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EHEC in der Biotonne

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Der Gesundheitsminister Sachsen-Anhalts äußerte sich zu den EHEC-Erregern, die auf einem Gurkenrest in der Bio-Tonne einer erkrankten magedeburger Familie gefunden wurden.

Er messe dieser Spur keine weitere Bedeutung bei, weil man ja in einer Biotonne nicht sagen könne, ob der Keim schon vorher auf der Gurke war oder von anderen kontaminierten Lebensmitteln stamme.

Die deutschen Behörden wollen offensichtlich nicht im Biomüll wühlen.

Der Gesundheitsminister zuckte enschuldigend die Schultern.

Hätte noch gefehlt, dass er sagt: Manana.

Jedenfalls hoffe er, dass sich dieser Keim irgendwann von selbst in Luft auflöse, wie es ja zuvor schon verschiedentlich passiert sei.

Dazu dieses etwas blöde Grinsen, das hat mal wieder gereicht.

Als Arzt bin ich äußerst irritiert über die Hunde in den Gesundheitsbehörden, die offensichtlich zum Jagen getragen werden wollen.

Eine ganze Familie erkrankt an EHEC, auf der Gurke im Biomüll findet sich der Keim und man will dieser Spur nicht intensiv nachgehen?

Lassen sich Gurken auf ihren Vertriebswegen nicht zurück verfolgen?

Oder meinen diese Deppen wirklich, dass in jeder Biotonne EHEC-Erreger vorkommen?

Wie denken eigentlich Politiker?

Glauben sie, dass die Öffentlichkeit nicht denken kann?

Kann es sein, dass die ganze Epidemie unseren Bürokraten statistisch zu unbedeutend erscheint, um da größere Energien zu verschwenden?

Hat man in Sachsen Anhalt Angst, die Bauern zu verärgern?

Dieses Vorgehen darf man getrost als lasch bezeichnen.

Aus Angst, dass plötzlich Sachsen-Anhalt in den Fokus rücken könne, wird ein wertvoller Fund bagatellisiert.

Hier rächen sich die dezentralen Zuständigkeiten der Gesundheitsbehörden gewaltig.

Die Seuche wird enfach aus dem betroffenen Bundesland heraus komplementiert.

Dieser Gesundheitsminister jedenfalls lächelte so peinlich vor der Kamera und bagatellisierte die Spur so offensichtlich, dass man den verrückten Eindruck  bekam, man hätte ihn beim EHEC-Gurken züchten erwischt.

Aber nein, nein, die Gurke war doch in der Biotonne!

Was soll man zu soviel politischer Einfalt und menschlicher Indolenz noch sagen.

Ich hoffe nur, dass keiner von den Angehörigen der EHEC-Opfer diesen Bericht gesehen hat.

Eines ist allerdings jetzt schon sicher.

Das RkI ist offensichtlich ganz grundsätzlich mental nicht in der Lage kriminalistische Recherchen anzustellen.

Es wird dort ständig damit argumentiert, dass diese oder jene Spur nicht zielführend sein könne, weil der Erreger schon eindeutig nachweisbar sein müsse.

Kausalketten herzustellen und Zusammenhänge auch systemisch auszuwerten ist deren Stärke nicht.

Das scheinen wirklich nur Mikroskope bedienen zu können.

Es kann einen schon gruseln, wie ineffizient deutsche Behören nach wie vor sind.

Wenn dann noch Politiker dazu kommen, die möglichst keine EHEC-Hysterie in ihrer Region haben wollen, ist klar, was bei der ganzen Suche rauskommen kann.

Nichts!

Nachtrag: Nun hat man EHEC-Erreger auf den Soja Sprossen des Biohofes in Niedersachsen gefunden. Wieder eine Familie erkrankt. Kurzschluss des Ministeriums. Gurken und Tomaten können jetzt wieder bedenkenlos verzehrt werden, weil ja die Erregerquelle gefunden wurde.

Tatsächlich: Vollkommener Schwachsinn, weil auch auf besagter Gurke in Magdeburg EHEC gefunden wurde.

Es geht nur noch um eines! Endlich den Verkauf deutschen Gemüses wieder anzukurbeln und die wirtschaftlichen Schäden für die Landwirtschaft zu minimieren.

Die Argumente die dafür benutzt werden kennt man auch von psychischen Störungen. Man nennt das Paralogik. Ein scheinbarer Kausalzusammenhang wird bar aller logischen Gesetze hergestellt oder negiert.

Reine Politik, reine Propaganda, bewusste Desinformation.

Ein Skandal!

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 11. Juni 2011 um 06:59 Uhr  

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