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Wach – und Sicherheitsgewerbe, der Mindestlohn ist da! Gut oder Schlecht?

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Seit dem ersten Juni gibt es im Wach- und Sicherheitsgewerbe den Mindestlohn.

Das wurde von den BDWS und der Gewerkschaft beschlossen und am 04.05.11 hat das Bundeskabinett dem auch zugestimmt.

Jetzt könnte gesagt werden endlich ist es durch und die Mitarbeiter im Wach- und Sicherheitsgewerbe haben einen Mindestlohn.

Komischerweise wurde am 04.05.11 in den Nachrichten kaum was gesagt, oder es wurde nur ganz nebenbei erwähnt, es gab keine Interviews, keine Kommentare oder sonst irgendwas.

Es ging plötzlich ganz schnell, schon Anfang des Jahres versuchten der BDWS und Verdi einen Mindestlohn durch zu setzen.

Der Grund war einfach wie offensichtlich, die Öffnung am ersten Mai für die Arbeitnehmer aus dem Ausland.

Denn der Preisdruck in der Branche ist ziemlich hoch, auch ohne das Unternehmen aus dem Ausland auf den deutschen Markt kommen und den Druck auf die ansässigen Unternehmen noch mehr erhöhen, indem sie die Preise unterbieten, die die Ortsansässigen Unternehmen für ihre Dienstleistung verlangen.

Dazu muss man aber wissen, dass Früher der Stundenlohn für Sicherheitsmitarbeiter höher war.

Die Sicherheitsunternehmen versuchten Früher ihre Dienstleistung billiger anzubieten und das wurde erreicht, indem am Stundenlohn der Mitarbeiter geschraubt wurde und zwar nach unten und durch die Firmen die sich Sicherheitspersonal ausleihen auch gerne angenommen.

Daher ist ein Mindestlohn für diese Branche nicht schlecht und hilft den Unternehmen sicherlich die Arbeitsplätze die sie bereit stellen zu halten und die Lohnschraube nach unten zu verhindern.

Also im Großen und Ganzen ist der Mindestlohn eine gute Sache, könnte man meinen.

Leider hat die Mindestlohnvereinbarung einen schalen Beigeschmack, denn so wie es früher in anderen Branchen üblich, wurde der Mindestlohn gesplittet.

Erst ab 2013 wird der Wach- und Sicherheitsdienst einen Mindestlohn von 7,50 € haben.

Ab dem ersten Juni 11 bekommt der Sicherheitsdienstmitarbeiter, der den einfachen 34A Schein hat (niedrigste Qualifikation für die Sicherheitsbranche) 7,16 €, ab 01.03.11 7,33€ und am 01.01.2013 halt die 7,50€.

Ein kleines Beispiel aus den Bundesland Bremen, wie es dort mit dem Mindestlohn vollzogen wird.

Dies ist das allererste Mal, dass ein Mindestlohn derart gesplittet wurde.

In keiner anderen Branche wurde der Mindestlohn so abgeschlossen.

Warum dies so ist, weshalb es so gemacht wurde, nun ja darüber wurde nichts geschrieben oder gesagt, dass bleibt ein Geheimnis der Gewerkschaft Verdi und des BDWS.

Was positiv erwähnt werden muss, dass die Mitarbeiter in den neuen Bundesländern jetzt endlich einen Lohn bekommen, bekommen der deutlich über 3,50€ ist und das ist sehr erfreulich wie ich finde, denn sie bekommen jetzt 6,53 €.

Das ist aber noch deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.

Was noch positiv zu bewerten ist, dass die Nacht- Sonntags und Feiertagszuschläge erhalten bleiben!

Jetzt könnte gesagt werden, dass es so gut ist wie es ist.

Leider ist es das nicht.

Schaut man sich genauer den Tarifvertragan, bitte dem Link folgen (http://www.akademie-der-zeitarbeit.de/aktuelles_detail/566/1/).

Wer sich diese Lohntabelle ansieht, wird folgendes sehen in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, ist der Mindestlohn höher.

Vergleichen wir nun die Bundesländer Baden-Württemberg und Bremen, ab 2013 hat Bremen einen Mindestlohn von 7,50€ und Baden-Württemberg einen Mindestlohn 8,90€.

Das ist eine Differenzen von 0,90€ pro Stunden.

Dieses mag auf den ersten Blick nicht viel sein.

Allerdings arbeitet ein Sicherheitsdienstmitarbeiter in der Regel zwischen 220 – 240 Stunden im Monat um überhaupt an das Geld zu kommen, was er zum Leben braucht.

Jetzt stellt sich die Frage, warum es in den Bundesländern verschiedene Mindestlöhne gibt, warum verdient ein Sicherheitsdienstmitarbeiter in Baden-Württemberg mehr, als sein Kollege in Sachsen?

Nach meinem Verständnis ist so eine Handhabe falsch.

Denn der Mitarbeiter in Sachsen macht dieselbe Arbeit, wie sein Kollege in Baden-Württemberg.

Plausibel ist es nicht.

Viele werden jetzt aber sagen, dass die 7,50€ die Untergrenze ist, wie ein Sicherheitsdienstmitarbeiter arbeiten darf in Deutschland.

Das ist die negative Seite dieses Mindestlohnes.

Wir hatten schon seit der Wiedervereinigung Lohnunterschiede zwischen West und Ost.

Jetzt haben wir auch Lohnunterschiede zwischen Nord und Süd.

Für mich hat die Gewerkschaft nicht gut gearbeitet, denn wie kann eine Gewerkschaft zulassen, dass in Baden-Württemberg der Mindestlohn bei 8,90 € liegt und bei den anderen Bundesländern bei 7,50€ liegt?

Verdi hat ein Problem, um richtig aktiv zu werden braucht die Gewerkschaft aktive Mitglieder, die sie aber nicht bekommt, wenn sie solche Tarifabschlüsse mit dem Arbeitgeberverband abschließt.

Den Arbeitgeberverband wird es freuen, da sie in einer höheren Machtposition ist, als die Gewerkschaft.

Dieser Mindestlohnvertrag hat leider Haken und Ösen, er war gut gedacht und schlecht ausgeführt, zum einen hat man den Mindestlohn auf drei Jahre gesplittet und es wurden Regionen besser gestellt als andere.

Dass der Arbeitgeberverband diese Vereinbarung wollte liegt darin begründet, dass sie Angst haben vor der Konkurrenz aus dem Ausland.

Aber die entscheidende Frage ist warum braucht eine Branche wie der Wach- und Sicherheitsdienst einen Mindestlohn?

Ganz einfach, man hat in den letzten Jahren den Preiskampf zwischen den Unternehmen auf den Rücken der Angestellten ausgetragen, dies wurde meisten bei Ihren Stundenlohn gemacht.

Die Firmen die sich Sicherheitspersonal in ihren Unternehmen holen, wollen diese Dienstleistungen, die das Wachgewerbe anbietet, so billig wie möglich haben und zwingen die Sicherheitsunternehmen ständig mit ihren Preisen runter zu gehen.

Die Sicherheitsunternehmen wollen ja auch an ihrer Dienstleistung was verdienen und versuchen deshalb Geld zu sparen, indem sie versuchen die Löhne niedrig zu halten, was früher ja auch geklappt hat.

Die Gewerkschaft hat es versäumt sich so zu Organisieren und sich so aufzustellen, dass sie schlagkräftig gegen den Lohndumping vorgehen kann.

Der Mindestlohn hat das Sicherheitsgewerbe nötig gar keine Frage, leider sind die 7,50€ die es 2013 gibt nur ein Tropfen auf den heißen Stein, denn die 7,50€ fangen nicht mal die Inflationsrate auf, die wir vermutlich 2013 haben werden.

Die Splittung des Mindestlohns hat nur den Vorteil für den Arbeitgeber denn sie müssen nicht die Preise erhöhen, die die Kunden eventuell nicht zahlen wollen.

Der Dumme ist der Mitarbeiter, dem man wieder mal versucht weiß zu machen, dass das Ergebnis zwischen Verdi und BDWS für Ihn gut ist.

Jetzt kann sich jeder die Frage stellen, ob dieser Tarifabschluss wirklich ein guter ist, denn setzt sich so ein Verfahren erstmals durch, werden wir demnächst auch in anderen Branchen solche Tarifabschlüsse haben.

Dieser Abschluss für das Sicherheitsgewerbe wurde nur halbherzig umgesetzt und zeigt eindeutig das in der Tarifpolitik noch viel getan werden muss.

 

 

 

 

 

 

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