard Vogel, ergänzend sollte man sagen , „dann fraßen den Reiter die Raben.“

Ich glaube aber das eigentliche Problem liegt woanders, nämlich beim überschätzten Selbstwertgefühl der Darsteller, man betreibt nicht mehr Politik im klassischen Sinne sondern man stellt sie und sich dar.

Die Darstellung löschte den Inhalt aus und Darsteller sind auswechselbar, denn sie spielen nur eine Rolle.

Wenn sich einige Politiker als Darsteller in einem Rollenspiel wiederfinden, dann war es ihre Absicht, denn sie bieten dem Wähler nichts außer dass sie sich dem Wähler darbieten.

Da fehlt das Gerippe, da fehlt Stallgeruch und da fehlt eine Hemmschwelle, die Hemmschwelle der Moral.

Wie misst man eine politische Moral, am Auftritt, in der Diskussion, am Programm, an der Bindung zur Partei, in der Darstellung der Person oder im Spiegel der Presse?

Welche Skala gibt es dabei, die Nachhaltigkeit, den Umgang mit der Presse, die Wahrheitsfindung oder das eigene Interesse?

Eine Skala die sich stets den optimalen Werten zuneigt, besteht also aus dem Umgang mit der Presse und dem eigenen Interesse, dann steht man gut da.

Menschen die sich das zum Ziel gesetzt haben, wollen glänzen, die Berliner Republik ist zu einer Hochglanznummer verkommen.

Es ist in der Tat so, noch nie in der Geschichte des Parlamentarismus in der Bundesrepublik erlebt man, dass Politiker gehemmt wirken, wenn es um richtungsweisende Aussagen geht, man lernt abzulenken durch gekonntes Blenden.

Die Berliner Republik ist die Republik der Blender geworden, die allerdings besetzt ist durch Politiker, die mittels dieses Blendwerkes erst ins Amt gehoben wurden.

Die politische Macht hat sich verschoben zugunsten all der Manager in eigener Sache, man managt sich selbst, Guttenberg verzichtete vorübergehend und betonte das noch, verband dieses mit dem Wertegefühl hinsichtlich seiner jungen Familie und der Bundespräsident bezieht sich auf eine fehlende Karenzzeit im Staatsamt, das bezeichnet man als das Können der Manager in eigener Sache, Kleinfeldt hätte es bei Siemens auch nicht besser gekonnt.

Das Spiel beginnt, man setzt sich in Szene und das ist nicht weiter schlimm, doch niemand ruft, „zur Sache Schätzchen“, die Sache finden in einem System des Scheibchenservierens, das betrifft nun beide, die Presse und jene Politiker die sich von der Sache, der Sache wegen entfernen, da sollte die Moral auf den Prüfstand kommen.

Demzufolge ist die Skala der Beliebtheitswerte der falsche Maßstab, die Umsetzberechnung und Vermittelbarkeit von Zielen, wozu der Wähler sie wählte, wäre der richtige Maßstab.

Will eigentlich der Parlamentarier dem Wähler vermitteln das was der vor der Wahl sagte oder überwiegt die Rechtfertigung für sein Handeln?

Ein handelnder Politiker muß ein Querdenker sein, ein in die Fraktion entlassendes vorgeschriebene Abstimmungsvehikel erregt nur Unmut, denn das beginnt sich zu rechtfertigen.

Wenn Parlamentarier zur Rechtfertiger ihres Handelns werden, liefern sie der Presse interpretationsfähiges Material und sollten sich über das Echo nicht wundern.

Allerdings der Querdenker unter den Parlamentariern fordert heraus, er liefert Material zum Nachdenken, eine mitdenkende Presse in diesem Sinne wäre eine begeisterungsfähige Bereicherung der Demokratie.

Gibt es eigentlich noch Querdenker in unseren Parlamenten, wenn ja dann wurden sie platziert und beugen sich der Fraktionstreue.

Der somit gebeugte Parlamentarier wird der Wiederkäuer seiner eigenen Ohnmacht, das System der Jagd der Beliebtheit ist ein Intermezzo, ein Intermezzo unter Freunden.

Mit der Vermengung von Freundschaften entsteht ein System der Möglichkeiten, es eröffnet allerdings auch neue Abhängigkeiten, wusste das eigentlich Lorenzo der neue bundesdeutsche Steigbügelhalter, er sattelte den Gaul und darauf kam der Reiter bei Horst Seehofer an.

Heil dir im Siegerkranz, was „die Zeit“ nicht alles schafft.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 11. Januar 2012 um 04:55 Uhr  

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