Mein Herz schlägt links

Initiative linker SozialdemokratenInnen in der SPD

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Genosse Gabriel wirbt um die Reformer der Linkspartei

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Genosse Gabriel möchte, dass die Reformer der Linkspartei wieder oder erst in die SPD kommen.

Auch ehemalige SED - Mitglieder sollen jetzt eine Chance haben.

Jetzt hat die SPD wahlmäßig wieder etwas Rückenwind bekommen und sich in regionaler Politik teilweise links, ökologisch, sozial und multikulturell gegeben, wie beispielsweise im hannöverschen vor der Wahl und in Bremen, wo es auch schon Zuläufe aus der Linkspartei zur SPD gegeben hat.

Aber in diesen Provinzen hatte die SPD schon immer linke Genossen aus der alten Neuen Linken, der Linken und anderen Initiativen gewonnen.

Dies trifft sicherlich auch für andere Großstädte und einige ländliche Gegenden zu.

Die neuen Genossen von links sind aber wohl kaum aus bundespolitischen Gründen gekommen.

Was da zählte war Kommunalpolitik und vor allem die Aktivitäten und Diskurse der linken GenossInnen innerhalb der Partei.

Argumente in der Tradition von Hegel, Marx, Bloch u.a. finden im Vorwärts dem „Leitorgan“ der SPD keinen Platz.

Noch nie habe ich beispielsweise einen Artikel gesehen, den sie aus „mein Herz schlägt links“ übernommen haben.

Sie halten das vielleicht für einen Haufen sektierischer Schreiber auf die man wenig Rücksicht nehmen muss.

Aber gerade in diesen kleinen Zirkeln und ihren Vernetzungen finden sich potentielle „Überläufer“ für die SPD, aber eben wohl weniger aus Gründen der Bundespolitik und der Hartz IV u.ä. Sozialrestaurationen, sondern weil sie einen kritischen und undogmatischen Diskurs über den Umbau der Zivilgesellschaft suchen.

Es ist ja nicht so, dass diese linken SPD –Gruppierungen ohne Einfluss sind und die Mandatsträger der linken SPD haben auch keinen leichten Stand in ihren Ämtern gegen die Seeheimer u.a..

Aber eine radikal reformerische linke Theorie können sie auch nur in den seltensten Fällen vertreten und durchbringen.

Im Parteiorgan wird nur ein seichter Reformismus vertreten und Genosse Gabriel will uns doch wohl nicht weißmachen, dass er damit die Linken in die SPD bekommt.

Dabei wäre es sicherlich noch nicht einmal schwierig selbst die Brücke zum radikalen Flügel der Linken zu schlagen, wenn man die materialistische dialektische Art des Handelns, Denkens und der Bewusstseinsveränderung anwenden würde und nicht die nach Kant weiterentwickelten metaphysischen Denkweisen, die nie das Ganze ergreifen.

Es sind also die wesentlichen Widersprüche herauszuarbeiten und in Utopie und Vorschein ein neuer sozialer, ökologischer Weg für die multikulturelle Zivilgesellschaft zu finden, wo wir den aufrechten Gang einüben können.

Wenn man nur Lohndumping beispielsweise kritisiert und nicht die ökonomischen und sozialen Zusammenhänge des europäischen und globalen Kapitalismus analysiert, kann man auch keine lokale, nationale, europäische und internationale Strategie gegen die Auswüchse des Kapitalismus finden.

An der Produktion von besseren Waren, mehr Kapitalgewinn müssen auch der einheimische Arbeiter, Arbeitslose, Rentner und auch die Kinder profitieren, damit der Binnenmarkt angekurbelt und Handwerk, Kleinindustrie, neue Dienstleistungsbetriebe und Betriebe mit neuen Technologien in Gang kommen.

Durch gute Bildung und Ausbildung und brachliegendes Bildungskapital etc. von MigrantInnen kann ein weiterer Aufschwung in Gang gebracht werden, von dem aber alle Menschen profitieren können, sonst findet in Deutschland und Europa nur eine erweiterte Proletarisierung der Volksmassen statt, die dem Bilde nach einen sozialen Stillstand oder Rückschritt gegenüber der tatsächlichen ökonomischen Entwicklung bedeutet.

Die alten Mittelschichten sind schon seit den 20er Jahren in diesen Strudel gezogen worden und heute werden die verarmten Arbeiter in eine ähnliche Abwärtsbewegung hineingezogen.

Dies geht auch mit einem Verlust kulturellem Kapitals einher.

Man schlägt zum Teil die Hände über dem Kopf zusammen, wenn man erfährt was aus den Nachfahren von kulturellen, politischen Familien geworden ist, die viele Generationen die deutsche Geistesgeschichte geprägt und den Nationalsozialismus als Juden oder Nichtjuden überlebt haben.

Viele wurden wie im Sozialismus von Akademikerfamilien zu Bettelstudenten u.ä. gemacht.

Die geistige Auslese durch einige Halbgebildete an den Unis nach dem 2. Weltkrieg haben nach der Shoah hierzu beigetragen.

Alte konservative Professoren haben solche Intelligenz (auch rudimentär) noch erkannt, was man von einigen der Neuen Linken Professoren nicht sagen könnte, sagte mal eine freudianische Psychoanalytikerin.

Da ist viel geistiges Potential „verbrannt“ worden.

Das hat es zwar zu allen Epochen gegeben, dass beispielsweise aus der internationalen Philosophenfamilie, der islamischen, jüdischen, christlichen, marxistischen Philosophen, die eine oder andere Generation mal wieder als Handwerker arbeiten musste, aber auch durch ihre Familienbindung zum internationalen Hochadel (orientalisch, französisch) mal als Präsident (T.Jefferson, USA), Geistige, Händler, Handwerker, Freibeuter oder im Bergbau arbeiten konnten und mussten.

Unter den „dummen“ Türken von Sarrazin können durchaus Mitglieder dieser Familien (Clans) stecken

Auch in der Bebelfamilie gibt es noch Handwerker.

Abstammungsförderung hat auch einen adligen Beigeschmack und klingt sehr konservativ.

Aber die Linken haben auch das kulturelle Erbe und die Aufarbeitung der Vergangenheit zu fördern, die Gesellschaft in dieser Richtung zu verändern – Reformwille ohne kulturelles Erbe bringt keine neue Kreativität hervor, sondern betont nur die Negation und kann einen neuen Nihilismus wie er im 3. Reich produziert wurde hervorbringen (Vgl.Finkielkraut).

In der BRD ist nach dem 2. Weltkrieg durch die alten Nazis in Industrie, Uni, Schule, Verwaltung etc. viel kaputt und nicht wieder gut gemacht worden.

Die französischen Philosophen Glucksmann, Lévy und Bruckner haben nach dem Mai 68 bekanntlich einen links-rechts Kurs eingeschlagen.

Sie suchen sich ihre Anhänger mal auf der linken mal auf der konservativen Seite.

Gabriel versucht sich in ähnlicher Weise, nur ist er kein Philosoph und kann den Linken Reformern auch keine originelle Philosophie anbieten, die sie zum Übertritt in die SPD bewegen kann.

Er sollte sich im Kampf um die linken Genossen der Linken lieber auf die Diskursfähigkeit seiner eigenen Genossen verlassen und zum Beispiel, „mein Herz schlägt links-SPD“ mehr Gehör verschaffen, dann wird die SPD auch wieder größer und schlagkräftiger.

 

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 28. Mai 2011 um 07:02 Uhr  

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