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Start Kunst und Kultur Ausstellung im Willy Brandt Haus

Ausstellung im Willy Brandt Haus

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OBIEKTYWIE WROGA - IM OBJEKTIV DES FEINDES.

Anmerkungen zu einer aktuellen Ausstellung im Willy-Brandt-Haus in Berlin

Deutsche Wehrmachtsberichterstatter im besetzten Warschau 1939-1945 Sehenswert ist der Doku-Film über das intakte Warschau in den Jahren zw. 1936 und 1939, Warschau war ein Paris des Ostens.

Zur Erinnerung, am 1. September 1939 überfiel die Hitler Wehrmacht sein Nachbarland Polen, für uns Deutsche nannte man das der Beginn des 2. Weltkrieges, für unsere Nachbarn in Polen hörte ein Staat auf, Mitglied einer Gemeinschaft unter freien Völkern zu sein.

Es folgten 50 Jahre bis Polen wieder eine lebendige Demokratie in Europa wurde.

Der Direktor Domu Spotkan z Historia Piotr Jakubowski erklärte, diese Fotoausstellung, das Schicksal Warschaus und seiner Einwohner unter der deutschen Besatzung, bündele wie unter einer Lupe das Wesen der totalitären Katastrophe der letzten Kriege.

Der Triumpf der Aggressoren, die Massenunterdrückung, der Holocaust,die in Blut ertränkten Aufstände, Vertreibungen von hundertausender Menschen - bis hin zur methodischen Zerstörung der wehrlosen Stadt, begangen von den Angreifern am Vorabend der eigenen Niederlage.

Was ebenso erbärmlich und widerwärtig war, waren die Kommentare dieser Fotografen, nur ein Satz als Beispiel: " Es muß auch der letzten Kuhmagd in Deutschland klargemacht werden, dass das Polentum gleichwertig ist mit Untermenschentum. Polen, Juden und Zigeuner stehen auf der gleichen unterwertigen Stufe."

Der Gipfel dieses Zynismus ist die Fotoreportage vom Januar 1943, erschienen im Warschauer Illustrierten Beobachter.

Darin werden Aufnahmen aus dem Warschauer Ghetto gezeigt, der begleitende Kommentar lautet: Das Volk, dessen Machtgier es nicht erträgt, dass seine Weltherrschaft eingeschränkt wird, lebt heute - aus seinen europäischen Bastionen vertrieben - in einem ehedem freigewählten Ghetto in Schutzhaft.

Daneben der Aufruf des Stadtpräsidenten von Warschau, vom 29.September  1939 - eindrucksvoll - damit war Warschau gefallen.

"Kommen wir zur Heimatarmee, Selbst wenn uns ein aussichtloser Kampf erwartet, so dürfen wir ihm doch in Anbetracht unserer Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen nicht ausweichen."  Der Befehlshaber der AK General Stefan Rowecki an seine Exilregierung in London.

Nach dem Aufstand vergaß man Polen wieder.

Die AK kapitulierte am 1.Okt. 1944, entgegen aller Abmachungen wurde die AK nicht wie Kriegsgefangene behandelt, sondern sie wurden wie fast alle Einwohner Warschaus in Durchgangslager gesperrt, es erfolgte der  Weitertransport in die KZs bzw. ca. 90 000 Bewohner wurden zur Zwangsarbeit getrieben.

Von Warschau war nicht mehr die Rede, die Wehrmacht, die SS und ihre Helfeshelfer machten aus der Stadt ein Ruinenfeld.

Warschau war eine tote Stadt, was in Erinnerung bleibt, sind die jungen Gesichter der AK, die ein neues Polen entstehen lassen wollten , es war ihr Traum.

Am Rande bemerkt, 1966 kam etwas in Bewegung, der Brief der polnischen Bischöfe - wer erinnert sich noch?

1970 kam Willy Brandt nach Warschau, er kniete am Ehrenmal vor den Ghetto, das war mehr als eine Geste, sondern der Hinweis eines Deutschen, der trauern kann und um Vergebung bittet.

Nun, liebe Leser, wir haben die Pflicht, uns zu erinnern.

Die Ausstellung im Willy-Brandt-Haus ist deshalb jedem zu empfehlen.

Noch heute gibt es historisch ungeklärte Fragen. So wünschen wir den Forschern, dass es ihnen noch gelingt, die Umstände des Todes von General Sifkorzsky aufzudecken.

Wir kennen noch lange nicht alle Wahrheiten aus der jüngeren Geschichte.

Die deutschen Bildberichterstatter im besetzten Warschau

Zum Gedenken an den 70. Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen und den Beginn des Zweiten Weltkrieges präsentiert der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e.V. erstmalig die Fotoausstellung "Im Objektiv des Feindes" im Willy-Brandt-Haus in Berlin.

Warschau 1939: Eine von pulsierendem Leben erfüllte Stadt mit 1,3 Millionen Einwohnern, davon rund 350.000 Juden.

Mit dem Einmarsch der deutschen Truppen am 1. September 1939 änderte sich das Bild der Stadt. Warschau wird zu einem Ort der Schikanen, der Repressionen und der Vernichtung.

Während des Zweiten Weltkrieges verlieren rund 700.000 Einwohner, darunter fast die gesamte jüdische Bevölkerung ihr Leben.

1945 ist Warschau eine fast menschenleere und zerstörte Stadt.

Propagandistischer Blick auf Warschau

Aufgenommen durch das "Objektiv des Feindes", stammen die Fotografien von den Propaganda-Kompanien der Wehrmacht und der Waffen-SS in den Jahren 1939-45.

Durch die Linse der deutschen Kriegsberichterstatter wird die propagandistische Sichtweise auf die besetzte Stadt Warschau und ihre Bewohner gezeigt: der "Septemberfeldzug", die Zerstörungen, die Repressionen gegenüber der jüdischen und nichtjüdischen Bevölkerung, den Alltag im besetzten Warschau und im Ghetto (bis zu dessen Liquidierung nach dem Ghetto-Aufstand 1943), den Warschauer Aufstand und die Vernichtung der Stadt zwischen Oktober 1944 und Januar 1945.

Ergänzt wird die Ausstellung durch Fragmente von Dokumenten, Tagebüchern und Erinnerungen von Warschauern.

Die Fotografien stammen überwiegend aus den Beständen der Bildagentur bpk der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin, ergänzt durch Aufnahmen aus dem Bundesarchiv in Koblenz.

Die Ausstellungsmacher
Die Kuratoren der Ausstellung sind Danuta Jackiewicz und Eugeniusz Cezary Król. Eine Ausstellung des Hauses der Begegnungen mit der Geschichte (Kultureinrichtung der Stadt Warschau), der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (Bildagentur bpk und Museum Europäischer Kulturen - Staatliche Museen zu Berlin) und des Bundesarchivs in Koblenz unter Beteiligung des Herder Instituts in Marburg, des Instituts für Politische Studien der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Warschau und der Hochschule Collegium Civitas in Warschau.
Die Ausstellung wurde organisiert mit finanzieller Unterstützung der Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit.

Dauer der Ausstellung

28. April bis 03. Juni 2009

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag, 12 bis 18 Uhr

1. Mai 2009 geschlossen

Schirmherrschaft

Hanna Gronkiewicz-Waltz, Stadtpräsidentin von Warschau,
Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin

Technische Unterstützung

Verwaltungsgesellschaft Bürohaus Berlin mbH

Weitere Infos:
http://www.willy-brandt-haus.de/cms/beitrag/1002369/111900/

 

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