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Die Islamdebatte in Deutschland (Replik)

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Eine

 

 

 

Replik auf den gleichnamigen Artikel von Muhammad Sameer Murtaza.

Diesen ausführlichen und intelligenten Beitrag möchte ich gerne ergänzen und zugleich kritisch kommentieren.

Es ist gut, dass sich Mitbürger islamischen Glaubens zunehmend in diese Debatte einklinken, man darf das Feld nicht Propagandisten überlassen.

Die Tatsache, dass eine Vielzahl äußerst demokratischer Mitbürger islamischen Glaubens mit uns Leben ist ebenso unabweisbar, wie die Unterstellung, dass Menschen mit einer positiven Einstellung zum Islam naive Gutmenschen seien, hinterhältig ist.

Böse Fouls in der Diskussion für die man die rote Karte ziehen müsste, wenn es denn ginge.

Leider müssen wir auch mit solchen unfairen Menschen in unserer Gesellschaft leben.

Wir dürfen ihnen nur nicht so viel Macht geben.

Sarrazin hatte in der Integrationsdebatte eindeutig zu viel Macht, auch zu viel Medienmacht, was ich für ein bedenkliches Zeichen halte.

Ich habe es in einem Beitrag auf DL21 bereits dargelegt und die vermutlichen Hintergründe für diese unmoralische Unterstützung durch unsere Medien skizziert.

Dennoch gibt es Verhaltensweisen, mit denen islamische Organisationen in Deutschland in die Gefahr geraten, weitere Sündenbockmechanismen zu bedienen.

Problematisch finde ich vor allem eine in der Öffentlichkeit kaum wahrnehmbare Diskussion oder auch Diskussionskultur innerhalb der islamischen Gemeinschaften und Organisationen.

Woran liegt das?

Nehmen unsere Medien die Diskussionen in den islamischen Gemeinden und Organisationen nicht wahr?

Werden diese Diskussionen ausschließlich nicht öffentlich geführt?

Gibt es keine Diskussionen?

Für mein Empfinden kommen islamische Mitbürger in unserer gesellschaftlichen Diskussion als Vertreter ihrer Position schon vor.

Es werden auch durchaus verschiedene Positionen vertreten.

Wie diese Positionen aber innerhalb der islamischen Gemeinschaften zustande kommen erscheint mir vollkommen untransparent.

Der Gedanke an Abschottung islamischer Gemeinschaften gegen unsere offene Gesellschaft kann dabei schon entstehen.

Es können auch Misstrauen, paranoide Verschwörungstheorien und Feindseligkeit durch fehlende Transparenz gefördert werden.

Die Frage erscheint mir daher berechtigt, warum so wenig Diskussion zwischen den islamischen Mitbürgern an die Öffentlichkeit dringt.

Insbesondere dann, wenn der Islam ein Mosaik unterschiedlichster Glaubensrichtungen und Einstellungen ist.

Dann müsste man doch erhebliche, öffentliche Kontroversen erwarten, wenn diese nach demokratischen Prinzipien stattfinden.

Tatsächlich bleibt die Öffentlichkeit aber außen vor.

Mangelndes Interesse?

Oder Abschottung?

Sowohl die evangelische, als auch die katholische Kirche Deutschlands finden im öffentlichen Raum statt.

Dies mit aller Konsequenz.

Egal ob es Skandale, schwere Richtungskämpfe oder Mitgliederkrisen in unseren Kirchen gibt, sie sind Bestandteil der Öffentlichkeit.

Bei den islamischen Kirchen ist davon wenig zu spüren, obwohl sie bereits seit Jahrzehnten Mitglieder unserer Gesellschaft sind.

Zuletzt sollte auch die Frage erlaubt sein, wie eigentlich, Mitbürger islamischen Glaubens, die Mitglied dieser oder jener islamischen Gemeinschaft in unserem Land sind, ihren eigenen Anteil an der bisher fehlgelaufenen Integrationsdebatte definieren?

Gibt es auch Selbstkritik?

Artikel vom Genossen Murtaza

 

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 10. November 2010 um 10:15 Uhr  

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