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Die Solidarität der Linken

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Ab Ende der 60er Jahre ging die neue und alte Linke, Pazifisten etc. für den Befreiungskampf der Völker in Asien, Afrika und Lateinamerika. auf die Straße:

Für Che Guevara und die neue befreite Welt gegen den US- Imperialismus, der einst Europa vom Faschismus und Japan von dessen Imperialismus befreit hatte.

Nicht die demokratische Weltordnung, nein der Sprung ins Paradies in den Kommunismus auf höherer Stufenleiter war das Ziel.

Der Faschismus war noch nicht aufgearbeitet, der Toten der Konzentrationslager, der Arbeitssklaven und Millionen ermordeter Zivilisten und Soldaten im Alltagsleben noch nicht gedacht und in sinnlich-praktischer Tätigkeit in politischer Arbeit ergriffen und in Umschulung -Programme, Museen, Denkmäler umgesetzt.

Und schon wieder wendete sich ein Teil der Jugend einem anderen Totalitarismus zu:

Dem Bolschewismus, der Verherrlichung Chinas mit seinen Millionen Toten und den tapferen Kämpfern des Vietkongs gegen Agent Orange, die chemischen Keulen der Amerikaner gegen die kommunistischen Rebellen.

Dieser Krieg ließ viele Linke einerseits zu Pazifisten werden und andererseits zu Anhängern eines Freiheitskampfes der die Diktatur des Proletariats und die Vertreibung und Tötung von vielen Menschen verherrlichte (Arbeitslager etc).

Im eigenen Lande versuchte sich der kleinere Rest der antiautoritären Bewegung basisdemokratisch und bürgernah für Kinderläden, autonome Jugendzentren etc. zu organisieren

Die Kultur nach Auschwitz knüpfte bei Brecht, der Arbeiterliteratur der 20er Jahre, der Befreiungsliteratur der 3. Welt etc. an.

Auschwitz gehörte der Vergangenheit an trotz Adornos Analysen waren nicht die Juden und ihr junger Staat Israel mit seinen Kibbutz der Bezugspunkt, sondern die flugzeugentführenden Araber, die die Juden wieder ins Meer jagen wollten.

Die Jugend identifizierte sich hier zum großen Teil mit der Politik der Väter.

Was als Rebellion gegen den alten Autoritarismus und Totalitarismus begann, entlarvte sich als antiautoritärer Protest gegen den Totalitarismus der Väter für einen neuen Totalitarismus, einen Marxismus der einen eindeutigen Rechtsdrall hatte.

Mit Lenin, Mao, Ho Chi Minh, war man bewusst oder unbewusst oder antiautoritär im umgestülpten väterlichen Bewusstsein angekommen.

Hier war schon der authentische Marxismus verworfen, der nur in einem hochindustrialisierten Land stattfinden konnte.

In der Trauer um die verlorengegangene proletarische Öffentlichkeit der 20er Jahre, wollten sich die neuen Linken kaum mit der neuen bürgerlich-proletarischen Klasse identifizieren wie sie beispielsweise in der SPD als Volkspartei wiederzufinden war.

Wie einst das Großbürgertum den Adel schon nachzuahmen versuchte, das Kleinbürgertum das Großbürgertum so ahmten nun die Wohlstandsproletarier, unter ihnen verarmte Kleinkaufleute, nach dem Krieg das Kleinbürgertum nach:

Schaffe, schaffe Häusle baue, PKWs kaufen etc..

Diese neue bürgerlich-proletarische Klasse, auch wenn sie sich nicht mehr als Klasse selbst definierte strebte den amerikanischen Lebensstil an, der ihnen im Kino, TV auch vorgegaukelt wurde.

Damit konnte die kleinbürgerliche neue und alte Linke nicht zufrieden sein.

Sie wollten die Basisdemokratie pur, nach Interessen/Bedürfnissen organisieren oder den Leninismus und identifizierten sich meist im Einverständnis mit den Befreiungsbewegungen, ihren Diktaturen und Totalitarismen wie eingangs erwähnt.

Die Weiterentwicklung der über 200 jährigen amerikanischen Demokratie mit der Ergreifung der eigenen Geschichte lehnten die meisten Linken ab. Abgesehen von der Solidarität mit Black Panther, den Hippies war Amerika die Ausgeburt der Hölle geworden, die gegen den Kommunismus kämpfte.

Die Linke wurde somit auch blind für demokratische Entwicklungen im Sozialismus und konnte auch nicht auf die bürgerlichen Revolutionen auf sozialistischem Boden reagieren.

Die Religion, das Opium fürs Volk konnte die große ideologische Lücke, die die autoritären Regime hinterlassen hatten, wieder füllen.

Dabei hatten die Bolschewisten wie alle Diktaturen den Kardinalfehler begangen, die Religion nicht durch die materialistische Vernunft und den Verstand sinnlich-praktisch zu ergreifen und aufzuheben, d.h. den Menschen die Religion so sinnlich-praktisch zu erklären, dass sie bewusst aus ihr heraustreten konnten.

Diese Ungleichzeitigkeit zwischen ökonomischer Entwicklung und religiösem Bewusstsein konnte in keiner bolschewistischen oder sonstigen Diktatur begonnen werden.

Deshalb sind religiöse Bewegungen nicht nur aller Weltreligionen in vielen Teilen der Welt auf dem Vormarsch.

Nun ist es nicht mehr der Kommunismus der sie bekämpft oder stoppen will , sondern die demokratischen Bewegungen, aktuell in den islamischen Ländern.

Wobei sie dort gegen die Diktaturen den Spagat vollziehen müssen mit der Religion einen neuen Weg zur Demokratie zu finden, da der Islam unter den sogenannten „sozialistischen“ Diktaturen im Irak, Syrien, Tunesien nicht wie im Kommunismus quasi vernichtet wurde durch Kirchenzerstörung etc..

So spielt auch der Islam in Libyen eine Rolle das System von Gaddafi nannte sich auch sozialistisch „amtlich Große Sozialistische Libysch-Arabische Volks-Dschamahirija“, aber es war ein System der staatlichen Ausbeutung durch den Gaddafi-Clan, von dem nicht mehr lange viel übrig sein wird.

Gaddafi heuert Söldner an um sein eigenes Volk abschlachten zu lassen. Libyen ist kein Staat mehr von Gaddafi, auch, wenn er die demokratische Opposition in die Enge treiben konnte.

Die internationale Gemeinschaft hat eingegriffen und mit dabei die arabische Liga.

Frankreich hatte zuerst zum bewaffneten Gegenschlag aufgerufen und am nächsten Tag flatterten in Bengasi, der Hauptstadt der demokratischen Rebellion, deren Vertreter Sarkozy auch anerkannt hatte, die französischen Fahnen der Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.

Deutschland hatte sich gegen die Flugverbotszone ausgesprochen, denn Westerwelle fürchtete die bewaffnete Auseinandersetzung und mit ihm standen in einer Front die Linken, die Linken, die einst für die proletarische Weltrevolution und den Guerillakrieg auf die Straße gingen.

Jetzt soll kein Sozialismus errichtet werden, da wird die Sache uninteressant.

Die Linken haben vergessen, dass es vor dem Sozialismus die Demokratie gibt und kein Sozialismus ohne Demokratie funktioniert.

Jetzt sterben Menschen in ihrem verzweifelten Befreiungskampf gegen einen Diktatur, der die moderneren Waffensysteme hat.

Und die Menschen sind froh, dass sie leichte Waffen aus Ägypten erhalten und die internationalen Luftstreitkräfte außerhalb der Ortschaften Gaddafis schwere Waffen zerstören.

Einmarschieren wollen die internationalen Streitkräfte nicht.

Das Volk soll sich selbst befreien und ein demokratisches System errichten können.

Sie werden es auch ohne Unterstützung der Linken schaffen, die so viele Diktaturen in der Vergangenheit unterstützt hatte.

 

 

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