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Kernkraft und Ethik

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Wer sich das Elend der Welt ansieht, kann entweder in Depressionen verfallen oder in Aktionismus, das jedenfalls glauben viele Soziologen.

Bei Schwarz-Gelb trifft zurzeit zu, dass hektischer Aktionismus ausgebrochen ist.

 

Die 90 Tage Auszeit von der Kernkraft, garniert mit einer Ethik-Kommission, soll der verunsicherten Wählerschaft suggerieren, es werde nachgedacht über die Risiken der Kernkraft.

Rückblende

Ich erinnere mich noch gut.

Es war ein schöner Herbsttag, der 24. September 1977, der Tag, als die Anti-AKW-Demo im niederrheinischen Kalkar eine der größten Polizeiaktionen auslöste, die die Republik je gesehen hat.

Ich habe sie hatnah miterlebt.

40.000 Demonstranten war es schließlich gelungen, bis zum Ort des Geschehens vorzudringen.

Völlig ohne die geistige Aufrüstung durch Ethikkommissionen hatten sie schon damals  erkannt, wie gefährlich der im Bau befindliche Reaktor sein würde, wenn er denn ans Netz ginge.

Heute ist er ein Vergnügungspark, der “Schnelle Brüter” von Kalkar am Niederrhein.

Dabei sollte dort einmal mit einer Leistung von 327 Megawatt das größte Kernkraftwerk der Welt entstehen.

Damit könnte er so etwas wie Symbol werden für den endgültigen Ausstieg aus der Plutoniumwirtschaft  und den "Segnungen" des Atomstaats.

Der ökonomisch-politische Komplex

Drei Tage, nachdem das so genannte Restrisiko in Fukushima alle mathematischen Vorhersagen ad absurdum geführt hat, sitzen im Haus der deutschen Wirtschaft, gut zwei Kilometer vom Kanzleramt entfernt - auch das  symbolträchtig - die Spitze der deutschen Industrie.

Präsidium und Vorstand des Lobbyverbandes BDI zusammen, knapp 40 Bosse der mächtigsten Unternehmen des Landes.

Mit dabei die Bosse von RWE und E.on.

Dieses Treffen könnte ungewollt zu einem ganz anderen Symbol geraten, dem Symbol für die Kapitalkumpanei der Regierung und die wahren Machtverhältnisse im ach so aufgeklärten Kapitalismus.

Denn mitten in strategischen Überlegungen der Herrenrunde platzt die Nachricht vom geplanten Moratorium.

Da trifft es sich gut, dass der Bundeswirtschaftsminister anwesend ist.

Und Brüderle beruhigt sogleich und bittet die Mächtigen um Verständnis.

Schließlich sei Wahlkampf, da brauche das dumme Volk ein paar Beruhigungspillen.

Also, wenn schon eine Ethikkommisision, hier hätte sie allerhand zu untersuchen.

Ob das Verständnis der Atombosse lange anhält?

Wohl nur dann, wenn ein neuer fetter Deal herausspringt.

Bezahlen werden wir ihn wohl müssen.

Wie die Entsorgung der 125.000 Fässer Atommüll aus der Asse.

 

Wahlkampf

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