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Start Außenpolitik Die FPÖ und die Kinder Norwegens

Die FPÖ und die Kinder Norwegens

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Es wird auf der einen Seite eilfertig versichert, dass man nichts mit den Bedingungen zu tun habe, die zum Terror gegen Norwegens Sozialdemokratie führten.

Ein Mann, möglicherweise mit Komplize(n) ließ eine Bombe aus Dünger im Osloer Regierungsviertel detonieren und erschoss dann Jugendliche auf der Ferieninsel Utöya.

Seine Taten zeigen die Zeichen des "domestic terrorism" in den USA, denn Dünger wurde auch in Oklahoma City verwendet, während die Glock an den Amokschützen von Tuscon, Arizona erinnert.

Anders B. hat bereits ein Teilgeständnis abgeliefert, auch seine virtuellen Spuren weisen in eine bestimmte Richtung.

Seine Haltung gegenüber Migranten und dem Islam ist sehr feindselig, er ist auch ein eifriger Leser des umstrittenen deutschen Thilo Sarrazin.

Es ist wohl bittere Ironie, dass Sarrazin, auch wenn sehr viele darüber empört sind, Mitglied einer sozialdemokratischen Partei ist.

Der Terrorist traf die Sozialdemokraten als Regierungspartei, aber auch beim Nachwuchs.

Er behauptete, was der Wahlkampfargumentation der FPÖ entspricht, dass sich die Sozialdemokratie besonders der Migranten annimmt, weil diese angeblich mehr Kinder bekommen, sie dann auch Zugriff auf diese Kids haben.

Im Jugendlager auf Utöya waren auch viele Kinder mit Migrationshintergrund, in einer Umgebung, in der sie willkommen sind, zu für die Eltern leistbaren Konditionen.

Natürlich hat auch die FPÖ den Terror verbal verurteilt, wie es alle Parteien getan haben.

Aber sie sät beständig den Wind, aus dem dann Sturm wird.

Es kann niemals legitim sein, zur Stimmenmaximierung falsche Behauptungen aufzustellen und gegen Menschen zu hetzen.

Im Grunde verachtet man auch die Wählerklientel, wenn man ihre Wut anheizt und ihr keine Lösungen anbietet, sie darüber täuscht, dass in einer modernen Gesellschaft alle Menschen Chancen und Rechte haben.

Die Aufgehetzten verlieren doppelt - sie können keine Haltung einnehmen, die ihnen weiterhilft, mit der sie selbst Perspektiven gewinnen können, und sie machen sich Illusionen über das Machbare.

Sie bilden sich zum Beispiel ein, dass sie Jobs bekommen würden, wenn Migranten aus dem Land vertrieben werden.

Sie meinen, dass es irgendetwas an ihren Leistungen und Qualifikationen zum Positiven ändert, wenn Frauen diskriminiert werden.

Sie glauben, dass Vorstellungen aus dem Pleistozän  auch heute zeitgemäss sind, dass Mann-Sein bedeutet, alle anderen niederzuwalzen, die etwas anderes wollen oder eine andere Meinung haben.

Es ist für sie eine Horrorvorstellung, von anderen Kulturen zu lernen, Menschen aus anderen Ländern als Freunde willkommen zu heißen, als Mann "weichere" Seiten an sich zu fördern und so erst ganz zu werden, so erst wirkliche Stärke zu entwickeln.

 

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