Mein Herz schlägt links

Initiative linker SozialdemokratenInnen in der SPD

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start OV-Arbeit Die Basis hat neue Aufgaben

Die Basis hat neue Aufgaben

E-Mail Drucken PDF

 




Der Ortsverein ist die Keimzelle der Partei.

In ihm sollte die politische Arbeit der Partei auf kommunaler, landes-, bundes- und internationaler Ebene diskutiert werden, damit die Mitglieder im Ortsverein sich ein eigenes Urteil zur politischen Arbeit der Partei in der Gesellschaft machen können. Diese Themen sind jedoch in den normalen Ortsvereinssitzungen nicht zu bewältigen.

Daher gibt es Arbeitskreise (Frauen, Arbeitnehmer, Bildung etc.), Diskussionsabende, Mitgliederversammlungen etc. an denen die Parteimitglieder und manchmal auch Außenstehende teilnehmen können.

Auf den OV-Sitzungen geht viel Zeit drauf für Veranstaltungsplanungen, Berichte aus den kommunalpolitischen Bereichen, die selten ausdiskutiert werden können, die Bundes- und Europapolitik beispielsweise findet dann auf Extraveranstaltungen statt, ebenso Workshops zur kreativen Umgestaltung der SPD etc..

Infostände, Diskussionen mit Vereinen und Verbänden wie Sportvereinen, Schrebergärtnern etc. bieten dann die Gelegenheit Kontakte zu den Bürgern aufzunehmen.

Bei letzteren geht es dann auch oft um kommunalpolitische finanzielle Unterstützungen für deren Vereine Initiativen etc..

Die SPD nimmt die Interessen und Bedürfnisse der Vereine auf und versucht sie so gut wie möglich zu unterstützen.

Zu dem Besuch von den eben beschriebenen Vereinen gibt es neuerdings auch auf Ortvereinsebene Kontakt zu MigrantInnenvereinen und dem MigrantInnenbeirat, sofern es einen im Bezirksrat o.ä. gibt.

Die Anzahl der politisch aktiven MigrantInnen läßt aber immer noch zu wünschen übrig.

Ebenso gibt es meist einen stärkeren Kontakt zu den christlichen als zu anderen Glaubensgemeinschaften.

Auffallend bei alledem ist jedoch, dass die politische Arbeit oft auf der Ebene von Fest und politischem Smalltalk steckenbleibt.

Ebenso wenig wie das Plakate aufstellen ist dies oft keine sinnlich-praktische oder interaktive Kommunikationsform.

Bei der praktischen Umgestaltung eines Spielplatzes, einer Grünfläche, der künstlerischen Aktion zur Verbesserung des Stadtteils sind dann doch nur noch wenige beteiligt.

Diese Politik setzt sich bis in die höheren Ebenen der Partei fort.

Mit dem Unterschied, dass man sich auf höherer Parteiebene auch mal durch den Druck der „diffusen“ oder auch außerhalb der Partei organisierten GenossInnen in interkulturellen Vereinen, Umwelt-, Tierschutzgruppen, gegen Rechts, gegen Hartz IV, gegen Rassismus und Antisemitismus, gegen Atomkraft, gegen die Zerstörung der Wälder und Ozeane, Überfischung, Verbraucherorganisationen, Attac etc. für größere solidarische Aktionen einsetzt, bzw. sich beteiligt oder mitläuft um den Kontakt zu den politisch aktiven Menschen nicht zu verlieren, die man ja über den Schrebergarten oder Sportverein seltener erreichen kann, da die Interessenlage woanders liegt.

Hier geht es eben nicht nur um Wählerpotential, sondern auch um schon politisch engagierte Menschen.

In diesen politischen Bewegungen sollte sich die Parteibasis noch viel mehr vernetzen und nicht nur als Einzelaktivist bewegen um auch eine linke sozialdemokratische Strategie gegenüber anderen Gruppierungen zu entwickeln.

In eigenen Utopien, kurzfristigen- und langfristigen Lösungen könnte also eine Dialektik von Reform und Zukunft erreicht werden.,

Dafür müssen die Sozialisten eigene sinnlich praktischen Aktionen und Diskursen anbieten können, sonst hört man nur auf die Worte der Parteivorsitzenden, die ja auch nicht immer schlecht sein müssen oder man schließt sich den Forderungen der unabhängigen direkten demokratischen „spätbürgerlichen“ Organisationen ohne einen eigenen sozialistischen Diskurs an.

Diese Gruppierungen und Bewegungen sind eigentlich oft moderne bürgerlich-proletarische Organisationen mit bürgerlich- proletarischen Mittelschichten ( Milliardäre sind selten dabei).

In diesen unterschiedlichen politischen Gruppierungen liegt ein Basispotential für eine linke sozialdemokratische Politik, die auch basispolitisch sozialistisch vernetzt werden sollte.

Die Menschen gehen nicht auf die Straße, weil sie mit der politischen Parteipolitik einverstanden sind.

Sie machen Happeningaktionen, Provokationen, bewusste Rechtsverstöße um etwas anzustoßen, lassen sich an Schienen schweißen, stoppen Boote, reißen Genmais heraus und wehren sich dagegen, dass Schlachtvieh so untierisch behandelt wird etc..

Sie machen keine reine verbale Politik, sondern sinnlich-praktische Aktionen und materialistische Verstandes- und Vernunftsaktionen mit denen sie, wenn auch manchmal nur für einen Moment die Welt anzuhalten scheinen, antizipierend anfangen umzubauen, um neue Wege des menschlichen Zusammenlebens aufzuzeigen.

Dagegen wird in der traditionellen Politik über lange Diskurse nur verbal agiert und manchmal kommt erst nach Jahren oder Jahrzehnten etwas praktisches heraus, nicht selten auch erst nach einer Revolution, aktiven Streiks oder erst durch einen Republikwechsel.

Deshalb muss die alte politische Parteiarbeit mit der Basisdemokratie verknüpft werden, sonst verliert das jetzige politische System mit seiner Organisationsform den Anschluss an die neuen Massenbewegungen, die eben auch nicht nur ihren Ursprung in der parlamentarischen Bewegung der amerikanischen Geschichte, der französischen, deutschen u.a. Revolution haben, sondern auch in den basisdemokratischen Rätebewegungen der bürgerlichen und proletarischen Revolutionen wie der Pariser Kommune von 1871, der deutschen Rätebewegung, den Kronstädter Räten (1917, 1921) oder in der spanischen Republik und Revolution der 30er Jahre mit ihrer Arbeiterselbstverwaltung.

Diese großen Traditionen müssen die linken Sozialdemokraten wieder aufnehmen, um auch den Anschluss an die Umweltbewegungen etc. zu bekommen, denn der Kampf um saubere Wasser, saubere Luft, saubere Ernährung, Umwelt etc. ist ein ökologischer, ökonomischer, sozialer und politischer Kampf um ein Leben in einem sozialen paradiesischen Überfluss für alle, wovon Marx nur träumen konnte oder der Untergang des Planeten in die Barbarei durch Atomkraft etc..

Für linke Sozialdemokraten gehört es hier zur tagespolitischen Aufgabe diese Welt täglich mit zu verändern und das Ziel einer gerechten Ordnung etc. für Alle nicht aus dem Auge zu verlieren.

Die Revolutionen in den islamischen Ländern haben spätestens gezeigt, dass man politische Veränderungen mit alten und neuen sozialen Netzwerken unterstützend machen kann.

Man sagt auch, dass Obama seinen Wahlsieg zum Teil Facebook zu verdanken hat.

 

 

Wahlkampf

Erneuerbare Energien

Statistiken

Benutzer : 351
Beiträge : 5855
Weblinks : 145
Seitenaufrufe : 17046390

Verwandte Beiträge