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Volksheld in Griechenland?

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Georgios Papandreou wird in Griechenland zum Volkshelden werden - und womöglich gehört er längst zu jenen Heiligen, von denen niemand weiß, außer Gott selbst.

In den Beratungen um die Rettung der Währungsunion, um die Rettung des Euro, und um die angebliche "Rettung Griechenlands" musste er im Abseits stehen und sich anhören, was Deutsche und Franzosen für ihn und sein Land und die Gläubiger Griechenlands beschlossen.

Prompt melden die Medien, der DAX reagiere empfindlich, die Märkte seien ungehalten darauf angesprungen, die Börse sei belastet.

Wie können die Griechen nur so volksbefragerisch sein, wenn darunter die ganze Wirtschaft leidet?

Oder fragen wir essentieller:

Welchen Wert besitzt eine Wirtschaftsform, die strauchelt, nur weil das Volk - in einer Demokratie nicht weniger als das Souverän! - an der Neugestaltung seines Gemeinwesens mitentscheiden soll und will?

Ja, so geht das, wenn einer für die Freiheit eines Landes eintritt, von dem andere meinen, es längst unter Kuratel gestellt, seine Demokratie erfolgreich ausgehebelt und durch eine Kommissars- und Bankendiktatur ersetzt zu haben.

Ob Papandreou das politisch überlebt, ob es je zu dieser Volksabstimmung kommt, ist fraglich.

Schließlich ist über die ungleich weniger bedeutende Frage der Zustimmung zum EFSF schon die amtierende Regierung der Slowakei gestürzt (worden).

Die Stimmungsmache gegen Griechenland wird in den nächsten Tagen martialische Züge annehmen, auch in Griechenland selbst werden sich "Europatreue Gruppierungen", womöglich mit orangen Fähnchen, laut und in organisierten Massen zu Wort melden, um im Hand- oder Staatsstreich zu retten, was von der schon sicher geglaubten Beute noch zu retten ist.

Von der empfindlich getroffenen Spekulativwirtschaft berichten die Medien wie selbstverständlich.

Dass mit sinkenden Kursen, die nur sinken, weil das griechische Volk befragt werden soll, ungehaltene Aktionäre mehr Kosteneffizienz und höhere Gewinnmargen beanstanden, Arbeitsplätze zur Erlangung dieses Wunsches abgebaut werden, scheint die Medienlandschaft nicht besonders zu interessieren.

Was eine Wirtschaftsform wirklich wert ist, ist die Frage danach, wie es verteilt, wie es die demokratischen Rahmenbedingungen einbindet und als unveräußerliche Präambel wirtschaftlichen Handels preist.

Die Wirtschaft, die heute unsere Lebensrealität ist, sie ist augenscheinlich antidemokratisch konzipiert, sie verträgt nicht mal Volksentscheide, ohne dabei ins Wanken zu geraten.

Der Skandal ist nicht, dass Griechenlands Regierung politische Teilhabe umsetzt - skandalös ist, dass wir die Mitsprache der griechischen Bevölkerung als Angriff auf Europa und die europäische Wirtschaft verstehen, weil uns das die Spekulativwirtschaft so weismacht.

Demokratiedefizite werden gerne in China, Syrien oder Weißrussland moniert, aber das Plebiszit ist in den 'westlichen Demokratien' Teufelswerk.

Man würde den griechischen Premier am liebsten in Ketten legen, bis er seinen 'irren' Vorschlag zurückzieht.

Wie hieß es doch seinerzeit beim Beitritt von Griechenland? - Es sei schließlich die Wiege der Demokratie.

Eben!

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 04. November 2011 um 19:14 Uhr  

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