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Malochen bis 67 und dann arm

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AB 1.1.2012, ist die "Rente mit 65" Geschichte.

Schrittweise erhöht sich das Renteneintrittsalter bis 2029 auf 67 Jahre. Gleichzeitig sinkt der Beitrag zur Rentenversicherung auf 19,6 Prozent.

Kaum ist das neue Jahr 2012 angefangen, schon kommen unsere Volldemokraten aus ihren Löchern und werden nicht müde, das zu untermauern, was sie vor einigen Jahren beschlossen hatten.

Politiker sind Volldemokraten, denn würde ich Vollidi´s schreiben, wäre das eine Beleidigung.

Sie müssen mit allen Mitteln die These untermauern, dass die Reformpolitik der letzten 10 Jahre, dass die Agenda 2010 incl. der Rente mit 67  und die zuvor gelaufene Politik der Regierung Kohl und Lambsdorff erfolgreich waren.

Nur dann können sie fortfahren auf dieser Linie und uns auch noch die Variation einer Agenda 2020 aufdrücken.

Wenn ich schon lese, das die "Rente mit 67" eine notwendige Konsequenz höherer Lebenserwartung ist, so ein Quatsch.

Die Verlängerung der Lebensarbeitszeit ist eine reine Mogelpackung.

Welch verlogene und demagogische Aussagen von Müntefering und von der Leyen.

Sie drohen mit der Alternative der Rentenkürzung und der Beitragserhöhung, falls die Rente mit 67 nicht durchgepeitscht werden könne. Wohlweislich verschweigen sie, dass genau das durch die Hintertür, mit der Rente mit 67 eingeführt wird.

Kaum ein Arbeitnehmer schafft es beim heutigen Stress und der hohen Beanspruchung des Einzelnen bei der Arbeit nur bis zur Rente mit 65.

Früher in Rente gehen und dafür auf Einkommen verzichten - immer mehr Deutsche nehmen dieses Angebot wahr.

Von den 674.000 Arbeitnehmern, die 2010 in Rente gingen, waren 320.000 und somit 47,5 Prozent jünger als 65 Jahre.

Im Durchschnitt gingen die Frührentner drei Jahre und zwei Monate vor ihrem eigentlichen Rententermin in Ruhestand und nahmen dafür finanzielle Einbußen in Höhe von 113 Euro im Monat in Kauf.

Sozialverbände rechnen mit noch mehr Frührentnern und einem Anstieg der Altersarmut, wenn das Renteneintrittsalter auf 67 steigt.

Wie ich zuvor schon in meinem Artikel „Rente 60Plus“ geschrieben hatte, um Altersarmut zu vermeiden und größere Verteilungsgerechtigkeit herzustellen, kommen wir nicht umhin hier eine neue Rentenreform zu entwickeln, deshalb bin ich auch für die Einführung der Bürgerversicherung, und zwar sowohl im Rahmen der Krankenversicherung als auch für die Altersvorsorge.

Denn Rentenpolitik muss über Armutsvermeidung hinausgehen.

Jeder weiß, dass die Zahlen getürkt sind, denn die BA hat, um die Statistiken zu schönen, einen Teil der Beschäftigten bzw. Arbeitslosen "outgesourct".

Insgesamt bröckeln durch den wachsenden Niedriglohnsektor und die Prekarisierung der Arbeitsverhältnisse die Grundlagen für den Aufbau einer ausreichenden Alterssicherung für immer mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Gesundheitliche Belastungen am Arbeitsplatz nehmen deutlich zu.

Jeder Fünfte im Rentenzugang bezieht eine Erwerbsminderungsrente. Besonders bei dieser Rentenart wirken Leistungskürzungen und schlechte Erwerbsbedingungen zusammen.

So wie die Volldemokraten aus ihren Startlöchern im neuen Jahr gekommen sind, so wird auch die Altersarmut in die Mitte der Gesellschaft ankommen und damit zu einem ökonomischen Problem unvorstellbaren Ausmaßes werden.

Solidarsysteme sind Ausdruck und Errungenschaft einer zivilisatorisch gewachsenen Gemeinschaft.

Sie können nur funktionieren, wenn alle Bürger eingebunden sind, auch die sogenannten besser Verdienenden.

Umso bedauerlicher ist es, dass Verantwortliche der politischen Parteien diese Solidarität immer mehr in Frage stellen.

Erstrebenswert wäre eine individuelle Versicherungspflicht, die sich auf die gesamte Wohnbevölkerung vom vollendeten 18. Lebensjahr an bis zum Rentenbeginn erstreckt.

Beamte, politische Mandatsträger, alle Selbstständigen und Nichterwerbstätige wären somit ebenfalls versicherungspflichtig.

Für jede Person der beschriebenen Altersgruppe muss ein individueller Beitrag entrichtet werden.

Vorgesehen ist ein Mindesteigenbeitrag, der, bezogen auf das Jahr 2008, etwa 150 Euro pro Monat beträgt.

Dies entspricht der Hälfte des Beitrages, mit dem nach den gegenwärtigen Regelungen eine Mindestrente von 800 Euro pro Monat (50 Jahre Beitragszeiten) erzielt werden kann.

Gleiche Rechte aber auch gleiche Pflichten für alle Bürger, das ist Solidarität.

Ich sage ja zur Bürgerversicherung sowohl als Krankenversicherung und auch als Altersvorsorge.

Alle Bürger, ab dem 18. Lebensjahr zahlen in Abhängigkeit von ihrem individuellen Erwerbseinkommen in die Rentenversicherung ein. Die paritätische Finanzierung bleibt bei Erwerbstätigkeit bestehen.

Dieser Vorschlag folgt den Überlegungen, die bisherige Rentenversicherung in eine Bürgerversicherung zu überführen.

Die Beitragsbemessungsgrenze muss aufgehoben werden, denn so können sich Personen mit hohem Einkommen nicht mehr wie bisher der Solidarität entziehen.

Weiterhin kann Armutsvermeidung erzielt werden, indem Personen ohne oder mit einem geringen Einkommen eine Mindestrente ohne Bedürftigkeitsprüfung erhalten, die deutlich über der bisherigen Grundrente mit Bedürftigkeitsprüfung liegt.

Wenn diese Mindestrente nicht durch Eigenbeiträge der Leistungsbezieher erzielt werden kann, müssen zur Aufstockung der Fehlbeträge Steuer oder Beitragsmittel herangezogen werden.

Letztlich bedeutet dies, dass Personen mit hohen Einkommen einen Solidarbeitrag leisten müssen, so der Vorschlag des Gesprächskreises Sozialpolitik der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Es ist bemerkenswert und typische für die politische Arbeit v.d.Leyens, die vollmundig von „gerecht und fair“ doziert, wohl wissend, dass die Realität eine andere ist!

So wird christlich-soziale und auch sozial-demokratische Politik betrieben, zum Nachteil der betroffenen Menschen!

Dass sich nun Seehofer darüber echauffiert, entspricht seinem Naturell, jede populistische Mitfahrgelegenheit zu nutzen, um sich bei den Menschen anzubiedern!

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 04. Januar 2012 um 07:12 Uhr  

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