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Initiative linker SozialdemokratenInnen in der SPD

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Start Demokratischer Sozialismus Wo sind die sozialistischen Wurzeln der SPD geblieben?

Wo sind die sozialistischen Wurzeln der SPD geblieben?

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Betrachtet man die 142 Jahre dauernde Geschichte der SPD und ihre Entstehung als Allgemeiner Deutscher Arbeiterverein.

So drängt sich einem unbedingt die Frage auf, wie diese älteste deutsche Partei dahin kommen konnte, wo sie jetzt steht, oder besser noch, wie konnte sie so tief sinken?

Von einer großen Volkspartei, die für die Interessen der Arbeiter und Angestellten, für soziale Gerechtigkeit, Solidarität und Brüderlichkeit stand, hin zu einer Partei von vielen, die sich um die Wähler einer "Mitte" balgt, von der eigentlich niemand weiss, was das sein soll, noch wer die Wähler der Mitte überhaupt sind!

Gibt es keine Arbeiter mehr und auch keine kleinen Angestellten?

Sind die sozialen Probleme gelöst, Solidarität und demokratischer Sozialismus Begriffe aus einer Ära, die es nicht mehr gibt?

Sind sie vielleicht überwunden, weil in unserer Gesellschaft alles zum Besten steht?

Nein!

Es gibt nicht nur immer noch Arbeiter und Angestellte, die Verhältnisse sind sogar so schlecht (heute sagt man dazu prekär) geworden, dass in diesem Land Zustände herrschen, wie weiland im Kaiserreich, wo die SPD die einzige Hoffnung der einfachen Menschen (des Proletariats) auf Besserung ihrer Lebensumstände war!

Die SPD und die Masse ihrer unterprivilegierten Mitgliederwaren gefürchstet von den Besitzenden, dem Adel, dem Militär und den Reaktionären und zwar so sehr, dass sogar Bismarck, der eiserne Kanzler, sich genötigt sah, eine soziale Absicherung in Form einer am 24. Mai 1889 vom Reichstag verabschiedeten Alters- und Invaliditätsversicherung und am 1. Januar 1891 der gesetzlichen Rentenversicherung einzuführen.

Nach damaligen Massstäben kam das einer wahren Revolution gleich!

Und heute?

Wir haben Hartz IV (erfunden von Peter Hartz, einem verurteilten wirtschaftskriminellen Manager im Auftrag der SPD), wir haben Ein-Euro-Jobber, wir haben Leiharbeiter mit Dumpinglöhnen und 3 Millionen Arbeitslose (statistisch heruntergetrickst und kleingerechnet, sonst wären es weitaus mehr) und ein ganzes Heer von sozial abgehängten Menschen, die sich kaum das Nötigste leisten können im Bezug von Alg 2.

An all dem war die SPD in nicht unbedeutendem Mass beteiligt, hat es initiiert oder wenigstens geduldet!

Seit der Ära Willy Brandts, den man getrost als den letzten sozialdemokratischen Kanzler Deutschlands bezeichnen kann, wurde der mühsam erkämpfte Sozialstaat radikal rasiert, die soziale Absicherung im Fall von Krankheit und Alter quasi zum Privatvergnügen erklärt und Arbeitslosigkeit nahezu ausschließlich als Risiko zu Lasten der ArbeitnehmerInnen gemacht.

Mit der Übernahme der Kanzlerschaft durch Helmut Kohl, den personifizierten Saumagen aus der Pflaz, wurden nur noch die Interessen der Wirtschaft wahrgenommen und befriedigt und man begann soziale Leistungen nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten zu beurteilen und zu bewerten!

Den letzten Rest bekam der Sozialstaat dann aber unter Kanzler Schröder, der zwar das rote SPD-Parteibuch sein eigen nennt, aber mit Sozialdemokratie wohl ebenso viel zu tun hat, wie Guido Westerwelle oder Wolfgang Clement, der seinemRauswurf aus der SPD durch Austritt zuvor kam.

Nicht umsonst verlieh man Schröder den zweifelhaften "Ehren"titel "Genosse der Bosse", was jedoch ziemlich genau den Kern der Sache trifft!

Unter seiner Herrschaft hielt endgültig jener Typ Politiker in der Partei Einzug, den man in der "freien Wirtschaft" mit den wenig schmeichelhaften Vokabeln jung, dynamisch, erfolglos durchaus korrekt einordnen würde!

Diese Leute, oft, vielleicht zu oft, mit einem akademischen Titel ausgestattet, jedoch noch nie mit der Realität in Berührung gekommen, verstanden es meisterhaft, sich in Positionen zu manövrieren, die es ihnen ermöglichten, ihren unseligen Einfluss auf die Parteiarbeit und die Politik geltend zu machen.

Solidarität und Brüderlichkeit sind ihnen fremd und die Bezeichnung Genosse für diese netzwerkenden iPad-Politclowns ist eine Beleidigung für jeden echten und aufrechten Sozialdemokraten, der sich noch immer, mit wachsender Verzweiflung an die alten sozialdemokratischen Werte klammert!

Die Genossen, die man seit dieser Zeit oft und gern als linke Traumtänzer diskreditiert, wissen genau, von wem ich spreche.

Es sind die sogenannten Pragmatiker, die sich darauf verständigt haben, lieber konservative und liberale Politik (am besten noch beides gleichzeitig) und am allerbesten in vorauseilendem Gehorsam zu machen, als die politischen Gegner von CDU/CSU und FDP, anstatt für das zu kämpfen, wofür die Sozialdemokratie mehr als ein Jahrhundert lang eingetreten ist – soziale Gerechtigkeit und demokratischen Sozialismus!

Angesichts einer Politik, wie sie in den letzten 20 – 25 Jahren stattgefunden hat, braucht sich keiner mehr zu wundern, wieso die SPD nur noch auf knapp die Hälfte der Wählerstimmen kommt, wie zu ihren Glanzzeiten!

Die Menschen fühlen sich verraten und ihre Interessen nicht mehr vertreten.

Sie sehen, wie sich die Politik den Wünschen der Wirtschaft unterordnet, sehen, wie Politiker sich ohne jedes Schuldbewusstsein von Konzernen kaufen lassen (Beispiel?

Bitte! "Barmer-Chefin wird oberste Pharma-Lobbyistin" Artikel auf tagesschau.de vom 17.3.2011 – Birgit Fischer gehört der SPD an ist aber beileibe nicht die Einzige, die aus der Politik auf die andere Seite wechselt!

Wie das geht haben ja u. a. Schröder, Clement, aber auch Joschka Fischer vorgemacht.

Das empörte Geschrei von Union und FDP als Reaktion, lässt sich darauf zurück führen, dass sie diese einflussreiche Stelle nicht mit einem der Ihren besetzen können...Anmerkung von Andrej Ohlmeyer), wie Politiker aus ihren Ämtern und Posten in die Wirtschaft wechseln und umgekehrt, als sei dies das Selbstverständlichste auf der Welt, ja sogar wie Konzerne Ministerien die Gesetze schreiben!

Politik wird nicht mehr von Männern und Frauen gemacht, die das Leben kennen, das wahre Leben, weil sie selbst Arbeiter und Angestellte waren und sind, sondern von "Berufspolitikern" (Karrieregeilen Milchgesichtern, denen nicht die Sache am Herzen liegt, sondern der eigene Vorteil, den sie mit meist ausgefahrenen Ellenbogen durchzusetzen trachten!) die nichts anderes "gelernt" haben als "Politik", wobei es offenbar nur eine untergeordnete Rolle spielt, in welcher Partei sie das tun!

Menschen, die sich aus den OV´s hocharbeiten werden immer seltener.

Man bremst sie einfach aus. Man betrachtet diese Leute nicht als Bereicherung der Politik und des sozialdemokratischen Gedankens, sondern als Störenfriede, die den Berufspolitikern im Wege sind und außerdem keine Ahnung von Politik haben

Es wird Zeit, dass wir an der Basisendlich aufbegehren, dass wir offen unsere Meinung sagen und uns einmischen.

Wir müssen darauf hin arbeiten, dass Sozialdemokratie wieder zu dem wird, was sie einmal war!

Eine Partei der sozialen Gerechtigkeit und der Solidarität, orientiertan den sozialdemokratischen Werten, derentwegen wir in diese Partei eingetreten sind und nicht als Mehrheitsbeschaffer für Netzwerker, Seeheimer und Kanalarbeiter.

Ebensowenig sind wir ein ABM-Verein für hoffnungs- wie perspektivlose BerufspolitikerInnen, deren pseudopolitisches Geschwafel ebenso belanglos ist, wie deren Parteibuch!

Mit solchen Leuten und jenen, die meinen, im Wahlkampf auf "Vorbilder" wie Gerhard Schröder setzen zu müssen, werden wir so bald nicht wirklich mehrheitsfähig werden!

Unsere Wurzeln zur Sozialdemokratie hat Schröder mit seinen Seeheimern gekappt!

Wir werden sie erst dann wieder finden, wenn wir endlich handeln -JETZT!!

 

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