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Arbeitslosenstatistik wie bei den Russen

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Fast möchte man meinen, dass der Chef der Bundesagentur für Arbeit jährliche Zielvereinbarungen mit der Bundesregierungen trifft.

Hauptinhalt, die Arbeitslosenstatistik zu optimieren.

Dafür bekam er in den letzten Jahren von mehreren Regierungen in Folge schöne Werkzeuge an die Hand.

Heute ist es soweit, dass die Arbeitslosenstatistik eher an das Machwerk einer Fälscherbande erinnert, denn an eine seriöse Statistik. 2,7 Millionen Arbeitslose, das ist eine der größten und hinterhältigsten Lügen, die sich die politische Klasse bisher erlaubt hat.

Das ist Manipulation, die auf dem Niveau der russischen Duma-Wahlen liegt.

Nicht nur die berühmten 100000 zukünftigen Rentner über siebenundfünfzig Jahre werden weg retuschiert, damit die Position von der Rente mit 67 glaubwürdig bleiben kann.

Alle Menschen, die sich in einer wie auch immer gearteten Maßnahme befinden, fallen aus dieser Statistik heraus, auch wenn sie im Endeffekt Hartz IV beziehen.

Dies gilt neben den Ein-Euro-Jobbern auch für alle Trainingsmaßnahmen, die häufig nichts anderes darstellen, als eine Warteschleife, die in erneuter Arbeitslosigkeit endet.

Diese Umstände der Fälschung von Arbeitslosenzahlen sind bereits allgemein bekannt, so dass eine gesellschaftlicher Konsens besteht, zu den aktuellen Zahlen ca. 2 Millionen Arbeitslose hinzuzurechnen, um auf einen realistischen Wert von ca. 5 Millionen Arbeitslosen zu kommen.

Damit lägen wir dann bei ca. 10% echter Arbeitslosenquote.

In einigen anderen Publikationen geht man allerdings von weit höheren Werten aus, wobei auch die Überschätzung der Zahl der Beschäftigten eine Rolle spielt.

Besonders pervers ist allerdings eine Regelung von Olaf Scholz, aus dem Jahre 2008.

Nach dieser Regelung fallen auch die Arbeitslosen aus der Statistik, die von privaten Arbeitsvermittlern betreut werden.

Private Arbeitsvermittler machen ein Geschäft mit den Arbeitslosen, ohne das zu halten, was sie versprechen, Arbeit zu vermitteln.

Sie sind nicht selten mit Leiharbeitsfirmen verbunden und schleusen Arbeitslose teilweise in den unguten Kreislauf der Leiharbeit ein.

Ganz überwiegend aber, leben diese Firmen, von zu unrecht gezahlten Prämien der Arbeitsämter.

Diese entlasten sich auf diese Weise nicht nur von ihrer Arbeit, sondern per Dekret Olaf Scholz, seit 2008, auch von den Arbeitslosenzahlen!

Wer einmal die Stellenbörsen der Arbeitsämter im Internet studiert, bekommt einen besonders unappetitlichen Eindruck von der Seriosität unserer Arbeitsagentur.

Die Seiten sind voll von Angeboten privater Vermittler, die mit ihren offensichtlichen Fake-Angeboten, nach dem Motto:

"Diverse Arbeitskräfte im Raum Goslar gesucht" unter offiziellem Arbeitsamtlable firmieren dürfen.

Wo liegt da bitte noch der Unterschied zu einer korrupten russischen Behörde?

De Facto bekommt der Arbeitslose, der sich auf ein solches Angebot meldet, nachdem die Prämie des Arbeitsamtes gezahlt wurde, nur laue Luft serviert.

Passend dazu wird in diesen Anzeigen darauf hingewiesen, dass die Vermittlung nur über einen Gutschein des Arbeitsamtes oder gegen private Zahlung einer Vermittlungsprämie erfolgen kann.

Verschiedenste Einstellungshemmnisse, die nach der Zahlung auftauchen, haben die privaten Vermittler natürlich laut AGB nicht zu verantworten.

Es handelt sich hier um nichts weniger, als um ein kriminelles Syndikat von Arbeitsämtern und privaten Arbeitsvermittlern, wie wir es auf anderer Ebene aus dem russischen Mafia-Behörden-Filz schon seit Langem kennen.

Bezüglich der Arbeitslosenzahlen sind die Russen allerdings ehrlicher.

Die Arbeitslosenhilfe, die gezahlt wird, ist dort bekanntermaßen so nichtig, dass sich die Russen einfach nicht arbeitslos melden.

So werden in Russland die Zahlen niedrig gehalten, vielleicht das ehrlichere Modell.

Noch ein Wort zur SPD in diesem Zusammenhang.

Diese Partei hält die Ideologie aufrecht, dass wir unverändert in einer Arbeitsgesellschaft leben.

Obwohl in den letzten zwanzig Jahren ca. 25-30% der Arbeitsplätze einfach weg gebrochen sind.

Diese Ideologie ist für die SPD in den letzten Jahren so wichtig gewesen, weil sie sonst an die Vermögen der Reichen heran müsste und Kapitaleinnahmen in wesentlich höherem Umfang versteuern müsste.

Dieser Weg wurde mit dem letzten Parteitag wenigstens im Ansatz verlassen, auch wenn die Reichensteuer weiterhin nicht kommen wird.

Zumindest wird die Abgeltungssteuer der Einkommenssteuer gleich gestellt, das heißt sie wird abgeschafft und Kapitaleinkünfte als normales Einkommen versteuert.

Dennoch sperrt sich die SPD weiterhin gegen dringliche soziale Umstrukturierungen, die die gesellschaftliche Entwicklung weg von der Arbeitsgesellschaft begleiten müssten.

Besonders das bedingungslose Grundeinkommen ist der Partei ein Dorn im Auge, weil alle anderen Parteien sich ernsthaft damit beschäftigen, nur die SPD nicht, und zwar aus ideologischen Gründen.

Hier gilt immer noch der abartige Satz von Franz Müntefering:

Wer essen will soll auch arbeiten.

Dieser Spruch liegt nur knapp über dem Niveau von Zwangsarbeit. Die SPD sollte aufhören, Deutschland wie eine Strafkolonie zu behandeln.

Der massiv manipulative Umgang mit den Arbeitslosenzahlen gründet in vieler Hinsicht auf gesetzlichen Regelungen, die von der SPD zu verantworten sind.

Sie dienen letztlich der Aufrechterhaltung der Ideologie von der Arbeitsgesellschaft.

Dafür müssen eben auch die Arbeitslosenzahlen geschönt werden.

Es scheint fast so, als würden viele Parteifunktionäre nach wie vor der Meinung sein, dass die Menschen zu ihrem Glück, der Arbeit, gezwungen werden müssen, auch wenn die wirtschaftliche Situation dies schon lange nicht mehr hergibt und ein Schattenmarkt für Billigarbeitskräfte, nichts anderes ist als ein staatlich gefördertes Beschäftigungsprogramm für Arbeitslose nach frühkapitalistischer Manier.

Egal wie sinnlos und entwürdigend.

Die Ideologie muss stimmen!

Deshalb sollten wir Betonköpfe und ewig Gestrige in der SPD konsequent aus ihren Funktionen heraus wählen!

Nicht jeder von denen sollte einen verdienten und ehrenvollen Abgang erhalten, wie er Franz Müntefering ganz zu unrecht gegönnt wurde.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 03. Januar 2012 um 15:46 Uhr  

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