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Start Außenpolitik Vom Staats- zum kollektivem und Privateigentum

Vom Staats- zum kollektivem und Privateigentum

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China kann man behaupten, gehört nicht zur kapitalistischen Gesellschaftsformation, auch wenn es mit ihm in einer Kapital- und Warenverbindung.

Das ist vom Selbstverständnis und des chinesischen politökonomischen Weges des Sozialismus auch so zu sehen.

 

In der proletarischen Gesellschaftsformation chinesischer Prägung gab es keine Möglichkeit von der überwiegend sozialistischen landwirtschaftlichen Produktion in eine hochentwickelte sozialistische Industrieproduktion zu gelangen.

Also fand China einen neuen Weg der Mischökonomie.

Es ließ private kapitalistische Industrien zu ohne ihnen moderne Arbeitsvorschriften aufzuerlegen.

Damit begaben sie sich in bezug auf den Arbeitsprozess und die Entlohnung in eine scheinbar frühkapitalistische Welt.

Es entstand eine reiche Oberschicht, eine neue Mittelschicht, ein armes Proletariat der Wanderarbeiter durch Landflucht (bis 2003 illegal), arme bäuerliche Schichten und riesige Konsummöglichkeiten, die denen des modernen Kapitalismus kaum nachstehen.

Nun hat die rückständige sozialistische Gesellschaftsformation einen modernen Kapitalismus in sich mit einer kommunistischen Einheitspartei.

Eine bisher einmalige Konstellation, die in Vietnam Nachahmer gefunden hat.

Die kommunistische Partei Chinas kann hier kaum verhindern, dass im kollektiven Kältestrom des Marxismus die Haifische anfangen die kleinen Fische zu fressen.

Das Konsumbewusstsein hat bereits die neuen Mittelschichten erreicht, die Widersprüche mit dem produzierenden Proletariat, das von diesem Konsumrausch ausgeschlossen ist, werden größer.

Hinzu kommen die multikulturellen Probleme.

China war und ist immer noch einer der größten multiethnischen Staaten des Planeten.

Auch, wenn für die Außenstehenden alles einheitlich aussieht, so sind schlummernde Kulturen, Kulte, Religionen etc. wieder erwacht.

Die Zerstörung der alten Kulturen, Tempel, Stadtanlagen durch die vereinigte proletarische Kultur war eben keine Ergreifung und Aufhebung des Problems.

Nun öffnet sich China allmählich.

Man hört von der Zulassung von Religionen und Ergreifung alter Bräuche, aber im Inneren zerstören auch gleichzeitig die geschichtslosen Menschen ohne Kulturbewusstsein alte Gebäude, ein Kältestrom des Marxismus und des Kapitalismus.

Sie zerstören alte Stadtkerne, errichten Staudämme und lassen es zu, dass Superreiche entstehen ohne, dass sich für die Volksmassen die soziale Lage erheblich verbessert.

Die multikulturelle Gesellschaft Chinas ist dauernd auf Wanderschaft:

Vor dem Staudamm in höhere Gegenden, aus den alten Stadtkernen an den Rand und vom Lande in die Stadt und auch zurück.

Die Zivilgesellschaft als sozialistisches Experiment mit verschiedenen Parteien und die freie Meinungsäußerung steht noch aus.

Aber es können Dialoge und neue Diskurse des materialisten Verstandes und der materialistischen Vernunft über soziales, urbanes und ländliches Leben entstehen, was auch in einigen Dokumentarfilmen, Spielfilmen etc. dargestellt wird.

Immerhin können die gesellschaftlichen Verhältnisse im Produktions- und Konsumtionsbereich auf mindestens 2 Ebenen, d.h. der Basis von 2 Gesellschaftsformationen in einem Land materialistisch diskutiert , verändert und erprobt werden. Oder es kommt eines Tages der roll –back in den Manchesterkapitalismus.

Es gibt Aussagen, wonach sich der Lebensstandart vom Salair, der Kaufkraft im heutigen China nicht verschlechtert hat.

Es ist wahrscheinlich müßig auch für eine gegenteilige Behauptung einen zufriedenstehenden Beweis zu finden, der nicht subjektiv durch einzelne Berichte und wenige qualitative und quantitative Aussagen zu belegen wäre.

Migrationsarbeiter in Amerika in früheren Jahrhunderten, sowie die Migrationsarbeiter in der EU haben einen höheren Lebensstandart in ihrem Aufnahmeland gefunden als in ihrer Heimat, selbst unter, für das Aufnahmeland, entwürdigenden sozialen Verhältnissen.

Manche haben jahrelang in Baracken ohne Frauen gelebt, nur um etwas Geld an die Familie auf dem Lande in Italien, Türkei, Schwarzafrika oder Nordafrika zu schicken.

Anders kann man die Wanderbewegungen in China wahrscheinlich auch nicht verstehen.

Nur, dass dort eine Wanderung in einem Reich stattfindet und nur uralte ethnische etc. Grenzen überschritten werden, die auf dem Papier kaum mehr existierten und nur bei Unruhen wieder bewusst und publik werden.

Lange lassen sich durch diese Wanderungen die Meinungsfreiheit und die Menschenrechte sicherlich nicht unterdrücken.

Sozialismus ohne Demokratie ist nicht möglich.

Vielleicht entscheidet sich China schließlich doch noch für einen Weg der sozialen Demokratie mit einer modernen Sozialgesetzgebung, also für eine Zivilgesellschaft in der Kollektivwirtschaft und Privateigentum also zwei Gesellschaftsformationen so im Wettstreit stehen, dass die Lage der arbeitenden Klasse beständig verbessert wird.

 

 

 

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