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Paßt, wie die Faust aufs Auge

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Der

 

 

 

Kreuzberger Gräfekiez hat einen neuen Mitbewohner, der Gräfekiez ist mittlerweile zur guten Stube des Bezirkes geworden.

Man erreicht ihn vom Kotti kommend auf halber Höhe in Richtung Hermannplatz, dort wo der Zickenplatz zum Stadtbild gehört.

Hier ist überwiegend Altbaubestand, hier trotzen die Bewohner der Kahlschlagsarnierung, hier entwickelte sich eine behutsame Stadterneuerung.

Hier wurde nicht experimentiert, sondern der Bürger wurde beteiligt, man öffnete Höfe, man gestaltete sein Umfeld und verdrängte Drogendaeler und Zuhälter.

Ein Kiez des Wohlfühlens entstand, die Probleme verlagerten sich, auf die benachbarte Admiralsbrücke, an den Lido des Urbanhafens und ab den Südstern in die benachbarte Hasenheide.

Der Graefekiez war einmal das Versammlungsfeld der alten Westberliner SEW, einen Ableger der SED, der 1.Mai war der rote Tag auf dem Zickenplatz, der eigentlich Hohenstauffenplatz heißt.

Man fühlte sich gebeutelt, man fühlte sich andererseits wohl, es war nicht das Ghetto SO 36, sondern teilweise regaierte man hier selbstbewußter, man brachte sich ein und sprach von Wohnqualität, Harry Ristock der stets junge dynamische linke Senator war der erste der dies erkannte, in seinem Sinne begann hier Peter Strieder als Bezirksbürgermeister etwas umzusetzen, Behutsamkeit benötigt Zeit und Aufmerksamkeit.

Peter Strieder wurde nachher Stadtentwicklungssenator, der Graefekiez trägt seine Handschrift, der Kiez indem sich alt und jung, dynamisch und lässig vereinigen, wo das Leben im Sommer sich auf der Straße abspielt, wo der Bürger den Bürgersteig zurückeroberte und wo die Mieten angepaßt blieben.

Wo das Altenheim am Zickenplatz ebenso wie der Kinderladen, der Bio Bäcker, die Oberschule und der Fahrradladen zum Stadtbild gehören, wo das monatliche Nettoeinkommen noch immer weit unter dem Schnitt jenes in Zehlendorf liegt, da hat man die Preise dem Einkommen der Bürger angepaßt.

Bürger, die leben wollen, die sich begegnen, die mit ihren Hunden Platz machen, wenn Kinder kommen und man sieht hier Kinder.

Hier fühlt sich Walter Momper wohl und der Bürger des Kiezes nahm es ihm ab, als er damals sagte, in Diepgens Dienstvilla ziehe ich nicht, denn ich liebe meinen Kiez.

Die Kultur breitete sich aus, die Kleinkunst des Bezirkes, die Konzerte in der Heilig Kreuz Kirche, der Bezirk ist dynamisch alternativ, jung, grün und links.

Die Heimat des Christian Ströbele, ein echter Linker, der alternativ und grün wurde, den man hier direkt in den Bundestag wählt und in dessen Kneipen man am Abend die taz vom anderen Morgen kaufen kann, Bildzeitung sowie die CDU spielen hier weder politisch noch inhaltlich eine Rolle.

Man ist mittlerweile stolz auf die eigene Leistung, man lobt die Frauen WG, man schätzt die ärtzliche Versorgung im Urbankrankenhaus und weiß von der Entfernung der Bundespolitik.

Die hatte sich hier über Jahrzehnte entfernt, sie war nicht da, sie kam nicht an trotz der herumstrampelnden Versuche eines Björn Böhning.

Den lacht man mittlerweile aus, den hat man als Fremdkörper enttarnt, das war aber nur die halbe Miete.

Nun wohnt hier einer, der paßt hierher wie die Faust aufs Auge, es ist Franz Müntefering.

Will er im Alter lernen, wie sein Hartz IV Nachbar in den Tag lebt, nimmt er den Penner Markt auf dem Kotti, wo jener Bettler mit seinem Hund bereits um 8 Uhr in der Früh vor der Eingangstür sitzt oder trieb ihn seine derzeit Beste in den Kiez um das zu erleben, was man ihr in Herne vorenthielt?

Trinkhallen gibt es hier nicht, dann werden wir sie im Cafe Rizz treffen, dann sollten ihnen der Kaffee im Hals stecken bleiben.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 02. Januar 2011 um 07:14 Uhr  

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