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Islamkonferenzleitungskritik

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Man hat bisweilen irgendwie den Eindruck, dass man Deutschland und deutsche Werte permanent „gegen die CSU“ verteidigen muss.

Umso befremdlicher erscheint der Umstand, dass ein CSU-Minister sein kurzem mit dem Innenministerium eines der wichtigsten Ministerämter unserer Republik bekleidet.

CSU-Politiker sind aufgrund ihrer teilweise erzkonservativen und sich populistisch je nach Wetterlage ändernden Meinung für viele Ämter ungeeignet – für die Leitung einer Islamkonferenz trifft das in besonderem Maße zu.

Wer ist bloß auf die absurde Idee gekommen, einen CSU-Mann die Islamkonferenz leiten zu lassen?

Ich wähle doch auch nicht FDP, weil ich für den Atomausstieg bin!

Als Leiter der Islamkonferenz solltest du vermitteln, moderieren, diplomatisch agieren – und jetzt kommt da einer wie Friedrich daher, von dem man doch eigentlich ganz genau weiß, dass er die Konferenz im Grunde für sinnlos und überflüssig hält.

Eine Woche vorher sagt er noch, dass der Islam nicht zu Deutschland gehört, was natürlich extrem zu konstruktiven Gesprächen im Rahmen der Konferenz motiviert.

Und auf der Konferenz selbst bricht Friedrich das ewig alte Unions-Extremismus-Geleier auch noch auf den Islam herunter: Muslime sollen stärker mit Sicherheitsbehörden zusammenarbeiten, um gegen Extremismus in den eigenen Reihen vorzugehen.

Da wirste doch deppert bei!

Richtig ist:

Extremismus, egal aus welcher Richtung und egal aus welchem Kreise, bedarf einer Bekämpfung durch alle demokratischen Kräfte unseres Landes.

Es sollten also nicht inbesondere die Muslime darauf achten, die ja ohnehin zu Deutschland gehören (weshalb es für sie selbstverständlich sein sollte und keiner expliziten Erwähnung bedarf), sondern jeder Deutsche.

Ich könnte ja auch mal die CSU auffordern, mit den Sicherheitsbehörden zusammenzuarbeiten, um Extremismus in den eigenen Reihen zu bekämpfen!

Wie wäre das?

Da wäre der Innenminister sicher leicht verschnupft …

Die Integrationsbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Aydan Özuguz, fordert in Anbetracht der Äußerungen des Ministers auch gleich mal einen Boykott der Konferenz, bis jemand anders diese leitet - diese Forderung ist genauso ultimativ wie konsequent.

Was willst du von einem Innenminister der CSU in Sachen Integration auch erwarten?

Es ist doch bei diesen latent spaltenden Aussagen von Unionsseite immer das Gleiche: da wird was gesagt, jeder weiß wie es gemeint ist, die Empörung ist zurecht groß und hinterher wird gesagt: es war ein Missverständnis.

Nein – das war es nicht.

Die Berufung von Hans-Peter Friedrich in das Amt des Innenministers, DAS war ein Missverständnis!

 

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