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Castoren: Rollende Zeitbomben?

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Jetzt rollen sie wieder Fünf Castor-Behälter mit hoch radioaktiver Plutonium-Uran-Flüssigkeit sollen in der Nacht zum 16. Februar aus der stillgelegten Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe (WAK) in das bundeseigene Zwischenlager Nord in Lubmin an der Osteseeküste gebracht werden.

Dabei könnten zahlreiche Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg die Castor-Behälter gefährden.

Bereits bei dem Transport im Dezember vergangenen Jahres hatte der Bürgermeister von Oranienburg, Hans-Joachim Laesicke (SPD), vor einer Detonation der Weltkriegsmunition durch die Erschütterung des Bodens gewarnt.

Mit dem Beschluss von Schwarz-Gelb zur Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke vom letzten Jahr ist die Strategie der Atomlobby aufgegangen.

Die mediale und lobbyistische Mobilnachung hatte gewirkt.

Für die Demokratie und die Sicherheit von tausenden nachfolgender Generationen bedeutet das alles andere als einen Unfall, es war so gewollt.

Was ist eigentlich Atommüll?

Radioaktiver Abfall ist laut Definition der Organisation für Entwicklung und internationale Zusammenarbeit – OECD:

„Jeder Stoff, für den keine Verwendung besteht und bei dem die Konzentration von Radionukliden die von den zuständigen Behörden für unbeschränkt verwendbare Stoffe festgelegten Höchstwerte überschreitet.“

Dieser so definierte Abfall lässt sich in drei Gruppen unterscheiden.

Eine erste Gruppe von Abfällen entsteht bei der Kernspaltung.

Es handelt sich quasi um das Transportmittel der Kernenergie und ist für die weitere Energieerzeugung nutzlos.

Am Beispiel eines mit Uranium 235 (Uranium 235 hat 92 Protonen und 143 Neutronen) betriebenen Kernreaktors entstehen die Spaltprodukte auf folgendem Weg.

Einem ständigen Strom langsamer (einige km/s) Neutronen ausgesetzt, fangen die U-235-Kerne zunächst ein Neutron ein, so dass Uranium 236 entsteht, welches sich sofort in zwei kleinere Atomkerne spaltet und dabei wieder Neutronen abgibt.

Entscheidend ist, dass die Summe der Massen der beiden Spaltprodukte geringer ist, als die Masse des Ausgangsatomkerns.

Aufgrund der 1905 von Albert Einstein erkannten Äquivalenz von Masse und Energie (E = mc²) wird der Massendefekt mittels der freigesetzten (schnellen ca. 20.000 km/s) Neutronen als kinetische Energie (Bewegungsenergie) abgegeben.

Damit die abgegebenen Neutronen nicht eine unkrollierte Kettenreaktion ingangsetzen, werden neutronenabsorbierende Steuerstäbe (z.B. aus Bor) eingesetzt, mit deren Hilfe man die Kettenreaktionen genau steuern kann.

Eine Gefahr bei diesem Prozess besteht darin, dass die meisten Reaktorbehälter nicht gegen Flugzeugabstürze gesichert sind und die Steuerstäbe bei einem Unfall nicht mehr bewegt werden können, so dass die Kettenreaktion außer Kontrolle geraten kann.

Die schnellen Neutronen werden in den die Brennstäbe umgebenden Moderatoren (z.B. Wasser) abgebremst.

Die kinetische Energie wird in Wärmeenergie umgewandelt, die das Kühlwasser erhitzt und in Wasserdampf umwandelt, welcher Turbinen antreibt und so Elektrizität erzeugt.

Eine zweite Gruppe von Abfällen

besteht aus allen Bauteilen des Reaktorbehälters, da diese Materialien dem ständigen Neutronenstrom ausgesetzt sind, solange der Kernreaktor in Betrieb ist.

Einige Atomkerne fangen Neutronen ein, so dass radioaktive Isotope entstehen können.

Als Isotope bezeichnet man Atomkerne, die sich von anderen Kernen desselben Elements nur durch die Anzahl der Neutronen unterscheidet.

(z.B. Uranium 235 mit 92 Protonen und 143 Neutronen und Uranium 236 mit 92 Protonen und 144 Neutronen)

Die dritte Quelle radioaktiver Abfälle

besteht aus allen im Kernbrennstoff enthaltenen Kernen, die ein oder mehrere Neutronen eingefangen, sich aber nicht gespalten haben, so dass Isotope von Elementen entstehen, die schwerer als Uranium sind, die so genannten Transurane: Neptunium (Np), Plutonium (PU, dessen Isotop 239 spaltbar ist), Americum (Am) und Curium Cm). Ihre Halbwertszeiten betragen bis zu Hunderttausenden von Jahren.

Besonders gefährlich sind hochradioaktive Abfälle, die nicht wiederverwendet oder in Isotope kürzerer Lebensdauer umgewandelt werden können und deshalb sehr langfristig sehr sicher gelagert werden müssen.

Wiederaufarbeitung und Lagerung

Bei der Wiederaufarbeitung werden Uranium und Plutonium - die einzigen Abfälle die wiederverwertet werden können - von den übrigen Spaltprodukten und radioaktiven Elementen getrennt und nach ihrer Gefährlichkeit sortiert.

Die besonders radioaktiven Abfälle (die Aktivität variiert mit dem Kehrwert der Halbwertszeit) müssen langfristig so gelagert werden, dass sie unter keinen Umständen in die Umwelt des Menschen gelangen können.

Die Lüge vom sicheren Endlager

Sowohl das Problem der Zwischenlagerung wie das Problem der Endlagerung ist für deutsche Atomkraftwerke weiterhin völlig ungelöst, wie die Ereignisse um die Asse und um Gorleben gezeigt haben.

Die beschlossene Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke ist allein aus diesem Grunde nicht verantwortbar.

Lubmin nix da

 

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