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Obdachlosigkeit

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Während immer weniger Menschen vom Konsumrausch eingefangen werden können, weil sie zum Leben zu wenig haben, geht dies an den vielen Obdachlosen sowieso vorbei.

Ihre Zahl ist schwer zu schätzen, so lag sie bei 20.000 in Deutschland, davon 2000 allein in Berlin (2008).

In Frankreich liegt die Zahl bei 90.000.

In den letzten Jahren sind auch immer mehr Flüchtlinge ohne Papiere hinzugekommen.

Wie oft sieht man nicht Menschen in den Abfalleimern von Containern nach Waren wühlen, deren Datum abgelaufen ist.

Eine Tatsache auf die man hauptsächlich in Großstädten trifft, da sich die Obdachlosen dort ansammeln, obwohl es gerade dort weniger Wohnraum gibt, aber sie sozial sich unter ihres gleichen aufhalten können.

Einige weigern sich in die öffentlichen Übernachtungsunterkünfte zu gehen, weil es dort zu Schlägereien und Diebstahl der letzten persönlichen Habseligkeiten kommen könnte.

Aber das sind manchmal nur Ausreden für Menschen, die den Kontakt zur Gesellschaft weitgehend verloren haben, weil ihre Familie kaputt, ihre Firma Pleite ging und sie durch den häuslichen Rauswurf keinen Wohnsitz mehr nachweisen konnten, der ihnen den Bezug von Sozialgeldern und Miete ermöglichte.

Seit Hartz IV ist auch über diesen Weg die Aufnahme als Arbeitsloser im Jobcenter möglich.

Dies ist eine der wenigen positiven Spuren von Hartz  IV für Menschen von dem Rande der Gesellschaft.

Bekanntlich wurden die anderen Arbeitslosenhilfeempfänger dadurch nach unten gezogen.

Obdachlose haben also erst wieder eine Chance, wenn sie beispielsweise jemanden finden, bei dem sie sich anmelden können.

Doch dieser Zug ist schnell abgefahren, wenn man erst einmal das soziale Milieu gewechselt hat und nur noch unter Leuten ohne Wohnsitz sich befindet, dann  kann man auch nur noch unter Brücken oder in Zelten am Kanal oder im Wald wie in Paris übernachten.

Sozialarbeiter und ehrenamtliche Helfer sind dann damit beschäftigt, darauf zu achten, dass das wöchentlich einmal kostenlose Duschen eingehalten wird und regelmäßig eine ärztliche Notversorgung die Obdachlosen von Läusen etc., Hautkrankheiten, offenen Wunden u.a. Krankheiten befreit bzw. die Situation lindert.

Für Menschen ohne Arbeit und Flüchtlinge ohne Papiere gibt es inzwischen auch sozialpädagogische und rechtsanwaltliche Fachkräfte, die versuchen diesen Menschen ein „legales“ Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen.

Durch die globale Krise, Kriege und Revolutionen  sind diese Flüchtlingsströme nach Europa auf illegalen Wegen größer geworden.

Außerdem haben sich viele in finanzielle Abhängigkeit begeben, um den Fluchtweg finanzieren zu können.

Am Ende verrichten sie für ab 1 € die Stunde Sklavenarbeit ohne angemeldet zu sein und erhalten eine menschenunwürdige Unterkunft mit mehreren Personen in einem Kellerraum o.ä., wo ihnen ein großer Teil des wenigen Geldes noch für Miete abgenommen wird.

Frauen geraten auf diesen Wegen oft mit falschen Versprechungen in die Prostitution.

Obdachlose sind meist schlecht ernährt und geben ihr erbetteltes Geld für Alkohol aus, was sie noch anfälliger für Krankheiten macht.

Nehmen sie Drogen, dann sind sie auch von Dealern und Diebstählen abhängig.

Ein Abgrund, dem man noch schwerer und mit sehr viel sozialer Hilfe entrinnen kann.

Klar gibt es neben Suppenküchen, Übernachtungsmöglichkeiten auch gelegentliche karikative Arbeitsgelegenheiten, die die Menschen weiter in die Gesellschaft zurückbringt.

Hierzu gehören auch die vielen Zeitungsprojekte oder Fotoausstellungen von denen, die den Weg in die Gesellschaft wieder geschafft haben oder auf dem Weg sind.

Bei Obdachlosen aus anderen Ländern kommt noch die Sprachschwierigkeit hinzu.

Sie brauchen einen Landsmann, der sie ständig begleitet, bis sie den Weg in die Sprachkurse gefunden haben.

Die Kinder müssen außerdem in die Schule gehen können, da es ja Schulpflicht gibt.

In Frankreich wird deshalb regelmäßig versucht, während der Ferienzeit Familien ohne Aufenthaltserlaubnis, abzuschieben.

Durch die Solidarität der Eltern und Schüler wird dies dann manchmal verhindert.

In Paris und Umgebung bauen sich die Obdachlosen auch provisorische Hütten unter Brücken, am Bahndammrand oder neben einem  brachliegenden Industriegelände.

Wenn man bedenkt,  wie viele Häuser dem Verfall auf dem Lande in Deutschland und Frankreich beispielsweise preisgegeben sind, fragt man sich, warum es keine staatlichen Programme gibt diese Häuser in Selbsthilfe wieder bewohnbar  zu machen durch Obdachlose - einheimische und zugewanderte handwerklich geschickte Personen und Kollektive.

Dazu könnte man Recyclingmaterial verwenden, sodass die Kosten nicht allzu hoch werden und man hätte zugleich viele alte Bausubstanzen als kulturelles Erbe erhalten.

Man könnte ähnlich wie Kinderdörfer verlassene Dörfer wieder zum Leben erwecken und mit kleinbäuerlichem und  handwerklichem  Leben zur Selbstversorgung und  für minimalen Verkauf wieder, wie die Menschen zur Blüte bringen und ihnen einen Lebensinhalt geben.

Voraussetzung ist hierfür, dass die Besitzer solcher seit Jahrzehnten oft leer stehenden Häuser damit einverstanden sind, da sie nicht überall zur Nutzung und Erhaltung des Wohnraums gezwungen sind und die Wohnungslosen gewillt sind aufs Land zu gehen und eine Art alternatives neues Leben zu beginnen – wie es die Hippies und andere Linke einst ohne Geld auch gemacht haben.

Denn in einer Gesellschaft der Armut ist das Problem der Obdachlosen wahrscheinlich in einer Stadt am wenigsten zu lösen, da die Obdachlosen auch beim kleinsten Tagesjob gegen über früheren Zeiten chancenlos sind, wo immer Obdachlose unter den Tagesjobbern waren, es die große Konkurrenz der industriellen Reservearmee aber noch nicht gab und Arbeitsmigranten gerade ins Land geholt wurden.

Deren Nachzügler landen heute leicht gruppenweise unter die Obdachlosen, wenn sie keine Clanfamilie haben die sie auffängt.

Die auf der Straße lebenden Obdachlosen haben diese Solidarität der Clanfamilien nicht mehr in einer Gesellschaft, wo der Einzelne schnell als vereinzeltes Individuum in das Abseits geraten kann.

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, 19. Dezember 2011 um 06:20 Uhr  

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