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Initiative linker SozialdemokratenInnen in der SPD

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Warum Soziokultur wichtig ist ?

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Jeder kennt die Orte offizielle Kultur:

Museen, Theater, Oper, Galerien, Bibliotheken auch religiöse Gebäude mit Musik-Gesangsaufführungen, Vorträgen etc..

Aber Soziokultur.

Was ist das, fragte neulich eine Genossin ?

Eine CDU Ministerin sagte während einer 20 Jahresfeier in einem soziokulturellem Zentrum, das gerade aus dem Konkursverfahren herausgekommen war, dass das hier inzwischen etabliert sei.

Dabei fing alles Bei Faust vor 20 Jahren unter harten Bedingungen an.

Eine Initiative von mehren alternativen Gruppen politischer, kultureller und handwerklicher Art hatte vor eine alte Bettfedernfabrik zu bekommen, um soziale Kontakte, kulturelle und politische Information zu fördern.

Ein paar KünstlerInnen und HandwerkerInnen wollten ihre Ateliers haben, um zu malen, Kunstwerke aus Metall zu schweißen, Steinarbeiten zu meißeln, aus Holz z.B. Phantasiemöbel zu bauen und auszustellen.

Hinzu kamen MigrantenInnenvereine, die sich regelmäßig in eigenen Räumen treffen wollten, die Perser wollten eine iranische Bibliothek errichten und ein paar Musiker bei Gelegenheit Musik machen.

So wurde ein Dachverein gegründet, der sich FAUST nannte

Seit 1991 steht das Kulturzentrum Faust im Herzen des hannoverschen Stadtteiles Linden für eine lebendige und vielschichtige Kultur- und Stadtteilarbeit

Auf dem ehemaligen Gelände der Bettfedernfabrik Werner & Ehlers bietet Faust seit knapp zwei Jahrzehnten auf über 6300 Quadratmetern eine vielseitig nutzbare Infrastruktur für Kunst, Kultur, Bildung und Soziales.“

In der Soziokultur zählt vor allem der soziale Kontakt.

Man diskutiert über Politik, Kunst, Literatur etc. und trinkt gemeinsam Kaffee, sorgt dafür dass die Infrastruktur (Gebäude, Kommunikation) verbessert und der Kontakt zum Stadtteil hergestellt wird.

In diesem Falle das alte Arbeiterviertel Linden/Hannover, das nun multikulturell geworden ist wie Kreuzberg in Berlin.

In Linden wurde auch Hannah Arendt am 14.10.1906 geboren als der heutige Stadtteil noch eine selbstständige Stadt war.

Um die Kommunikation unter den Vereinen und Besuchern zu verbessern, gründete eine Initiative eine Kantine aus der 2 Veranstaltungscafés/Restaurant und ein Biergarten wurde.

Dadurch entstand noch intensiverer Kontakt mit der Bevölkerung.

Manch scheuer Bürger wagte dann auch mal einen Spaziergang übers Gelände zu machen und einen günstigen Kaffee zu trinken.

Nach einigen Jahren kam auch noch ein Kindergarten in ein Gebäude.

Die Geschichte des Stadtteils wird ebenso gepflegt wie die multikulturelle Beilage zur Stadtteilzeitung.

In der Kunsthalle stellen KünstlerInnen aus Partnerstädten und anderen Ländern aus.

Alternative Lesungen, auch von SchriftstellerInnen aus anderen Ländern finden regelmäßig statt, ebenso ein Theaterfestival und Dietrich Kittner ist auf der Bühne regelmäßig aufgetreten, wenn es seine Gesundheit erlaubte.

Lange sind die Zeiten vorbei, wo man noch dachte, da treiben sich Linksradikale und arbeitsscheue Leute herum.

Man hat vielmehr erkannt wie Arbeitslose und institutionell geförderte Leute gemeinsam viele Projekte auf die Beine stellen, die Kreativität und den Diskurs in der multikulturellen Zivilgesellschaft und besonders im Stadtteil fördern.

Nicht nur Sozialdemokraten, Linke und Grüne arbeiten und unterstützen inzwischen die Arbeit, sondern auch CDU und FDP.

Solche Zentren sind über Landes- und einen Bundesverband der Soziokulturellen Zentren auch verbunden.

Diese Kulturzentren gibt es mittlerweile in vielen Stadtteilen, meist in kleinerem Format und auch in ländlichen Gegenden und Kleinstädten.

Durch sie haben sich manche KünstlerInnen, Autoren, PolitikerInnen einen Namen gemacht.

Wichtig hierbei ist aber, dass sie nicht zum Sprungbrett einer egoistischen, individuellen Karriere werden, sondern dass das kollektive Bewusstsein erhalten bleibt und auch das Ziel mit sozial Schwachen die Alltagskultur zu fördern, ihnen auch Hoch- und Interkultur im Rahmen der Soziokultur zu vermitteln, also den BesucherInnen Literatur, Kunst, Politik von ihren türkischen etc. Mitmenschen zu bieten und zur Diskussion zu stellen.

Durch Austauschprogramme erfährt man in solchen Zentren auch über Soziokultur und Basisinitiativen zum Beispiel im Umweltbereich anderer Länder.

Weil hier die Basis lokal und global kommuniziert und sich vernetzt, sind soziokulturelle Zentren wichtig.

Soziokultur muss nicht bürgerlich schick sein wie in der Oper, aber kreativ und kommunikativ.

 

 

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