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Sind wir verzichtbar?

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Sind wir verzichtbar?




Wenn eine Verbindung - egal welcher Art – statisch geworden ist, dann setzt sie sich zum Ziele, nichts anderes als einen nach festen Regeln und ggf. aufgrund bewährter Erfahrung organisierten Aufgabenkomplex immer wieder neu abzu-sichern.

Es mag sein, dass dies statische Element der unabdingbare Teil einer Abwicklung sein muss.

Ist dieser (statische) Teil aber bestimmend und zielgebend für alles, also für die Aufgabe insgesamt … sind Mitgestaltung und pluralistischer Einfluss ein Anspruch, der das Konstrukt (hier einer Partei) dem Grunde nach infrage stellt, …weil diese Partei sich nicht entwicklungsrelevant (da nicht von außen wie von innen bestimmbar oder gar veränderbar) ’bewegt’ - nicht zu reden von dem Anspruch, seine Zielsetzung am Menschen, an dessen Bedarfen selbst ausrichten zu wollen.

Was ist eine Partei?

Die Landeszentrale politische Bildung Brandenburg formuliert es so (infolge genaue Textwiedergabe):

„Unter einer Partei versteht man eine auf Dauer angelegte Organisation, deren Mitglieder eine ähnliche politische Gesinn-ung haben, und deren Vorstellungen durch die Übernahme von Regierungs-verantwortung in die Tat umgesetzt werden sollen.“

Und weiter (an anderer Stelle):

„Da man als Gruppe mehr bewegen kann als im Vergleich zum Einzelnen, schließen sich Bürger zu dieser Art von Vereinigung zu-sammen. Für das Funktionieren unserer Demokratie sind Parteien unerlässlich, da sie Interessen in der Gesellschaft bündeln und diese zusammen mit Lösungs-vorschlägen für politische Probleme artikulieren.“ Ende Zitat.

Das Angebot also, gestaltend auf die Entwicklung dieser politischen Verbindung Einfluss nehmen zu können, sollte nichts Neues sein sondern selbstverständliches Indiz einer Partei, die sich ihres sozialdemokratischen Auftrages verantwortlich und wegweisend bewusst ist …

…und die Umsetzung der hier entstehenden Verpflichtung nicht allein als Erfüllungs-gehilfe einer Gesellschaft, sondern aus dem Antrieb ein er bestimmten Haltung her-aus lebt und verteidigt!

Dass das hehre Ziel, dem Wohl der Gesellschaft (und den grundlegenden, abzu-sichernden sozialen Bedürfnissen auch des Einzelnen) in unserem Lande dabei immer präsent sein werden, wage ich aus praktischer Erfahrung zu bezweifeln …

Zu komplex und umfangreich ist das sogenannte Tagesgeschäft, das ständige Korrektur und Neu-Informiert-Sein, ein sich stets wandelndes Fachwissen, nicht einplanbare Entwicklungen und vieles mehr vom Politiker selbst täglich (und nicht nur ausnahmsweise!) einfordert.

Dass aber Flügelkampf (auch im Abgleich einer LinksMitteRechts-Diskussion!) Vernunft und guten Willen zeitweise ausschalten, lässt vermuten, dass sich das ‚Parteischiff’ nicht in Sturm und Wind eher in Flaute bewegt, da es sich mit Fragen beschäftigt darüber, wer sich in Wahrheit die Macht (und damit verbundene Vorteile), das ganz persönliche Fortkommen (Karriere ist ja nichts Schlechtes!) als treibende Kraft auf sein Revers geschrieben hat.

Ob es bei aller Kritik und Überprüfung bewährter Arbeitsmittel / Methoden das Ziel sein muss (!), zu den sogenannten ‚alten Werten’ zurück zu finden, um sich mit traditionellem sozialdemokratischem Gedankengut auch wieder identifizieren zu können, scheint überlegenswert.

Bewährtes hält und trägt, sammelt, beruft neu zu dem, was die Partei im eigentlichen Sinne bisher ausgemacht hat.

Dennoch: wäre es nicht genauso hilfreich, einmal darüber nachzudenken, ob es dieses Parteibild hinein in eine neue, andere Zeit überhaupt schaffen kann?

Es könnte doch auch verzichtbar werden! Oder trauen wir uns nicht, diese alles ab-tötende und scheinbar unkonstruktive Frage zuzulassen?

Noch einmal: sind wir ver-zichtbar? Und wenn nicht – warum nicht?

Die wählbare Alternative könnte die SPD also gut auch selber wieder sein.

Alte Werte wieder zu entdecken (nach Jürgen Krüger) ist ehrenvolle Aufgabe und sicherlich lohnenswert.

Es muss nicht alles weggeworfen, verdammt werden, was uns in der Geschichte, also auch in unserer‚Selbstwerdung’ ausgemacht hat.

Gemeinsamkeiten könnten neu abgeglichen, formuliert werden.

Die Grenze zwischen regierender Parteilichkeit und der sogenannten Basis könnten durch Projekte der Mitbeteiligung (wie Zukunftswerkstätten, Denkfabriken) im positiven Sinne ‚aufge-weicht’ werden …

… der konstruktiven Phantasie (so sie denn aus dem ‚Volke’ kommt), dem verfah-renen Konstrukt (wie es scheint) neue Triebkraft geben, vom Alten einmal wegzu-denken …

… nicht mit dem Ziel zu überleben, sondern mit der Erkenntnis, dass wir nur gewählt werden können, wenn wir wieder Teil der wählenden Klientel schlechthin geworden sind.

Diese Möglichkeit impliziert ggf. ein vollkommen neues Gesicht und die Pflicht zu überlegen, was man in Zukunft anders machen muss!

Natürlich ist es ‚gesund’, aus Fehlern zu lernen zumal, wenn der Wähler eine eindeutige Botschaft hinterlassen hat, nämlich: „Ich glaube Dir nicht! Ich verstehe Dich nicht! Und ich vertraue auch nicht! … Ich kann Dich so nicht gebrauchen.“

Jürgen Krüger hat das so formuliert (siehe Eingabe vom 31. Jan 2010):

“Nicht mehr die Vermittlung der Taten einer staatstragenden Partei wird im Interesse der SPD sein, sondern der Anspruch des Wählers zur wählbaren Alternative“.

Dieser Formulierung widerspreche ich zum Teil; da genau das glaubwürdige und hilfreiche Handeln (also die Taten!) mit dem Ziel der sozialen Absicherung und infolge eines sozialen gesellschaftlichen Friedens das praktikable Mittel sind, Menschen (die nicht in erster Linie ideologisch motiviert sind – sondern einfach nur satt sein wollen, ihre Miete bezahlen können wollen, Chancengleichheit in Kinder-garten und Schule wollen, etc. pp). auch ganz persönlich von der Wichtigkeit unserer Aufgaben und Präsenz zu überzeugen.

Die Karten werden neu gemischt. Das hat auch die wählende Bevölkerung irritiert, da nun Parteien verschiedener Couleur mit gleichen Interessenslagen winken, sich nicht scheuen, Gesellschaftsgruppen ihr ‚eigen’ zu nennen, die vorher eindeutiger zuge-ordnet werden konnten.

Es ist eben nicht mehr möglich, Atomkraft, Erneuerbare Energien, Genforschung, soziale Absicherung, Gesundheitspolititk, Arbeitsmarkt, , Bildungsinteressen, Sicher-heit in und außerhalb unserer Landesgrenzen, als ureigensten Auftrag abzugrenzen, gar an andere abzugeben.

Wir alle sind gefordert, Stellung zu nehmen und Aufgaben zu lösen, abzuwickeln,
die alle angehen … und das in einer Zeit, in der brutale Einbrüche auf dem inter-nationalen Parkett alle in Gefahr bringen, nicht mehr wirklich in eine zu verant-wortende Zukunft hinein planen zu können.

Das erfordert Neubesinnung, Neu-orientierung und eine neue Abstimmung dahingehend, was nun die SPD in Zukunft ausmachen wird und, ob sie über ein Profil verfügt, das sie von den Zielrichtungen anderer politischer Gemeinschaft deutlich abzugrenzen vermag.

Nichts kann so bleiben wie es ist.

Gerade unsere Mandatsträger sollten sich über-prüfen / sich überprüfen lassen auf ihre Handlungsfähigkeit, auf ihr Verantwortungs-bewusstsein hin, das sie im Vorschussvertrauen von uns dem Wähler als Arbeits-mittel mitbekommen haben.

Nicht Glanz, nicht Ehre, Kritik (!) sollte Tagesgeschäft sein … und anhaltende Präsenz sowie die Bereitschaft, sich von ‚denen ganz da unten’ leiten zu lassen, weil sie am besten wiederspiegeln, wie es unserem Land und somit einer zukunftsverantwortlichen Partei in Wirklichkeit geht !

 

 

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