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Femen - Kampf um die eigene Haut

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Anna Hutsol lebt in Kiew und hat bereits mehrfach Besuch vom Geheimdienst bekommen, den Viktor Janukovitch nach seiner Präsidentenwahl als erstes unter seine Kontrolle brachte.

Bisher wurde es bei Drohungen belassen, die Protestbewegung, Femen, als deren Kopf man Anna bezeichnen könnte, genießt in der Ukraine eine zwiespältige Anerkennung.

Ihre Mutter zumindest habe wenig Verständnis für die Waffen, mit denen Femen für ihre Sache kämpft.

Nackte Brüste und Hintern, gern auch bemalt mit Prostest-Parolen gegen Zensur und für die Demokratie.

Letztere ist in der Ukraine in akuter Gefahr, der Repressionsapparat der Regierung wuchert seit einem Jahr wie ein bösartiges Geschwür in Politik und Medien, die Pressefreiheit und die Meinungsfreiheit wird durch staatliche Beeinflussung und Unterdrückung offensiv untergraben.

Janukovitsch scheint Putins Kurs der gelenkten Demokratie kopieren zu wollen.

Das Besondere an Femen ist, dass es sich nicht einfach um eine Frauenrechts-Organisation handelt, sondern um eine politische Gruppierung die mit unkonventionellen Methoden für die Demokratie kämpft.

Durch ihre spektakulären Nackauftritte zu verschiedenen politischen Anlässen sind die Frauen von Femen inzwischen international bekannt geworden.

Reportagen und Fotos von ihren Aktionen verkaufen sich gut, weil viel attraktives, weibliches vor den politischen Plakaten zu sehen ist.

Der Stil von Femen ist dabei teilweise ästhetisch so gelungen, dass sie das Zeug zu Pop-Ikonen mit politischer Power haben.

Bedenklich ist aber, dass es derzeit die einzige pro-demokratische Gruppe ist, die in der Ukraine für Furore sorgt.

Es besteht die Gefahr, dass die Studentinnen sich als Träger des Protestes verausgaben und in einem eher lethargischen politischen Umfeld untergehen.

Deshalb brauchen sie internationale Unterstützung, die über den reinen medialen Voyeurismus hinausgeht.

Die Situation der Frauen in der Ukraine ist katastrophal.

Nach dem Untergang des Sozialismus ist die klassisch patriarchalische Struktur der Gesellschaft zu einer Holle besoffener Gewalt für viele Frauen geworden.

Das Ausweichen vor der männlichen Gewalt in der Familie ist häufig gar nicht mehr möglich.

Die Frauen haben in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation häufig nur noch die Wahl zwischen Unterdrückung durch den betrunkenen Mann oder durch Prostitution.

Bekanntermaßen ist die Prostitution von Ukrainerinnen inzwischen ein internationales Geschäft geworden.

Die Mafia der Mädchenhändler geht dabei immer brutaler und ungehemmter vor, weil die Polizei kaum gegen sie vorgeht.

Schlimme Beispiele von verschwundenen Mädchen gibt es vor allem aus dem Osten der Ukraine, der vormals der russische Teil des Landes war.

Anlässlich der Fussball-Europameisterschaft 2012 in der Ukraine ist bezüglich der Prostitution für die Ukrainerinnen schlimmes zu befürchten.

Der wirtschaftliche Niedergang des Landes in Verbindung mit einfallenden Horden primitiver westeuropäischer Männer wird mit Sicherheit zu Vergewaltigungs-Wellen führen, die westeuropäische Hooligan-Veranstaltungen kindlich wirken lassen.

Es ist zu erwarten, dass die Europameisterschaft ein brutaler Schlag in das Gesicht vieler ukrainischer Frauen wird.

Femen agiert also direkt in einem Brennpunkt des sozialen Verfalls.

Der menschlichen Haut an der Demokratie und Menschenrechte in der letzten Verteidigungslinie stehen.

Entsprechend gefährlich ist die politische Arbeit für die jungen Frauen, die höchste Anerkennung verdient.

Wer die Organisation unterstützen möchte oder Informationen benötigt, dem sei die Webpräsenz: femen.org empfohlen.

Mit der Google-Übersetzungsfunktion wird man sich einen Überblick über ihre Aktionen verschaffen können.

Dabei sollte man sich nicht von den schönen Gesichtern täuschen lassen.

Was dort passiert ist ein harter und verzweifelter Kampf um Menschenwürde und Selbstbestimmung sowie um die letzten Reste der Demokratie.

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, 13. Juni 2011 um 13:51 Uhr  

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