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Europa bricht nicht zusammen !

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Unter der Schuldenlast leiden außer Griechenland eigentlich fast alle Staaten der EU und vor allem jene, die sich dem Euro angeschlossen haben.

Sie müssen jetzt die instabilen Regionen retten und Schulden decken und der Ökonomie wieder auf die Beine helfen.

Wer nicht zum Euro gehört muss eh durch die Wechselkurse tiefer in die Tasche greifen.

Ein Vorteil ist das auf dem Weltmarkt der Devisen nicht, da man mit einer weniger entwickelten Wirtschaft auch nicht billiger an andere Weltwährungen herankommt.

Das Euroland wird wahrscheinlich weniger auseinanderfallen aus dem ökonomisch-kulturellen Zusammenhang als ein Land das nur zu der EU gehört.

Der verschiedene kulturelle und historisch politische ökonomische Hintergrund macht es nicht leicht ein solch großes „künstliches“ Gebilde weiter zusammenzuschweißen, das jahrhundertelang durch gegenseitige Kriege und Eroberungen also Grenzänderungen gekennzeichnet ist.

Die französische Revolution hatte den Grundstein für die bürgerlichen Freiheiten gelegt.

Durch Napoleon wurde der Code Civil in weiten Teilen Europas verbreitet, das Bürgertum begann auch sich linksrheinisch  ökonomisch weiter auszubreiten.

Allein der ständige Münztausch im alten Europa verhinderte eine Massenwarenproduktion und Märkte, wo sie ihren Absatz finden konnten.

Die unterschiedliche  Kultur  und Sprache waren ein weiteres Hindernis zur Beschleunigung des Ideenaustausches, zumal die Hauptkultursprache zuerst das Latein, später das Französische waren.

Damit war der Kulturaustausch auf den Adel und das gebildete Bürgertum beschränkt, außerdem war das gewöhnliche Volk der Tagelöhner, Handwerker und einfache Bauern meist des Lesens und Schreibens unkundig.

Allerdings gab es in dem von Fürsten und Kirchenherren regierten oft kleinen Gebieten im „heiligen römischen Reich“- deutscher Nation (späterer Zusatz) von Italien bis Mitte Europa über ca. 800 Jahre kein Nationalbewusstsein.

Dies taucht erst gegen Ende des 18. Anfang des 19. Jahrhunderts beispielsweise bei Herder, Fichte u.a. auf, während Kant bereits den weltbürgerlichen Gedanken vor Augen hatte und die Menschen dazu aufrief so zu handeln, dass die Maxime ihres Handelns zur Grundlage einer allgemeinen Gesetzgebung werden können.

Die Erklärung der allgemeinen Menschenrechte hatte ja bereits 1776 in den USA stattgefunden.

1785 wird der kategorische Imperativ von ihm entwickelt.

Seine Hauptwerke als Aufklärer  schreibt Kant um die Zeit der französischen Revolution, wo Hegel, Schelling und Hölderlin noch am Tübinger Stift studierten.

Obwohl man Hegel gesagt haben soll, du wirst dir dein bissel Verstand noch versuffe machte er nach 2 Jahren Studium bereits seinen Magister.

Für Hegel, dem bedeutendsten  Lehrer von Marx (der ihn persönlich nicht mehr kennenlernen konnte) war das absolute Wissen erreicht, Sinnlichkeit, Verstand und Vernunft als Entäußerung aus dem Absoluten erkannt und damit bewiesen, dass wir alle der liebe Gott selber sind, wie Heine bemerkte, Gott also eine Kreation des Menschen sein kann, eines unbewegten Bewegers.

Also die Religion von den hohen Priestern erschaffen sein kann.

Für Europa war dies Denken schon eine Revolution und vereinigte sogleich die kritischen Geister des Bürgertums und des Adels.

Es beeinflusste nicht nur die Wissenschaft, sondern Literatur, Kunst und die Religion.

Es reichte für den gebildeten Menschen nicht mehr gläubig zu sein, sondern man musste bereit sein die religiösen, wissenschaftlichen, politischen etc. Schriften und ihre Realität in Frage zu stellen, da Hegel nicht im positiven steckenblieb, sondern durch die Negation, der Negation die Gedanken auf eine höhere Stufe hob, dies geschieht in der Zeit während die Idee sich dann im Raume fortbewegt vom Alten ins neue Höhere (Zeitalter etc.).

Damit hatte das neue Europa nach der französischen Revolution bereits seine bürgerliche Emanzipationstheorie, die bei Hegel allerdings quasi kurzzeitig auf den preußischen Staat künstlich zurückgebogen wurde. Frankreich konnte, dieser Bürger der französischen Revolution, nicht als quasi Zwischenstadium der Vollendung seiner idealistischen Dialektik nehmen, denn da hatte man nach Napoleon wieder einen Bourbonen eingesetzt und das war ein Bruch mit der Grand Revolution, denn die Bourbonen waren entadelt worden durch die Guilletine.

In Frankreich hatte sich die Restauration durchgesetzt.

Es begann das Zeitalter der Nationalstaaten, aber auch der Arbeiterbewegungen, die wiederum internationalistisch und multikulturell massiv in der Revolution von 1848 auf europäischer Ebene mit dem Bürgertum die republikanischen und auch sozialistischen Rechte einforderten.

Europa war für einen kurzen Moment wieder zusammengeschweißt durch gemeinsame Interessen und Aktionen.

Dieses Europa erlebte dann leider auch die Occupation Frankreichs bis Paris und die Annexion von Elsass und la Lorraine durch die deutschen Arbeiter, Bürger, Bauern unter der Führung Preußens.

Die Pariser hatte 1871 die Commune de Paris gegründet, doch die 1. Internationale konnte den Krieg nicht verhindern, auch die Bourgeoisie war nationalistisch geworden.

Trotz internationaler Zusammenarbeit und verkehrsmäßigen, ökonomischen Zusammenrückens  der Länder konnte die internationale Arbeiterklasse auch den 1. Weltkrieg nicht verhindern.

Wieder kämpften Deutsche mit Hugenottenhintergrund gegen ihre einstige Heimat aus der sie allerdings geflohen waren.

Schlimmer wurde es im Totalitarismus des 3. Reiches und 2. Weltkriegs.

Erst nach dem 2. Weltkrieg kamen sich Deutschland, die USA, England und andere europäische Länder, obwohl viele aus diesen Ländern Zwangsarbeiter in Deutschland waren, näher.

Von den vielen Toten und dem Verlust der jüdischen Kultur nicht zu schweigen.

Obwohl Deutschland NS-Verbrecher nicht ausgeliefert hat, ist es zur deutsch-französischen Freundschaft (de Gaule-Adenauer), zum Jugendaustausch und vielen Versöhnungen, Städtepartnerschaften  gekommen, auch mit anderen europäischen Staaten.

Für die älteren Zwangsarbeiter, KZ-Häftlinge, Widerstandskämpfer  war und ist das schwer, aber die Europäer bemühen sich weiterhin und kämpfen gemeinsam gegen Antisemitismus, Rassismus für ein multikulturelles Europa – auch indem sie sich ökonomisch unter die Arme greifen – aber bitte nicht nur für die Reichen, sondern auch für die Fortsetzung der großen sozialen Revolutionen des 18.19. und 20. Jahrhunderts den demokratischen Sozialismus  zur Verbesserung der Lage der arbeitenden und nicht arbeitenden Klasse für die Schaffung gemeinsamer sozialer Standards und die Vollbeschäftigung in ganz Europa – dieser alten Kulturregion – und diese Erbschaft muss ergriffen werden, dass ist Verpflichtung für Alle !

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 20. November 2011 um 06:49 Uhr  

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