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Schwarzafrika - Hoffnung für Frieden und Entwicklung

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Die Weltöffentlichkeit kümmert sich manchmal weniger um Schwarzafrika.

Für Hegel war es noch ein dunkler Kontinent.

Für die Europäer fängt die Geschichte Schwarzfrikas mit dem Sklavenhandel und dem Kolonialismus an.

Sie teilen Afrika auf der Berliner Afrika- und Kongokonferenz 1884 ohne Rücksicht auf die Königreiche, Ethnien und Kulturen in ihre Interessensgebiete ein, um Afrika im „Geiste des guten gegenseitigen Einvernehmens“ auszubeuten, ihrer Würde zu berauben, sie zu christianisieren und ihre kulturelle Geschichte zu zerstören.

Joseph Ki Zerbo war einer der ersten afrikanischen Historiker aus Burkina Faso, der die Geschichte Afrikas, ihrer Kulturen, Staaten etc. aufzeichnete.

Mit der Brille des Eurozentrismus hatte man vorher Kulturen, Masken, Magie etc. studiert.

Stanley und Livingston gehörten zu den bekannten Forschern.

Tempels hatte die Bantu-Philosophie aufgezeichnet.

Bekanntester deutscher Forscher war beispielsweise Frobenius, dessen Masken, Gebrauchsgegenstände etc. in deutschen Museen zu sehen sind.

An die islamischen Geschichtsaufzeichnungen über Afrika in Timbuktu in Mali kamen europäische Forscher in früheren Jahrhunderten nicht heran.

Nur Heinrich Barth hatte sich als Islamist verkleidet und des arabischen mächtig, in diese Stadt begeben können.

Zur Zeit ist die Elfenbeinküste öfter in den Medien, weil es wieder einmal zu einem Bürgerkrieg zwischen zwei Präsidenten gekommen ist.

Der eine Alassane Ouattara hat die Wahl vor knapp fünf Monaten gewonnen und ist auch internationale anerkannt und der andere Ex-Präsident Laurent Gbagbo versucht sich mit seinen Truppen an der Macht zu erhalten.

Massaker an der Zivilbevölkerung kennzeichnen seinen Widerstand.

15.000 UN-Blauhelme stehen hinter dem gewählten Präsidenten und 1500 französische Soldaten ebenfalls mit UN-Auftrag, die vor allem die 12.000 Franzosen in der Elfenbeinküste schützen sollen.

Die Blauhelme sollen seit 2004 den Waffenstillstand sichern und die Bürgerkriegsparteien entwaffnen.

Der Expräsident Gbagbo wurde, nachdem seine Leute auch noch Geiseln genommen haben sollen, in seinem Präsidentenpalast und seinem Hausbunker attackiert worden sein.

Er hatte schon mal die weiße Fahne gezeigt, um in Verhandlungen eine günstige Position zu erwirken.

Es gab auch schon Gerüchte, dass er das Land verlassen wolle.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte erlaubt den Franzosen die letzten Truppen von Gbango anzugreifen.

Die Franzosen, einstige Kolonialmacht, wollen ihn aber auch nicht festnehmen.

Auslandskonten wurden schon von der EU gesperrt.

Die Elfenbeinküste ist ein multiethnisches Land, das von der Kakao- und Kaffeeproduktion lebt.

Es ist kein Ölland wie Libyen.

Auch dieser Staatskonflikt ist beispielsweise ohne den Hintergrund der ethnischen Trennung alter Regierungsgebiete und der Kolonialpolitik nur oberflächlich zu verstehen.

Wenn man einen Einblick in die ethnischen Konflikte und ihr Verhältnis zur Kolonialmacht Frankreich erhalten will, so empfiehlt sich die Bücher von Amadou Hampâté Bâ (1900-1991) zu lesen.

Sie geben einen Einblick in die orale Tradition und schildern romanhaft das Leben in Mali, der Peul und anderer Ethnien und geben so ein Beispiel für den Dialog zwischen den Kulturen.

In seinen Memoiren über Kindheit und Jugend schildert er wie zwischen den ethnischen Konflikten seinen Weg über eine französische Militärschule den Aufstieg in der Gesellschaft beschreitet ( Jäger des Wortes. Eine Kindheit in Westafrika. Wuppertal ² 1995 und Qui, mon commandant ! In kolonialen Diensten. Wuppertal 1997 )

Er wird in den Exekutivrat der Unesco gewählt, nachdem er ethnologische Studien am Institut von Professor Théodore Monod in Dakar betriebt.

Er sammelt mündliche Überlieferungen von afrikanischen Völkern.

Nach der Unabhängigkeit Malis 1960 gründet Amadou Hampâté Bâ das Institut des Sciences Humaines in Bamako.

Leider gibt es nicht alle seine Werke in deutscher Sprache.

In die afrikanische Gesellschaft kann man sich am besten hineinversetzen, wenn man seine neueren Romane liest, die vom Kolonialismus, der Befreiung, der Genderproblematik etc. handeln.

Durch sie erhält man ein buntes Bild der afrikanischen Gesellschaft zwischen Verzweiflung und Hoffnung.

Vor 20 Jahren schrieb Axelle Kabou Weder arm noch ohnmächtig. Eine Streitschrift gegen schwarze Eliten und weisse Helfer, deutsch im Lenos Verlag, 1993.

Darin gibt sie u.a. der Sklaverei die Schuld, dass Afrika sich nicht entwickeln konnte, weil es unter diesem Trauma leidet.

Außer dem sind es die Eliten, die diesen Prozess der Entwicklung mit aufhalten.

Die zahlreichen korrupten Systeme, die die staatliche Entwicklungshilfe haben verschwinden lassen, sind der Beweis.

Axelle Kabou wurde damals scharf kritisiert, weil sie auch von einer Faulheit, mangelnden Initiative sprach, obwohl Afrika die Möglichkeiten hat sich selbst zu entwickeln.

Albert Memmi kritisierte vor ein paar Jahren auch den mangelnden Fortschritt Afrikas seit der Kolonialzeit.

Dabei muss man sich vor Augen führen, dass Afrika von den westlichen Industrienationen auch als Müllkippe benutzt wurde, dass man die afrikanische Textilindustrie kaputt gemacht hat, weil man Altkleidung aus Europa in Afrika verkaufte.

Inzwischen gibt es durch afrikanische Nähwerkstätten und Modeschöpfer eine kleine Kehrtwende.

Auch gegenüber dem Import alter Autos haben afrikanische Staaten härtere Auflagen gemacht, nachdem ihre Gesundheitskosten durch Umweltverschmutzung in den Städten so gestiegen sind und die Städte platzen aus den Nähten.

Aber kleinere Entwicklungsprojekte und Eigeninitiativen wie die Herstellung von Möbeln, Spielzeug, Gebrauchsgegenständen aus alten Materialien zeugen von Kreativität und Fortschritt.

Nun sind es die Chinesen, die überall Rohstoffe ausbeuten, ihre Händler mitbringen und mit ihren Billigprodukten die einheimischen Händler kaputt machen.

Sie bringen aber auch billigere Werkzeuge als die Europäer und darin liegt wieder ein Stück Hoffnung auf Kreativität.

Alte chinesische Waren hat man auch an der Ostküste Afrikas gefunden, ebenso wie in Zimbabwe Gebäude aus Stein.

Da haben also Afrikaner aus Porzellan Schälchen gegessen wohl vor den Europäern.

Vieles muss noch von dem kulturellen Erbe der Vergangenheit ergriffen und Afrika mit einer Hilfe zur Selbsthilfe weiter in Gang gebracht werden, denn Afrika ist reich an Naturschätzen.

Die Zeit der Entwicklungshilfe an die Staatschefs ist wohl vorbei und man kann auch hoffen, dass reiche Stiftungen wie Bill Gates das Gesundheitssystem wieder in Gang bringen und die durch Krieg und Bürgerkrieg leidenden Menschen wieder auf die Beine helfen, dass ehemalige Kindersoldaten wieder eine Hoffnung in einem neuen/alten kulturellem Afrika haben, dass Afrika von einem dunklen Kontinent mit seiner Musik, seinen Tänzen und Farben in eine friedlichen Zukunft geht..

Jede Familie Schwarzafrikas soll jetzt schon Zugang zu einem Handy haben und wenn das neue Überseekabel gezogen ist, kann man vielleicht auch in ganz Afrika über Internet, Facebook mit sich und der restlichen Welt kommunizieren.

 

 

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