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Von der Leyens Tagträumereien...

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Da steht sie, mit blondiertem Haar, faltiger Stirn, dürrem Hals und wild gestikulierenden Händen, die offenbar ihr Markenzeichen sind.

Mehr braucht es nicht, um die Hoffungsträgerin der herumeiernden Regierungskoalition aus CDU und FDP zu sein.

Aber viel mehr hat sie auch nicht zu bieten.

Begonnen hatte von der Leyen als Leitkuh des Familienministeriums der großen Koalition, wo sie die Meinung vertrat, das Zeugen von Kindern zum Wohle Deutschlands sei die erste Bürgerpflicht.

Und kaum hatte sie die "erfolgreichen" Zahlen einer steigenden Geburtenrate froh verkündet, machte ihr die böse Statistik einen dicken Strich durch die Rechnung - die Deutschen wollten einfach nicht dem Wunsch der Übermutter der Nation entsprechen und anstatt fern zu sehen, lieber paarungsbereit ins Bett zu springen.

Da half auch des Versprechen von einigen Cent mehr Kindergeld, einer Verlängerung des Erziehungsgeldes (wenn der liebe Papa auch ein paar Monate zu Hause beim Nachwuchs bleibt) und anderer vielversprechender "Boni" nicht weiter.

Aber nicht genug damit.

Sichtlich überfordert mit jedweder Art politischer Arbeit, erklomm die ehrenwerte Frau Ministerin nach dem Erfolg der neuen schwarzgelben Koalition der neoliberalen Gralshüter der freien Marktwirtschaft, eine weitere Stufe der Karriereleiter, indem sie zur Arbeitsministerin gekürt wurde.

Freilich nicht als erste Wahl, sondern als Notlösung, quasi als Totengräberin ihres Parteifreundes Jung, der sich seine politische Laufbahn mit verheerenden und verlogenen Auftritten zum Thema Afghanistan versemmelt hatte.

Von der Leyen, eine Frau, deren Auftritt in großer Pose zugleich ihr (einziges) Programm ist.

Starke Sprüche und die Erfahrung, wie man als Kind aus reichem (aber deshalb nicht unbedingt besserem) Hause seine Kinder erzieht, indem man ihnen Auslandsaufenthalte ermöglicht, (denn die sind ja so ungemein wichtig) das Studium finanziert (nur der Bildungsabschluss zählt) und ansonsten die ungeliebteren Tätigkeiten den Kindermädchen überlässt, prägen das Bild der Frau, die von nun an die Geschicke des Arbeitsmarktes lenkt und über Wohl und Wehe der Arbeitslosen und Hartz IV-Empfänger entscheidet.

Und nun will sie "mit einer groß angelegten Vermittlungsoffensive" dafür sorgen, dass das faule Lumpenpack endlich in Lohn und Brot kommt, anstatt in der sozialen Hängematte zu schaukeln, bis es sich übergeben muss?

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist gesunken, so verkündete es die Bundesagentur für Arbeit.

Die Arbeitslosenquote sank.

Das sind allerdings nur die offiziell registrierten Arbeitslosen.

Die tatsächlichen Zahlen dürften weit höher liegen, denn in der Statistik tauch nur der auf, der auch Leistungen bezieht und nicht in einer der qualitativ meist völlig inakzeptablen Maßnahmen geparkt wurde!

Und hier gilt es auszumisten, hat von der Leyen klar erkannt!

Dabei ist ihr völlig wurscht, dass es in Deutschland im März 2010 nur 503.394 offene Stellen zu besetzen gab.

Mit solchen Lapalien gibt sich Frau Ministerin nicht weiter ab!

Wie sie unter solchen Umständen die 600.000 alleinerziehenden Mütter im Hartz-IV-Bezug, die arbetislosen Jugendlichen und die unzähligen älteren Arbeitslosen, die ihr Leben im Hartz IV-Bezug fristen müssen in Arbeit vermitteln will, bleibt ihr Geheimnis.

Immerhin hat sie die Arbeitsagenturen aufgefordert, nein, sie ermahnte sie, sich auch bei Menschen mit schlechten Chancen anzustrengen.

Naja, das hilft sicher weiter.

Da kommen auch die vielen Hartz IV-Empfänger gerade recht, die sich "nicht an die Arbeitslosigkeit gewöhnen" dürfen.

Was gibt es da besseres, als mal wieder - nach eifriger Vorarbeit durch den Koalitionspartner FDP unter ihrem Maulhelden Guido Westerwelle - mal wieder öffentlichkeitswirksam die spinnerten und abstrusen Thesen von der "öffentlichen Beschäftigung" zu verbreiten.

Die werden zwar durch ständige Wiederholungen auch nicht wahrer.

Angesichts der düsteren Wahlprognosen für Rüttgers und sein Gruselkabinett greift man halt zu jedem Strohhalm.

Es lenkt vielleicht eine Weile von eigenem Unvermögen ab.

Aber kann das Sammelsurium merkwürdiger Gestalten in der Regierung der schwarzgelben Koalition und ihre teils kruden Ideen wirklich über deren absolutes Unvermögen hinweg täuschen?

Nicht im Geringsten.

Es verdeutlicht nur den Kontrast zwischen einer Politik des Miteinanders, der sozialen Wärme und der Zukunftsorientiertheit, für die wie uns einsetzen und der Politik der sozialen Kälte und der Ellenbogen, des Kapitals und der Spekulanten.

Wir müssen wieder mehr Menschlichkeit in die Politik bringen, soziale und sozialdemokratische Ideale und Ideen und gegen die Politik der Sachzwänge, des Lobbyismus und des nackten Gewinnstrebens kämpfen!

Mögen uns die anderen auch für Idealisten halten, wir stehen für eine Gesellschaft des Miteinander, nicht des Gegeneinander!

Ich bin gerne Idealist und ich bin auch Sozialist, denn mir ist klar, dass wir nur als Gesellschaft eine Zukunft haben, wenn nicht nur die Wünsche vorwiegend industrieller Interessengruppen in der Politik berücksichtigt werden, sondern die Interessen der Gemeinschaft im Mittelpunkt stehen!


 

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