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Barbanter Sommertage

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Ein

 

 

 

paar Sommertage vor einigen Jahren in Barbant werde ich kaum vergessen, zunächst führte ich meinen Sohn ans Fotografieren und Beschreiben heran, noch wußte ich nicht, was daraus wurde und zudem fragte ich mich in der Planungsphase, weshalb sollen wir eigentlich in Richtung der Schleddemündung fahren?

Die treibende Kraft war Kristina, eine Schulfreundin meiner Frau, Kristina wohnte in Polen und war und ist immer noch eine der führenden Juristen eines Großunternehmens, Barbant meinte sie nur, der neue große Fiat würde das gut schaffen, mein Mazda auch konterte ich.

So erschien den Abend zuvor Kristina bei uns in Berlin, Ossendrecht in Barbant dort hatte ich das Ferienhaus gemietet, Zandfeetweg 15, Ossendrecht liegt ganz hinten cirka 20 Autominuten von Rozendahl entfernt.

Nun fuhren wir, unterwegs galt es die Gulden sowie die belg. Franken zu werben, Kristina berichtete zurück müsse sie nach Meppen an die Ems, der Familie etwas berichten.

Da wurd es bereits spannend, Teile ihrer Familie in Meppen an der Ems ?

Nun gut, wir erreichten Ossenndrecht und das kleine Haus auf einem großen Gartengrundstück direkt am Boos. Pepone, der damalige Fox schloß unfreiwillig Bekanntschaft mit unseren Nachbarn, nette Leute, man wohnte also nicht allein in der Nähe des Boos.

Am Abend las Kristina alte Unterlagen und vertiefte sich in Landkarten, nach Antwerpen müssen wir unbedingt, das war eine ihrer Forderungen.

Antwerpen wollte ich schon immer sehen, das Rathaus und den grotten Markt, den Stadtpark und die Diamanten.

Bloß wie, wenn man weiß wie voll Autos die flämischen Städte sind, die Bahn von Rozendahl nach Antwerpen Kaiserlein 26 dort wollte sie hin, das sollte sie alleine machen, mich zog es mit den Hund in den Stadtpark.

Da erlebt man etwas, irgendwann gegen Mittag kamen etlich gut gekleidete Büroangestellte und verbrachten dort ihre Mittagspause, bissen in frisches Weißbrot und öffneten sich eine Flasche Bier, ich beschloß gleiches zu wollen.

Entdeckte auf ein paar Läden, vertraute fast so wie in Kreuzberg, nur der erste wurde von einem Gläubigen betrieben, bloß nicht nach Effes fragen, in den nächsten - gleiches Spiel diesmal ein streng blickender Sohn Zions, nun hatte ich Brot, Käse und Mineralwasser und neben mir saßen Flamen mit köstlichem Bier.

Irgendwann zur vorgeschlagenden Uhrzeit auf den Grotten Markt fand ich den Rest der Familie wieder, zurück und einkaufen in einem Ort bei Ossendrecht.

Am Abend vor dem Haus fragte ich Kristina, warum sind wir eigentlich hier?

Wir waren auf den Spuren ihrer Eltern, es wurde ein langer Abend Kristina erzählte.

Im Jahre 1939 war ihr Vater Offizier in der Polnischen Armee, stationiert war er im Südosten des Landes, ihre Mutter war von Posnan aus dorthin gefolgt, am 1. 09.1939 sollte die Einheit in Richtung Krakau ziehen, doch dazu kam es nicht mehr.

Teile dieser Armee ging 2 Wochen danach geschlagen lieber ins relativ sichere Rumänien, unter der Führung des General Anders.

Rumänien galt als neutraler Staat und hier setzen sich auf Teile der Regierung ab.

Rumänien näherte sich jedoch dem Nazideutschland an, die Lage wurde nicht gut, nach dem Angriff der Wehrmacht auf die UdSSR kam der Befehl aus London, die Andres Armee sollte in die UdSSR gehen.

Sie verließen Rumänien, vielleicht 30 000 und machten sich auf in die UdSSR, die Londoner Exilregierung wußte davon und hatte sie erfaßt.

Es begann ein Leben im Lager, sie wurden zum Tauschobjekt, Stalin brauchte Flugzeuge und die Briten Soldaten.

Man tauschte sich aus, die Fliegerstaffel Normandie gegen die Andres Armee.

Der lange Weg der Anders Armee nach Persien unter der Flagge des Vereinigten Königreiches, der Iran war nur eine Durchgangsstation es ging direkt nach Haifa, Rommel wollte zum Kanal.

Davor lag El Alamein und hier griff die Anders Armee ein, zugunsten der Briten.

Es war nur eine Etappe, dann verlagerte man die Armee und ihre Angehörigen in Süden Italiens, in Monte Cassino nahm die Andres Armee Rache für Warschau.

Nach der Invasion zog die Truppen nach Antwerpen, ihre Mutter bewohnte damals ein Zimmer in der Kaiserlein, in Antwerpen lag die Armee unter dem V1 Beschuß, doch sie befreiten die niederländische Stadt Breda, sie zogen weiter bis Arnhem.

Sollten ihre Zone im besetzten Deutschland bekommen und wohnten im Jahre 1945 in Haaren an der Ems, es war die Hauptstadt der polnischen Zone und hatte das polnische Lyzeum.

Dort machten junge Polen ihr Matura, die zuvor aus Moorlagern befreit wurden, befreit von polnischen Soldaten dessen Uniformen einige längst aus ihrer Erinnerung gestrichen hatten.

Ihr Bruder, meinte Kristina, der ging in London in einen Kindergarten, im Jahre 1947 zog man wieder um, die Heimat hatte einen wieder.

Nur an der Ems, da blieb ein Teil der Verwandtschaft, das waren jüngere die fanden dort ihr Glück.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 11. November 2010 um 06:16 Uhr  

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