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Analyse: Die tatsächlichen (!) Arbeitsmarktzahlen Dezember 2011

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Übernommen von:

http://www.meinpolitikblog.de/analyse-die-tatschlichen-arbeitsmarktzahlen-dezember-2011

Die Ana­lyse von Sybilla.

Die Ver­sion der Bun­des­agentur gibt es als sepa­raten Bei­trag.

Ist Deutsch­land tat­säch­lich auf der Schnell­straße zur Voll­be­schäf­ti­gung (Rekord­be­schäf­ti­gung) oder ist das Ziel, dass in der Voll­be­schäf­ti­gung alle irgendwie beschäf­tigt sind?

Die demo­gra­fi­sche Ent­wick­lung die unfrei­wil­lige Früh­ver­ren­tung und der aus­ufernde Nied­rigst­lohn­be­reich senken die Zahl der Arbeits­losen ab.

Hin­gegen auch die Voll­zeit­be­schäf­ti­gung immer weiter absinkt die Teil­zeit­be­schäf­ti­gung und Leih­ar­beit boomt.

Der nied­rigsten sta­tis­tisch erfassten Arbeits­lo­sig­keit seit 20 Jahren stehen 6.937.586 Leis­tungs­emp­fänger im Leis­tungs­bezug im Recht­kreis SGB II/​SGB III als (ALG I, ALG II, Sozi­al­geld) gegen­über das sind rund 60,5 % mehr Leis­tungs­emp­fänger als im Dezember 2004.

(Ohne Sozi­al­hilfe diese 2004 als auch 2011 rund 1 Mil­lion Per­sonen erhalten haben)

"Es wird ein­fach weg­de­fi­niert, dieser hohe Berg von Arbeitslosen"

"Es wird ein­fach weg­de­fi­niert, dieser hohe Berg von Arbeits­losen" Pro­fessor für Sta­tistik über den Zah­len­schwindel der Bun­des­agentur für Arbeit.

(Die gewonnen Erkennt­nisse des Inter­views vom Mai 2011 sind auch im Januar 2012 zutreffend.)

Die Politik, die Wirt­scha­tin­sti­tute und die Medien feiern eupho­risch die „Rekord­be­schäf­ti­gung“ auf­ge­bläht durch 7,8 Mil­lionen Mini und Midi­jobs obwohl ihnen bewusst sein sollte, dass viele von ihrer Arbeit nicht leben können.

3 Euro 18 in der Stunde ver­dient eine Fri­seurin in Thü­ringen, oder 4 Euro 58 in der Stunde für eine Flo­ristin in Brandenburg.

Mehr als 20 Pro­zent aller Erwerbs­tä­tigen sind im Nied­rig­lohn­be­reich beschäf­tigt, Ten­denz schnell anstei­gend.

Einen unbe­fris­teten, sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tigen Arbeits­platz haben nur noch 60 % aller Erwerbs­tä­tigen.

Der „Job­boom findet vor allem in der Leih und Zeit­ar­beit statt.

Die BA Sta­tistik ver­steckt viele Men­schen in Ein-​Euro-​Jobs, Bür­ger­ar­beit oder anderen arbeits­markt­po­li­ti­schen Maß­nahmen oder sie glie­dert wie die Gruppe der über 58 jäh­rigen ein­fach aus der offi­zi­ellen Sta­tistik aus, diese Gruppe wird in der Regel neben vielen anderen Gruppen von Arbeits­losen aus der offi­zi­ellen BA Sta­tistik her­aus­ge­rechnet.

Andere haben sich nach dem aus­laufen des Arbeits­lo­sen­geldes von den Job­cen­tern zurück­ge­zogen, sie sind zwar auf der Suche nach Arbeit, aber sie sind nicht im Sinne des SGB II bedürftig.

Dazu gehören Frauen/​Männer die über „Ver­mögen“ ver­fügen oder deren Partner ein „Ein­kommen“ erzielen das über der Grund­si­che­rung liegt.

Viele Arbeits­lose werden mit pre­kären Job­an­ge­boten im Nied­rigst­lohn­sektor über­häuft. Nach dem Motto: Kann die Arbeit von anderen noch bil­liger erle­digt werden? Auch die Zahl der Woh­nungs­losen nimmt auf­grund von Armut zu.

Deutsch­land auf dem Weg in eine Niedriglohn-​Gesellschaft

In Deutsch­land dehnt sich der Nied­rig­lohn­sektor immer mehr aus. Die "Leip­ziger Volks­zei­tung" zitiert bisher unver­öf­fent­lichte Zahlen der Bun­des­agentur für Arbeit, wonach der Anteil der Voll­zeit­be­schäf­tigten mit Nied­rig­löhnen im ver­gan­genen Jahr auf knapp 23 Pro­zent gestiegen ist.

Gegen­über dem Vor­jahr bedeutet dies 2010 eine Stei­ge­rung um 0,5 Pro­zent oder, in abso­luten Zahlen, um 199.762 Arbeit­nehmer. Die Nied­rig­lohn­schwelle liegt bei der­zeit bei 1379 Euro für Ost­deutsch­land und bei 1890 Euro für Westdeutschland.

Eigent­lich ist es schon seit unvor­denk­li­cher Zeit immer so, dass eine „Voll­be­schäf­ti­gung“ durch das absenken der Arbeits­löhne erreichbar ist.

Denn Null-​€ Arbeits­plätze sind seit der frühen Antike unend­lich vorhanden.

Je bil­liger eine Arbeits­kraft ein­setzbar ist, desto öfter wird diese nachgefragt.

Aller­dings muss die Soli­dar­ge­mein­schaft der Steu­er­zahler die Grund­si­che­rung dieser bil­ligen Arbeits­kräfte finan­zieren (in 2011 mit 13 Mrd. €) und somit die Gewinne der Arbeit­geber subventionieren.

Im Übrigen die Mär der Wirtschaft/​Wirtschaftsinstitute/​Politik/​System– medien vom Auf­stieg oder dem „Sprung­brett Nied­rig­lohn“ wird durch den exor­bi­tant hohen Anstieg der pre­kären Beschäf­ti­gung in Voll­zeit­be­schäf­tigten mit Nied­rig­löhnen durch die BA – Sta­tistik ein­deutig widerlegt.

Deutsch­land: Wirt­schafts­aus­sichten Januar 2011:

Pres­se­mit­tei­lung Nr.357 vom 27.09.2011 — Zum Jah­res­ende 2010 war der öffent­liche Gesamt­haus­halt (Bund, Länder, Gemeinden/​Gemeindeverbände und gesetz­liche Sozi­al­ver­si­che­rung ein­schließ­lich aller Extra­haus­halte) beim nicht-​öffentlichen Bereich mit 2 035,9 Mil­li­arden Euro ver­schuldet.(+/​-​Rechen­fehler)

Infla­ti­ons­rate bleibt hoch — Der Preis­druck in Deutsch­land hält noch immer an.

Die Ver­brau­cher­preise in Deutsch­land sind in diesem Jahr um 2,3 Pro­zent gegen­über dem Vor­jahr gestiegen. Das teilte das Sta­tis­ti­sche Bun­desamt unter Beru­fung auf vor­läu­fige Ergeb­nisse mit. Im Jahr 2010 lag die Infla­ti­ons­rate noch bei 1,1 Prozent.

Pro­pa­ganda bezeichnet einen absicht­li­chen und sys­te­ma­ti­schen Ver­such, Sicht­weisen zu formen, Erkennt­nisse zu mani­pu­lieren und Ver­halten zu steuern, zum Zwecke der Erzeu­gung einer vom Pro­pa­gan­disten erwünschten Reaktion.

Neues vom Auf­schwung xxl und vom ima­gi­nären Jobwunder

Der Leit­index DAX hat im „ gefühlten Wirt­schafts­boom­jahr 2011“ rund 14,7 % seines Wertes verloren.

Aller­dings droht nicht nur eine neu­er­liche Rezes­sion also ein "Double-​Dip" son­dern diese wird bereits von der OECD pro­gnos­ti­ziert.

Die Pro­gnose zum Wirt­schafts­wachstum Deutsch­land 2012 sieht äußerst übel aus.

So rechnet die Orga­ni­sa­tion für wirt­schaft­liche Zusam­men­ar­beit und Ent­wick­lung (OECD) mit einer Erhö­hung des Volks­ein­kom­mens von nur +0,6 Prozent.

Das Wirt­schafts­wachstum Deutsch­land 2011 wird laut (OECD) vor­aus­sicht­lich zwi­schen +2,7 Pro­zent und +3,0 Pro­zent liegen.

Und somit weit unter den Erwar­tungen von rund 4 %

Nach dem der ZEW-​Index Kon­junk­tur­er­war­tungen im November 2008 auf ein Drei-​Jahrestief abge­stürzt war und den tiefstem Stand seit Oktober 2008 erreicht hatte.

Stieg das ZEW-​Barometer im Dezember leicht um 1,4 auf minus 53,8 Punkte an.

Ob das eine Ein­tags­fliege oder eine Trend­wende abbildet wird in den kom­menden Monaten durch die Rea­lität und nicht durch Stim­mungs­um­fragen erwiesen

In der Rea­lität gab es in 2011 in Deutsch­land keinen Wirt­schafts­auf­schwung XXL, es gab nach dem Kri­sen­jahren 2009/​2010 nur eine Rekon­va­les­zenz der deut­schen Wirt­schaft, denn die Wirt­schafts­leis­tung der deut­schen Wirt­schaft konnte Saison– und kalen­der­be­rei­nigt und preis­be­rei­nigt nur das Niveau von 2008 erreichen.

Die Zahlen vom Arbeitsmarkt

Deutsch­land: Arbeits­markt Dezember 2011:

Offi­zi­eller BA — Zah­len­be­richt für Dezember 2011 Seite 78

Die Zahl der offi­ziell sta­tis­tisch erfassten Arbeits­losen in Deutsch­land ist laut BA uner­wartet deut­lich auf 2.780.206* Per­sonen ange­stiegen, zusätz­lich waren nach vor­läu­figen Berech­nungen 1.155.384 Per­sonen in Maß­nahmen aktiver Arbeits­markt­po­litik beschäftigt.

Für den Monat November 2011 wurde diese Zahl von 1.182.950 auf 1.200.932 Per­sonen nach oben kor­ri­giert.

Aller­dings ist hierbei von einer erheb­li­chen Unter­er­fas­sung aus­zu­gehen (BA – Bericht Dezember 2011 Seite 110 Fuß­note 3) .

Es ist von einer Unter­er­fas­sung aus­zu­gehen, so haben bun­des­weit für Januar — Juni 2011, Daten­stand Sep­tember 2011, nur ca. 69 % der Träger Daten zum Ein­satz der kom­mu­nalen Ein­glie­de­rungs­leis­tungen (flan­kie­rende Leis­tungen) erfasst.

*Unter 3 Mil­lionen Arbeits­lose und so

Die offi­zi­elle BA Zahl der Unter­be­schäf­ti­gung für Dezember 2011: wird mit 3.898.075 Per­sonen bezif­fert das ent­spricht einer Unter­be­schäf­ti­gungs­quote von 9,1 %

Im Recht­kreis SGB II/​SGB III werden 6.937.586 Leis­tungs­emp­fänger aufgelistet:

Der Ver­gleich der Leis­tungs­emp­fänger Per­sonen(ALG; ALHI) von Dezember 2004 (Im BA Bericht Dezember 2004 wird die Zahl der Leis­tungs­emp­fänger auf Seite 24 mit 4.321.000 Per­sonen bezif­fert + 1.200.000 Per­sonen in Sozialhilfe)

Im Dezember 2011 waren laut offi­zi­eller BA Zahl 6.937.586 Per­sonen nur im Recht­kreis SGB II/​SGB III als Leis­tungs­emp­fänger im Leis­tungs­bezug (ALG I, ALG II, Sozi­al­geld)

Das ist ein Plus von ca. 2,61 Mil­lionen Per­sonen oder ca. 60,5 % ( ( nicht berück­sich­tigt sind Leis­tungs­emp­fänger von Wohn­geld, Kin­der­zu­schlag, Grund­si­che­rung im Alter)

Sowie Sozi­al­hilfe SGB XII diese rund 1 Mil­lion Leis­tungs­emp­fänger erhalten.

Dar­unter:

Arbeits­lo­sen­geld 784.603 Personen

Erwerbs­fä­hige Hil­fe­be­dürf­tige (ALGII) 4.449.985 Per­sonen

Nicht erwerbs­fä­hige Hil­fe­be­dürf­tige (Sozi­al­geld) 1.702.998 Personen

( nicht berück­sich­tigt sind Leis­tungs­emp­fänger von Wohn­geld, Kin­der­zu­schlag, Grund­si­che­rung im Alter, Sozi­al­hilfe SGB XII…)

23.09.2011 | 13:58 Uhr Stei­gende Sozi­al­lasten bleiben ein Haupt­pro­blem der finan­zi­ellen Schief­lage bei den Kom­munen.

Von 1999 bis 2009 stiegen sie bun­des­weit von 29 auf über 40 Mil­li­arden Euro an.

Ein Ende dieser bedroh­li­chen Ent­wick­lung ist nicht absehbar.

Der Bund muss sich seiner Ver­ant­wor­tung stellen, for­derte Kom­mu­nal­mi­nister Ralf Jäger heute (23. Sep­tember) im Bun­desrat in Berlin.

Die zuge­sagte Über­nahme der Kosten für die Grund­si­che­rung und bei Erwerbs­min­de­rung ab dem Jahr 2014 reiche nicht aus.

Hiermit darf die Ver­ant­wor­tung des Bundes nicht enden.

Er muss sich zur Hälfte an den sozialen Lasten betei­ligen, mahnte Jäger.

Allein in NRW sind die Sozi­al­lasten der Kom­munen in den letzten zehn Jahren um 50 Pro­zent auf fast 13 Mil­li­arden Euro angestiegen….

Pres­se­mit­tei­lung Nr.270 vom 19.07.2011 — Beschäf­ti­gungs­zu­wachs 2010 zu großen Teilen von Zeit­ar­beit getragen

2010 Abhängig Beschäf­tigte 30.904.000 Personen

2010 Nor­ma­ler­werbs­tä­tige 23.069.000 Personen

2010 Aty­pisch Beschäf­tigte 7.835.000 Personen

Die Zahl der aus­schließ­lich gering­fügig ent­lohnt Beschäf­tigten ist nach Hoch­rech­nungen der Bun­des­agentur für Arbeit im Juli auf 4,93 Mio, angestiegen.

Ent­wick­lung: ATY­PI­SCHE BESCHÄFTIGUNG

Der Job­motor brummt weiter, in den letzten Jahren wurde de Wert der Arbeit in Deutsch­land massiv ent­wertet.

In 2011 ist die Zahl aty­pi­sche Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nisse, in Teil­zeit­stellen, in Leih– und Zeit­ar­beit und in Mini­jobs weiter exor­bi­tant angestiegen.

ILO warnt vor Beschäf­ti­gungs­krise und sozialen Unruhen

Süd­deut­sche Zei­tung:

Gering­ver­diener: Aus wenig wird weniger — Sie ver­dienen ohnehin nicht viel — und selbst das wird weniger.

Gering­ver­diener müssen seit dem Jahr 2000 dras­ti­sche Lohein­bußen ein­ste­cken.

Obwohl die Wirt­schaft wächst. Teil­weise haben sie bis zu 22 Pro­zent weniger in der Tasche, offen­bart jetzt eine Studie. …

Seit dem Jahr 2000 betrugen die Lohn­ein­bußen zwi­schen 15,6 und 21,9 Pro­zent.

Die Net­to­ein­kommen aller Beschäf­tigten gingen hin­gegen nur um 2,5 Pro­zent zurück.

BA Bericht Dezember 2011 Seite 11/​12

Nicht sai­son­be­rei­nigt belief sich der Bestand im November auf 467.000 gemel­dete Arbeits­stellen…. November 492.000; Oktober 500.000.

Nach Wirt­schafts­zweigen dif­fe­ren­ziert beruht das Plus in der glei­tenden Jah­res­summe etwa zur Hälfte auf Mel­dungen aus der Arbeit­neh­mer­über­las­sung. (+111.000 oder +16 Prozent).

BA Bericht Dezember 2011 Seite 22

Außer den Leis­tungs­emp­fän­gern gab es im August noch 324.000 Arbeits­lose, die im Berichts­monat keine Geld­leis­tungen aus der Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung oder der Grund­si­che­rung bezogen.

BA Bericht Dezember 2011 Seite 25

3.2 Erwerbs­tä­tige Leistungsberechtigte

Im August 2011 bezogen 30 Pro­zent (1,37 Mio) der erwerbs­fä­higen Leis­tungs­be­rech­tigten Ein­kommen aus Erwerbstätigkeit…..

Bedarfe /​Leis­tungen /​Ein­kommen — sta​tistik​.arbeits​agentur​.de

Wer das kom­plette Zah­len­werk der BA detail­liert betrachtet, wird dann doch sehr ernüchtert.

Ent­gegen der poli­ti­schen und medialen Lob­ge­sänge ist die Lage am Arbeits­markt im beson­derem im Nied­rigst­lohn­be­reich bei weiten schlechter als von Politik und Mas­sen­me­dien den Massen und den Bür­gern sug­ge­riert wird,

Quelle der Zahlen:

BA – Monats­be­richt Dezember 2011


Erstellt von Sybilla am 03.01.12 – Teil 1 Die Zahlen

Jeder darf diesen Bericht unter Hin­weis auf die Autorin frei verwenden

 

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