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Start Archiv 2010 Über Hunde und Krankenversicherung

Über Hunde und Krankenversicherung

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Ich habe wieder einen Hund.

Knapp 5 Monate alt. Einmal im Jahr muss der zum Tierarzt, entwurmen und impfen.

Das kann man sich leisten.

Nun ist das bei Hunden auch nicht anders als bei Menschen: im Alter werden sie teuer.

Dann kann man für eine notwendige Operation auch schon mal einen Tausender los werden.

Ob ich mir das immer leisten kann? Man weiß es nicht.

Also erschien es mir vernünftig, für den Hund eine Krankenversicherung abzuschließen;

Was interessiert den so versicherten Hundehalter nun am meisten?

Klar, das, was auch in den FAQ des Versicherers an erster Stelle steht: „Rechnen Sie auch mit dem Tierarzt direkt ab?“

Denn warum will ich den Köter versichern?

Genau deswegen doch, damit eine Operation auch dann bezahlt wird, wenn ich selbst sie mir nicht leisten kann.

Eine rein private und rein freiwillige, fast schon Luxusversicherung geht natürlich auf die vordringlichen Wünsche ihrer Kunden ein.

Wenn sie das nicht tut, kann sie keine Geschäfte machen.

Also lautet die Antwort: „Ja, natürlich. Sie zahlen keinen Cent mehr selbst. Wir akzeptieren die Rechnung Ihres Tierarztes.“

Aha. Jo, was hab ich denn von einer Versicherung, bei der ich erst mal in Vorkasse treten muss?

Angenommen, ich bin Hartz IV-Empfänger.

Ja, wer leiht mir dann mal eben 600,00 EUR für den Tierarzt?

Wer vertraut darauf, dass er die auch wieder bekommt? Meine Bank?

Dann doch lieber die Rechnung einreichen.

Und dann lese ich bei der SPD-Bundestagsfraktion:

„Die Bundesregierung plant eine drastische Ausweitung der Kostenerstattungsregelungen in der gesetzlichen Krankenversicherung. Wer genug Geld im Portemonnaie hat, um seine Arztrechnung per Vorkasse zahlen zu können, wird in Zukunft bevorzugt behandelt werden.“

Wie?

Bei meinem Hund genügt es, die Rechnung einzureichen, und für mich selber soll ich eventuell in Vorkasse treten?

Also, Moment mal. Das hört sich für mich aber reichlich pervers an. Wozu zahlt man denn eine Versicherung? Doch wohl deswegen, damit die Versicherung im Falle des Falles das bezahlt, was man sich selber eben nicht leisten kann, oder?

Ich glaube übrigens nicht, dass die Ärzte dann auf Dauer gesetzlich Versicherte, die in Vorkasse treten müssen, vorziehen, weil sie denen unbesehen mehr abknöpfen können für Leistungen, die die Versicherung nicht zahlt.

Die werden auch schnell begreifen, was Tierärzte längst begriffen haben: lieber korrekt nach Gebührenordnung abrechnen und dann sofort das Geld kassieren, als mehr verlangen und dann dem Geld hinterher laufen, weil etliche die Rechnung gar nicht zahlen können.

Schön, es gibt Ärzte, die mogeln.

Rechnen Leistungen ab, die sie nicht oder nicht so erbracht haben.

Da wäre ein bisschen mehr Kontrolle durch die Patienten wünschenswert.

Ich behaupte mal, dass unsere Bürger da auch nichts gegen hätten, denn letztlich sind es ja ihre eigenen Beiträge, die sich durch unkontrollierte überhöhte Abrechnungen erhöhen.

Hier muss man feststellen, dass sich die Zeiten seit Bismarck geändert haben.

So dumm sind die meisten Bürger nicht mehr, dass sie nicht kontrollieren können, was geleistet wurde und was nicht.

Allerdings gibt es da ein Verfahren, das bei Handwerkern z.B. schon lange prächtig funktioniert: den Lieferschein. Den unterschreibt der Kunde, und dann wird nach Lieferschein abgerechnet.

Ich halte das für das bessere Verfahren – vorausgesetzt, der Patient muss Leistungen nur dann aus eigener Tasche zahlen, wenn der 'Lieferschein' auch klar ausweist, dass diese angebotene Leistung nicht von der Krankenkasse übernommen wird, und zwar ohne Vorkasse durch den Patienten.

Wenn marktwirtschaftlich, dann aber bitte auch nach den dort längst geltenden Verbraucherschutzregeln, ne?

Aber so halber Kram, wo die eine Seite alle Vorteile bekommt und die andere alleine das Risiko trägt, da möge sich keiner einbilden, dass die Bürger dafür Verständnis haben.

Denn dass das normalerweise ganz anders läuft, kennen sie aus ihrem alltäglichen Leben.

 

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