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Brennt Berlin ?

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Von außerhalb betrachtet, liest man vor allem in Berliner Blättern in letzter Zeit viel über brennende Autos. In Frankreich, wo aus sozialen Gründen mehr Autos brennen, wissen die meisten Bürger nichts von den Autobränden in Berlin.

In Berlin brennen eigentlich schon länger öfter mal Autos.

In Hamburg kommt das auch vor.

Es ist aber gerade Wahlkampf in Berlin und die Politiker sind eifrig bemüht das Problem zu lösen.

Nun suche man mal nach der berühmten Nadel im Heuhaufen, denn die Autos brennen nicht während sozialer oder ähnlicher Aktionen.

Renate Künast ruft beispielsweise nach mehr Polizei.

Aber man kann nicht an jede Ecke einen Polizisten stellen, auch wenn er in Zivil herumläuft – das spricht sich bei den Tätern herum und schon brennen erst einmal zumindest weniger Autos.

Interessanterweise brennen offensichtlich auch nicht die Autos der armen Nachbarn.

Die Täter ziehen als Einzelrebellen durch die Viertel und knüpfen sich oft etwas bessere Modelle wie Mercedes.

Westberlin, die Insel hatte ja schon früh radikale Gruppen wie den Zentralrat der umherschweifenden Haschrebellen u.ä. Gruppen, die wie Rainer Kunzelmann, Bommi Baumann etc. ihre Aktionen machten, aber nicht nur im Untergrund rebellierten, auch wenn aus diesem Umfeld die Westberliner Tupamaros und Stadtguerilla entstanden ist.

Diese Gruppen hatten auch ihre Organe wie zum Beispiel 883 und Fizz.

Aber die heutigen Autoanzünder hinterlassen keine Nachrichten.

Vielleicht sind es einfach Kriminelle, die nicht aus der linken, sondern der rechten Scene kommen und den „Polizeistaat“ provozieren wollen:

Politische Saubermacher von der Grillparty (mit Grillanzündern zünden sie die Wagen an), die rechtspopulistisch angehaucht sind und durch Provokationen die Bürger anheizen wollen.

Mehr Sicherheit und Ordnung soll gefordert werden und das können die aktuellen politischen Parteien sich nicht leisten.

Wie soll das auch zu 100% erfüllt werden.

Das können aber angeblich immer die Rechten und Populisten.

Denn auch Andreas Baader hat „sein“ Kaufhaus nicht ohne Geschrei angezündet: erst brennen eins, dann zwei etc. und sie wollten damit die Massen erwecken und mobilisieren, wie schon einst die Individualanarchisten wie E.Henry, der behauptet haben soll, wenn du den erst besten Bürger in einem Café erwischst, so triffst du keinen falschen (zur Jahrhundertwende).

Allerdings hatten diese Anarchisten die Erschießung der Arbeiter vor der Jahrhundertwende erlebt.

Diese Militanten sind später in die Gewerkschaften gegangen und haben die direkte Aktion, Fabrikbesetzung und Weiterführung der Produktion durch die Arbeiter durchgeführt.

Orte der Aktionen waren vor allem die romanischen Länder und die USA.

Seinen Höhepunkt fand diese Bewegung in der spanischen Republik 1931-1939/ 36-39 Bürgerkrieg.

Tito hat sich durch die Selbstverwaltungsbewegung der Anarchosyndikalisten in Spanien inspirieren lassen wie der niedersächsische Landtagsabgeordnete Erich Gerlach einst während der Studentenbewegung 68 berichtete.

Solche Überlegungen tauchen während der EU- Finanzkrise nicht auf, die Diskussion um Sozialisierungs, Stiftungseigentum etc. zur Lösung von Insolvenzen findet wenig statt.

Die Gewerkschaften und Parteien haben diese Probleme oft ausgeklammert, weil sie „realsozialistisch“ rochen, dabei gehören sie im Gegenteil überhaupt nicht zum totalitären Sozialismus, sondern eher einem demokratischen Sozialismus des Privateigentums mit kollektiven und utopischen Teilen zur Wiederherstellung einer Vollbeschäftigung und Ausschöpfung höherer Kreativität und Produktivität an.

Brennende Autos ohne soziale Bewegung können keine Meilensteine sein zur Erneuerung der Zivilgesellschaft.

Wenn man die sozialen Hintergründe dieser Aktionen nicht ergreifen kann, bleibt es bei der politischen Spekulation, ob es einfach Leute sind, die die Sau raus lassen wollen, weil sie frustriert sind oder ähnliches.

Solange die Politik im Dunkeln tappt und keinen definierbaren Feind hat, kann sie aber durch den Ruf nach Ordnung von wirklichen sozialen u.a. Problemen ablenken.

Hinweis zur damaligen APO-Zeitung 883

http://www.isioma.net/sds00900.html

 

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 12. November 2011 um 17:44 Uhr  

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