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Arbeitsagentur sucht Fachkräfte

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Ach waren das noch Zeiten, als wir eine Arbeitslosenversicherung hatten, die dazu gedacht war, Menschen, die entlassen wurden, deren Arbeit nicht mehr gebraucht wurde, für eine Übergangszeit mit so viel Geld zu versorgen, dass sie in Ruhe und ohne größere Einschränkungen nach einer neuen, ihrer Ausbildung und ihren Fähigkeiten angemessenen Arbeit suchen konnten.

Und damit das für die Versichertengemeinschaft nicht ein Fass ohne Boden wurde, hat sich die Versicherung natürlich auch bemüht, sich nach offen Stellen umzusehen und den Arbeitslosen Vorschläge zu machen, wo sie sich aussichtsreich bewerben könnten.

Jedoch heute spricht niemand mehr von Versicherung, denn es heißt jetzt ARGE oder Job-Center.

Unsere tägliche Fachkräftemangelpropaganda gib uns heute … Bodenlos. Die inneren Widersprüche in dem Interview sind groß wie Tretminen. Frau Varnhagen umgeht immer wieder geschickt die Frage der deutschen Dumpinglöhne – warum die Polen trotz Freizügigkeit nicht einmal als Saisonarbeiter kommen, ist natürlich nur mit deren Heimatverbundenheit erklärbar (die es wohl vor 5 Jahren noch nicht gab).

Die Arbeitsagentur konzentriert alle ihre Bestrebungen auf die Befriedigung von Arbeitgeberinteressen und auf den Import von Arbeitskräften aus den absoluten Billiglohnländern (Bulgarien, Indonesien). Von den Nöten von (offiziell) 4 Millionen Arbeitslosen und 6 Millionen Niedriglöhner, von der jahrzehntelangen Lohnsenkungsorgie, von der Zerstörung von Rente und Sozialstaat in Deutschland ist in dem gesamten seitenlangen Interview in keinem Wort die Rede.

Von der Tatsache das voraussichtlich 2011 mindestens 50.000 Studienanfängerplätze fehlen werden, weil die entsprechenden Finanzmittel fehlen ganz zu schweigen. Statt ausreichend Studienplätze für Fachkräfte zur Verfügung zu stellen versucht man in Deutschland politisch den vermeintlich billigeren Weg und will sich die ausgebildeten Akademiker aus Spanien und Griechenland holen und raubt diesen ohnehin wettbewerbsschwächeren Ländern auch noch das sog. „Humankapital“.

Nein es geht dem Anschein nach nicht mehr darum, Arbeitslose in einen angemessenen oder auch nur zumutbaren Job zu bringen, es geht nicht mehr darum, für die Zeit zwischen zwei Anstellungen den Lebensstandard zu erhalten; das war einmal.

Es geht nur noch darum, die Arbeitslosenstatistik zu schönen, die Menschen unter Androhung von Sanktionen in irgendwelche Jobs oder Maßnahmen zu stecken, damit sie weg sind, aus der Statistik raus sind!

Aber es geht noch effektiver die Menschen aus der Statistik zu bekomme, nämlich durch das komplette versagen von Sozialleistungen mit abstrusen und subjektiven Ansichten irgendwelcher Sachbearbeiter der Jobcenter.

Denn diese haben eine so umfassende Ausbildung, dass sie selbst nicht beteiligten Menschen vorschreiben wollen, was sie zu tun und zu lassen haben.

Als Beispiel sollte eine erwerbslose Frau eine Eingliederungsvereinbarung in der Arge unterschreiben, in der sie gezwungen werden sollte, dem "Gewerbe der Prostitution" nachzugehen.

Offenkundig wurde dieser und weitere Fälle durch eine Umfrage der Berliner Kampagne gegen Hartz IV.

Ich finde es nicht richtig, dass Arbeitslose durch Sanktionen diszipliniert werden!

Durch Sanktionierungen ist es persönlich das schlimmste was man den Arbeitslosen antun kann, festzustellen, dass die verhängten Sanktionen klar rechtswidrig sind und das die Einwände nicht von der Fallmanager(in) ernst genommen werden.

Tatsächlich besteht die Praxis der Arbeitsvermittlung in Deutschland Großteils darin, nicht existente Jobs an Arbeitslose zu „vermitteln“, um diesen dann bei (natürlich!) eintretendem Misserfolg eines derartigen Unterfangens die Schuld in die Schuhe schieben zu können.

Dies ist nichts anderes als „Organisierte Kriminalität“ zu Lasten der Steuerzahler und der von den betrügerischen Maßnahmen Betroffenen selbst.

Die tatsächliche Zahl von rund 3,9 Mio. Langzeitarbeitslosen (Hartz-IV Empfängern) wird hingegen jährlich nur mit immer wieder neuen statistischen Tricks „niedrig gerechnet. Gleiches gilt übrigens auch im Bereich der Jugendarbeitslosigkeit.

Seit Jahren werbe ich dafür, die soziale Sicherung gegen Arbeitslosigkeit, also langes Arbeitslosengeld und Arbeitslosenhilfe wieder herzustellen und damit Hartz IV loszuwerden.

Begründung: die Wiederherstellung einer einigermaßen befriedigenden sozialen Sicherheit.

Es gab eine Zeit, da hielten wir es immer noch für eine Versicherung, die zugunsten der Arbeitnehmer zwangsweise abgeschlossen und von Arbeitnehmern und Arbeitgebern gemeinsam finanziert wird. Weit gefehlt.

Es gibt was Neues.

Die Bundesagentur für Arbeit bemüht sich nun darum, den in Deutschland produzierenden und dienstleistenden Unternehmen qualifizierte Zuwanderer aus Spanien, Portugal und Griechenland zuzuführen um den von den Unternehmen beklagten Fachkräftemangel zu bekämpfen.

Da finanzieren die deutschen Arbeitnehmer über ihre Zwangsbeiträge zu Arbeitslosenversicherung die Anwerbung und Zuwanderung von Dumpinglöhnern ...?

Ist das die Aufgabe der Arbeitslosenversicherung?

Sicherlich nicht!

Es sollten sich doch bitte die Unternehmer selbst drum kümmern, oder eine eigene Versicherung gründen, die solche Eskapaden finanziert.

Es kann doch nicht sein, das der Arbeitnehmer auch das noch mitfinanzieren muss.

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 19. Juli 2011 um 09:45 Uhr  

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