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Grenzen

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Die Auseinandersetzungen und Verschiebungen von Grenzen durch Kriege gehören zu den alltäglichen Problemen in der Weltgeschichte.

Einmal durch einen Angriffskrieg verschobene Grenzen lassen sich schwer wieder rückgängig machen wie die Friedensverhandlungen zwischen Israel und Palästina zeigen.

Hätten die arabischen Staaten Israel nicht angegriffen, würden die Juden nicht auf dem Boden ihrer Vorfahren stehen.

Alle völkerrechtlichen und juristischen Formeln können nicht die historischen Dimensionen, die Philosophien, die hinter solch einem Konflikt liegen vollständig ergreifen und aufheben und das macht die Sache eben nicht leicht.

Einige Araber, die ebenfalls dort ansässig sind/waren wollten alles Land zurück und haben Teile verloren.

Seit 1967 gibt es diesen Konflikt mit einigen friedenspolitischen Annäherungen, leider überwiegt der aggressive Kommunikationsstrang mit realer Gewalt und Attentaten gegenüber einer multikulturellen und interkulturellen Zusammenarbeit.

Religiöser Fundamentalismus auf beiden Seiten sind Hemmschuhe:

Die ungeklärte Geschichte der Shoah seitens der Araber und die nicht ergriffene jüdisch- islamische Geschichte, Gemeinsamkeiten z.B. in Zeiten der Hochkulturen mit Phasen des gegenseitigen Respekts und multikultureller Zusammenarbeit wie in Al Andalus sind die andere Seite eines gemeinsamen Erbes, das verdrängt wird.

Natürlich darf man nicht vergessen, dass auch in den alten jüdisch, islamischen Gesellschaften es zu Judenverfolgungen, aber auch Verfolgungen von undogmatisch gläubigen Islamisten gab.

Deren Opferzahl, die der Juden sogar noch weit übertroffen haben soll.

Avicenna (Ibn Sinna), der große islamische Arzt und Philosoph musste ebenso wie der große jüdische Arzt und Philosoph Maimonides aus Al Andalus fliehen.

Man sagt auch, dass Maimonides von Ibn Sina gelernt und dessen Bibliothek geerbt habe.

Heute sterben bei den Attentaten der fundamentalistischen Islamisten auch mehr islamisch Gläubige als Christen, Juden u.a., wenn auch der verbale Angriff sich immer gegen die westlich orientierte Globalisierung richtet.

Enorme Sicherheitsvorkehrungen verhindern allerdings auch Attentate wie den 11. September.

Es gibt ja schließlich nicht nur Israel und Palästina im Nahen Osten als Krisengebiete.

Die Grenzen der Kurden sind ebenfalls nicht abgesteckt.

Sie leben vorwiegend in der Türkei, Syrien, Iran und Irak und haben jetzt erst im Norden Iraks ein autonomes Gebiet.

Jahrhundertelang standen sie unter der Herrschaft des osmanischen Reiches.

In den diesen Gebieten des Nahen Ostens sind die fundamentalistischen Terroristen oder Diktaturen wie Syrien noch zu einflussreich.

Nicht die Suche nach einem multikulturellen Zusammenleben steht an, welches selbst unter Einschränkungen unter den Osmanen vorhanden war, sondern irgendein demokratischer Weg, der aber noch das Nationale betont.

Selbst Syrien ist von diesem Aufbruch in den islamischen Diktaturen ergriffen.

Und die Türkei wird mit ihren Minderheitenproblemen auch nicht fertig.

Es ist Schade, dass im Nahen Osten der Kampf um die Grenzen noch so blutig geführt wird wie in Europa bis ins 19. und 20 Jahrhundert und in Amerika zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert mit den Ureinwohnern, den Native Americans.

Im Nahen Osten würde sich vielleicht eines Tages ein föderales Verbundsystem wie in Nordamerika anbieten, wobei die Unabhängigkeit der einzelnen Ethnien einem gemeinsamen Staatsinteresse untergeordnet würde.

Dabei könnte es für einige Ethnien Nachteile geben wie den Verlust von Gebieten bei den Native Americans in Amerika oder man würde sich auf bestimmte Grenzlinien einigen und sich dann nationalstaatlich vereinigen wie die EU.

Hierbei liegt die Schwierigkeit in der kurdischen und jüdisch/palästinensischen Frage.

Solange die Waffen nicht schweigen, keine Raketen mehr abgeschossen werden und keine Attentate mehr stattfinden, wird es allerdings auch kaum eine vorrübergehende Ruhe und Frieden geben.

So werden besetzte Gebiete der Kurden und Ansprüche der Palästinenser bei der Gegenpartei auf wenig Verständnis stoßen.

Was das Verhältnis Türkei/Israel nach der Verbrüderung von Hamas und Fatah betrifft, hat der türkische Präsident Abdullah Gül in einem Interview im Wall Street Journal an die Hamas appelliert, dass sie das Existenzrecht Israels anerkennen möge.

Sonst kann man im schlimmsten Fall von neuen Kriegen und neuen Grenzen ausgehen, wodurch die soziale Lage verschlechtert, Solidarität und Multikulturalität, sowie gemeinsames wirtschaftliches Wachstum in der Region erschwert wird.

 

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 26. Mai 2011 um 03:55 Uhr  

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