Mein Herz schlägt links

Initiative linker SozialdemokratenInnen in der SPD

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start Archiv 2011 Grünes Licht für die Kommunalwahl?

Grünes Licht für die Kommunalwahl?

E-Mail Drucken PDF

 

Bei der Kommunalwahl in Niedersachsen am 11. September haben die Grünen abgeräumt.

 

Anders kann man es wohl nicht besser ausdrücken.

Sowohl in Hannover, als auch in anderen Städten und Kommunen erzielten sie Ergebnisse von über 20, teilweise sogar von über 30 % Stimmenanteil und legten damit einen kometenhaften Aufstieg hin, wie es wohl kaum einer anderen Partei bisher gelungen ist.

Als Wunsch-Koalitionspartner können wir den Grünen also einmal getrost gratulieren und uns mit ihnen freuen, denn sie sichern unsere Rot-Grüne Mehrheit.

Doch was steckt hinter diesem Erfolg?

Ist dies alles das Produkt inhaltlicher Stärke, oder ist es nicht doch nur der Rückenwind durch die allgemeine „Grün-Ist-Toll-Stimmung“, die internationalen Geschehnisse, wie Fukushima oder Stuttgart 21?

Hinter uns liegt ein guter, zum Schluss hin etwas anstrengender, aber dennoch erfolgreicher Wahlkampf.

Hannover bleibt in Stadt und Region in Rot-Grüner Hand, die FDP steht kurz vor der Auflösung und wird vom Stimmenanteil von der Piratenpartei überholt.

Die CDU hat ebenfalls große Stimmenverluste eingefahren.

Nur die Grünen haben stark dazugewonnen, in manchen Stadtteilen Hannovers sogar bis zu 10%! Aber für was eigentlich?

Die Grünen waren im gesamten Wahlkampf faktisch nicht existent und ihr Engagement in Stadt und Region – ja – was soll man dazu sagen, es war nicht übermäßig viel.

Sie haben zwar die Ideen der SozialdemokratInnen fast immer mitgetragen, doch Initiativen kamen selten.

Betrachten wir dazu die Einstellung mancher Grünen-PolitikerInnen und Abgeordneten zur Zusammenarbeit mit der SPD, wird diese zu Gunsten von Schwarz-Grün und der sogenannten „Jamaika-Koalition“ abgelehnt.

Zwei gute Freunde würden ab hier wohl getrennte Wege gehen.

Glücklicherweise sind solche Entscheidungen eher die Ausnahme, doch beobachtet man immer häufiger, dass Grüne Beschlüsse fällen, die einfach nicht links sind, wie das Paradebeispiel Gentrifizierung zeigt.

Während SozialdemokratInnen immer darauf bedacht waren und sind, dass jeder Mensch gleich ist, gleiche Rechte besitzt und damit auch das Anrecht auf eine bezahlbare Wohnung und ein bezahlbares Lebensumfeld hat, wird es in grünen Hochburgen immer mehr Gang und Gäbe, dass diese Stadtteile nicht mehr für jeden Menschen (auch mit kleinerem Geldbeutel) zugänglich sind.

Früher war es die FDP, die eine 2-Klassengesellschaft gefördert hat, jetzt beim Wegbrechen der FDP sind es (vielleicht nicht böse gemeint, oder unbewusst) die Grünen, die dies tun, denn es ist deutlich zu beobachten, dass die klassischen FDP-Klientel zu den Grünen abgewandert sind.

Statistisch gesehen haben die Grünen die am besten verdienenden WählerInnen, somit betrifft sie das Problem bei der Gentrifizierung auch nicht, doch den Großteil unserer Bevölkerung, die obere und untere Mittelschicht, sowie die sozial Benachteiligten betrifft das sehr wohl.

Und ob man es nun will oder nicht, irgendwann werden auch die weniger gut verdienenden Schichten merken, dass die Grünen nicht Politik für sie betreiben, sondern gegen sie.

Ich persönlich habe lieber soziale Gerechtigkeit im Stadtteil, als eine auf Schicki-Micki-Wohnungen, Bio-Veganismus und Reformhaus-Flut beruhende gesellschaftliche Schere, die immer weiter auseinander klafft und ich hoffe für die Zukunft, dass auch die Wählerinnen und Wähler dies erkennen und wieder zur SPD zurückkehren.

 

 

Wahlkampf

Erneuerbare Energien

Statistiken

Benutzer : 342
Beiträge : 5819
Weblinks : 145
Seitenaufrufe : 15952345

Verwandte Beiträge