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Wie kleinbürgerlich-untertänig sind die Deutschen?

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die Weltwirtschaftskrise anrichtet scheint manchmal fast gleichgültig – Hauptsache die Täter und die Elendsverwalter haben gute Manieren. Das Bürgertum glaubt für die eigene „Elite“-Produktion Vordemokratisches aus der „adligen Kultur“ (Rituale, Manieren, Erziehung, Militärisches).

Die Weltwirtschaftskrise wird denjenigen Fraktionen des Kapitals irrwitzige Vorteile und Extraprofite bringen, welche die Krise überleben.

Sie können Konkurrenten fressen, unser aller Reichtum als billige Beute einfahren und eingeschüchterten Menschen noch mehr Lohn rauben – solange die sich nicht wehren.

Aber viele Deutsche sind autoritätsgläubige Untertanen.

Dort, wo die großen Kapitalansammlungen zu finden sind, entsteht auch immer eine Machtansammlung, die Einzelpersonen nicht zukommt.

Der Kapitalismus ist längst nur noch eine neue Variante des Feudalismus.

Regierungen sind Marionetten dieser Großkapitalisten und ihr Menschbild weicht nicht von dem früherer Feudalherren ab.

Die für die Lebensmittelindustrie Verantwortlichen werden ganz sicher nicht selbst verkonsumieren, was sie herstellen.

Aber sie verhindern, dass gesetzliche Maßnahmen ergriffen werden, die dem ganzen Dreck Einhalt gebieten, indem Sie IHRE Leute in die Politik, aber auch in die Justiz schicken.

In Europa ist das inzwischen nicht anders.

Die EU wird mit kleinen Abweichungen nach dem Muster der USA aufgebaut und wer sich die Landwirtschaftspolitik der EU ansieht, wird keine Unterschiede mehr zur US-Landwirtschaftspolitik finden.

Wir machen das gleiche dreckige Spiel wie es in den USA läuft.

Für diese multinationalen Konzerne zählt aber nur der Profit.

Menschen gibt es dort in den Vorstandsetagen nicht, nur Humankapital und dafür eine Kosten-Nutzen-Rechnung.

Wenn sich dieses Humankapital nicht mehr rechnet?

Statt zu streiken traten letztes Jahr 221 Busfahrer der Verkehrsbetriebe Saar Bahn GmbH in eine Partei ein, um die drohende Privatisierung zu verhindern.

Bei Schäffler und Porsche fielen Arbeiter ihren Kapitaleignern schluchzend um den Hals, anstatt sie zum Teufel zu jagen.

Und gleichzeitig himmeln viele Deutsche den heutigen Verteidigungsminister und früheren Wirtschaftsminister Guttenberg an, halten ihn, eingetrichtert vom Volkspropagandablatt, für etwas Besonderes.

Warum dieser untertänige und kleinbürgerliche Blick?

„Ich habe [...] zu keinem Moment bewusst getäuscht“ – Dr. jur. a. D. Freiherr Karl-Theodor zu Guttenberg am Freitag, den 18. Februar 2011, in seiner öffentlichen Erklärung.

Natürlich gehört die Täuschung – nicht nur, aber auch – in der Politik zum Alltag.

Daran ist per se auch nichts verwerflich.

Mit der vorsätzlichen Lüge verhält es sich hingegen schon etwas anders.

Besonders problematisch wird die vorsätzliche Lüge dann, wenn sie im Rahmen eines Ehrenworts abgegeben und später als Lüge enttarnt wird.

Die meisten Politiker sind jedoch Profi genug, um nicht in die Ehrenwort-Falle zu tappen.

Erst wenn ein Politiker mit dem Rücken zur Wand steht, ist das Ehrenwort oft der letzte Ausweg aus einer aussichtslosen Situation, ein Vabanquespiel.

Fast 90 Prozent der Menschen glauben, dass die Weltwirtschaftskrise ihre soziale Lage verschlechtern wird und dass die Banken so weiter machen werden wie bisher.

Und alle diese Millionen Menschen sagen: »Man kann nichts machen.« Millionen – Man will nicht.

Man müsste sich ja streiten, informieren und organisieren.

Da ist es bequemer zu maulen und zu jammern und zu warten, dass ... ja, was?

Ein Führer kommt?

Damit die Menschen nicht aufmucken und sich von den herrschenden Verhältnissen befreien, wird das Gift des Nationalen mobilisiert.

Das soll helfen, die Vorstellung klein zu halten, dass diese Verhältnisse Widerstand verdienen.

Wir sind aber nicht »alle in einem Boot«, sondern die einen ersaufen im Meer oder schuften im Maschinenraum, und die anderen logieren im Penthouse der Reederei.

Es bedarf also einer Meuterei.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 04. März 2011 um 19:02 Uhr  

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