Mein Herz schlägt links

Initiative linker SozialdemokratenInnen in der SPD

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start Gewerkschaften Wahre Worte von Holger Timmer, Vorstand der IG-Metall

Wahre Worte von Holger Timmer, Vorstand der IG-Metall

E-Mail Drucken PDF

Auf den Seiten von Egon-W-Kreutzer war am 2. September folgender Eintrag zu lesen, den man nicht nur unterstützen kann, sondern muss.

Wie aber folgen den Worten Taten?

Wie werden die Gewerkschaften wieder das, wozu es sie überhaupt gibt und  notwendig sind?

Die Sauerei hat System

(Holger Timmer, Vorstand der IG-Metall)

Und das sagt die Gewerkschaft über eine neue, sich strohfeuerartig verbreitende Masche, Tarifverträge und Mindestlohnvorgaben zu unterlaufen.

Nun leben wir im Kapitalismus.

Da muss jeder sehen, wo er bleibt, auch der Unternehmer, der im Wettbewerb bestehen will, muss auf seine Kosten achten, weil er sonst untergeht.

Also gilt als ultimative Rechtfertigung:

Was einer macht, müssen alle machen.

Und wenn allgemeingültige Gesetze und Vereinbarungen auch nur von einem unterlaufen werden, dann dürfen sie von allen anderen ebenfalls unterlaufen werden.

Das ist nichts als der nackte Selbsterhaltungstrieb.

Wenn die Gewerkschaften mehr erreichen wollen, als mit starken Sprüchen in der Zeit zitiert zu werden, dann müssen sie endlich zu dem werden, was sie eigentlich sein sollten und sich dem mit gleichen Mitteln entgegenstellen.

Was hilft es, jetzt vor irgendeinem Gericht zu klagen?

Bis es zu Entscheidungen kommt, die - wenn überhaupt - Abhilfe schaffen, vergehen Jahre.

Jahre, in denen das ausbeuterische Spiel gefahrlos weiter gespielt werden kann.

Wenn sich Unternehmer das Recht herausnehmen, sich über Gesetze hinwegzusetzen oder sie raffiniert zu umgehen, dann sollten sich auch die Gewerkschaften und die Belegschaften über die sehr unternehmer- und kapitalfreundlichen Bestimmungen des deutschen Streikrechts hinwegsetzen, ihre Kampfmaßnahmen den Tricks und Finten ihrer Gegner anpassen, und so Waffengleichheit herstellen, statt in trutzig demütiger Haltung zu verharren und darauf zu hoffen, dass Politik oder Justiz zu Hilfe eilen.

Da können sie lange warten, im blühenden deutschen Neoliberalismus.

Die Arbeitgeber, die Damen und Herren mit den weißen Kragen machen es doch vor, denen dient jedes Gesetz doch primär als Grundlage für die Überlegung, wie es - einigermaßen straffrei - umgangen werden kann.

Gesetzestreue Unternehmer, die in ihren Mitarbeitern mehr sehen, als ein notwendiges Übel, kämen gar nicht auf die Idee, statt eigenen Mitarbeitern oder - was schon schlimm genug ist - statt legalen Leiharbeitern, sich mit Subunternehmern auf Werksvertragsbasis zu verbünden, um ungestraft Hungerlöhne zahlen zu dürfen.

Mir fehlt seit langem der notwendige Biss in unseren Gewerkschaften.

Da darf sich niemand wundern, wenn die Mitgliederzahlen schrumpfen. Wenn eine Sauerei erkannt ist, und klar geworden ist, dass dieses Sauerei System hat, dann muss man mit den eigenen Mitteln dagegen angehen - und durchhalten.

Wer kämpft, meint Bert Brecht, kann verlieren.Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

Die Story bei Zeit online

Bin gespannt, was sich die Gewerkschaften einfallen lassen, so Egon W. Kreutzer, was sich viele, aus gutem Grund überzeugte, Gewerkschafter auch fragen- ein Generalstreik?

Wo sich die Regierung permanent über das Grundgesetz erhebt und umgeht, wäre es da nicht endlich an der Zeit, zu zeigen, wer das Volk ist, bevor alle Werte, die hier nach dem Krieg aus gutem Grunde entstanden sind, irreparabel zerstört sind?

Zitat: "Kanzlerin Merkel: “Wir leben ja in einer Demokratie und das ist eine parlamentarische Demokratie und deshalb ist das Budgetrecht ein Kernrecht des Parlaments und insofern werden wir Wege finden, wie die parlamentarische Mitbestimmung so gestaltet wird, dass sie trotzdem auch marktkonform ist.”

Quelle: DLF [Podcast]

Bei solchen Aussagen kann es einen nur noch gruseln, meine Güte, sind denn die meisten Bürger dieses Landes desintressiert, resigniert, überfordert und nicht (mehr) in der Lage zu begreifen wohin die Reise geht?

Die Kraft einer Gesellschaft entspricht die Kraft ihrer Ethik- nicht etwa der Kraft ihrer Wirtschaft.

Wer auch immer das sagte, hat es auf den Punkt gebracht.

Denn wenn die Ethik keine Rolle mehr spielt, wissen wir aus den Lehren der Geschichte, was daraus erwachsen kann, hatten wir alles schon- wollen wir das wieder?

 

Wahlkampf

Erneuerbare Energien

Statistiken

Benutzer : 501
Beiträge : 5830
Weblinks : 145
Seitenaufrufe : 16423638

Verwandte Beiträge